BHM 2018

 

Programm | Galerie Black History Month


Happy Birthday W.E.B. Dubois!
Herzlichen Glückwunsch zum 150. Geburtstag!

Während des BLACK HISTORY MONTH 2018 feiern wir mit Konzerten, Filmscreenings, Wortveranstaltungen und Partys den Schwarzen Bürgerrechtler, Soziologen, Philosophen, Journalisten und Pazifisten, W.E.B. Dubois, der am 23. Februar 150 Jahre alt geworden wäre!

William Edward Burghardt Du Bois, geboren am 23. Februar 1868 in Great Barrington, Berkshire County, Massachusetts (USA) und gestorben am 27. August 1963 in Accra, (Ghana) war Soziologe, Philosoph, Journalist und Pazifist - und ein führender US-amerikanischer Vertreter der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

W.E.B. Dubois, arbeitete ab 1883 als Journalist und studierte nebenher. 1885 erwarb er einen Bachelortitel und arbeitete bis 1888 als Lehrer an einer Landschule in Tennessee. 1888 setzte er seine Studien in Harvard fort, wo er 1892 einen Master in Geschichte erwarb und das Slater-Auslandsstipendium gewann. Von 1892 bis 1894 studierte er in Deutschland an der heutigen Humboldt-Universität und an der Universität Heidelberg.

Nach seiner Rückkehr promovierte er 1895 als erster Schwarzer in Harvard über den transatlantischen europäischen Menschenhandel mit gekidnappten, versklavten Afrikaner*innen.

Von 1897 bis 1910 hatte er eine Professur für Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Schwarzen University of Atlanta/Georgia inne, die er für weitere Studien über die Situation der schwarzen Bevölkerung vor allem in ländlichen Gegenden nutzte. Gleichzeitig publizierte er eine Reihe von Aufsätzen und gründete mehrere Zeitungen.

1900 nahm er an der ersten Pan-Afrikanischen Konferenz in London teil und wurde dort bekannt durch seine Proklamation To The Nations of The World: „The problem of the twentieth century is the problem of the colour line.“

In seinem Hauptwerk „The Souls of Black Folks“ (1903) beschreibt Dubois die psychischen und sozialen Folgen von Rassismus und verweist auf Blues und Jazz als das große kulturelle Vermächtnis des Schwarzen Amerika an die Welt.

1909 wurde Dubois Gründungsmitglied der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), einer bis heute bestehenden Institution der antirassistischen Bürgerrechtsbewegung.

1919 gab Du Bois zum ersten Mal The Brownies Book heraus, eine monatlich erscheinende Kinderzeitschrift. In den 1920ern bereiste er Westafrika und die Sowjetunion und publizierte weitere Schriften, darunter auch Romane.

1945 organisierte er den fünften Pan-Afrikanischen Kongress in Manchester.

1961 siedelten er und Shirley nach Ghana um, wo sein Freund Kwame Nkrumah erster Premierminister und nach der Ausrufung der Republik erster Staatspräsident geworden war. In seinen letzten Jahren arbeitete er an der Encyclopedia Africana.

Am 27. August 1963, einen Tag vor dem historischen Marsch auf Washington verstarb Du Bois in Accra. Kurz zuvor hatte er die ghanaische Staatsbürgerschaft angenommen.

 


 

Programm

Black Music Renaissance feat. Hani Mojtahedy

Freitag | 02.02.2018 | 21:00 | Club
Eintritt: 15,- / 10,- (erm.) / 5,- € (mit Berlinpass) | Kinder bis 14 J: frei

Hani Mojtahedy, eine bekannte kurdische Sängerin und Songwriterin, hat ihre künstlerische Karriere im Jahr 2000 begonnen, während sie in Sanandaj, einer kleinen Stadt im Westen Irans, lebte. Trotz der großen Einschränkungen und Hindernisse für Künstler*innen im Iran wollte Hani sich die Türen zu einer Welt, in der sie ihre Wünsche leben und ihrer Seele Ausdruck verleihen konnte, öffnen.

Dazu verließ Hani den Iran im Jahr 2004 und nach ihrer Ankunft in Deutschland, wurde ihre Stimme von Haus zu Haus und von Stadt zu Stadt in kurdischen Gebieten zwischen dem Iran, der Türkei, dem Irak und Syrien übertragen.

Sie veröffentlichte 2 Alben mit mehr als 20 Singles und 7 Musikvideos und nahm auch an zahlreichen TV-Auftritten, Konzerten und Festivals auf der ganzen Welt teil.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihen BLACK MUSIC RENAISSANCE und WORLDWIDEMUSIC in Kooperation mit dem preisgekrönten Pianisten Kelvin Sholar.


 

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Black Cuba III

Freitag | 02.02.2018 | 19:00 | Saal
Eintritt: 10,- EUR

Filmscreening & Live-Performance

  

Offering to Yemaya
Dir.: Ricardo Bacallao. 14 minutes

Every January 1st in Cuba devotees to Yemaya go the sea to offering respect to the Orisha, goddess of the Sea. This is an observational documentary, focus on showing this ritual.

Brazil meets Cuba
Dir: Ricardo Bacallao, 50 minutes

The encounter of Brazilians and Cubans at the WERKSTATT DER KULTUREN playing to the same African Gods (Orishas) but with different beats.

Im Anschluss an das Filmscreening:

Live performance

Angel Candeaux and Friends

Angel Candeaux se define a sí mismo como “un soñador concreto en quien se cruzan muchas búsquedas; la principal posiblemente sea precisamente saber quién soy”. Y con esa convicción ha decidido enfrentar su carrera profesional.



Ricardo Bacallao

  

Ricardo Bacallao, a Cuban Filmmaker, received his MFA in film from NYU. While living in Madrid and Berlin, Ricardo participated several times in the Berlin Film Festival, including being selected as the first Cuban representative to the festival's Talent Campus in 2003 and 2004.

In 2010, a segment Ricardo produced for CUNY TV's magazine show Nueva York won a New York Emmy Award. Since that time, he has been working as a freelance director, DP, producer and editor of documentary shorts both commercially and for air on venues such as CUNY TV, HITN, and at New York based exhibition spaces.

Ricardo Bacallao is finishing his first feature film "The Uncle's Request".


 

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Zur Sonne - Zur Lyrik nubischer Migrationserfahrung

Donnerstag | 08.02.2018 | 19:30 | Club
Eintritt: 5,- EUR

Eine Veranstaltung in Kooperation mit EUME (Europe in the Middle East - The Middle East in Europe) und Mayadin al-Tahrir e.V. / Kuratorin: Viola Shafik

FILMSCREENING im Rahmen der Arabischen Filmreihe BEYOND SPRING

 

Voyage to Nubia/Reise nach Nubien (7. Episode)
Dokumentarfilm von Saad Nadim, 1960, Ägypten, 8 Min, VHS auf DVD, Engl. VO
Dieser staatlich produzierte Kurzfilm des Dokumentarfilmverteranen Saad Nadim führt in die traditionelle Kultur Nubiens ein und preist die Vorteile des Aswan-Staudamm, der die Nubier bald in die Immigration treiben wird.

The Dam/Der Damm
Animationsfilm von Saber Akeed , 1990, Ägypten, 6 Min.
Dieser kurze Animationsfilm über den Verlust der nubischen Kultur wegen dem Bau des Dammes wurde von einem nubischen Filmemacher realisier.

The Nubia Train/Der Nubien-Zug
Dokumentarfilm von Attiyat El-Abnoudi, 2002, Ägypten, 35 Min.,VHS auf DVD, Arabisch engl. UT
Mit einer handgehaltener Kamera beobachtet dieser Film in aller Ausführlichkeit Vorbereitung und Ausführung der jährlichen Heimereise nubischer Familien von Alexandria nach Oberägypten anlässlich der Festtage. Deutlich, aber ohne ein Wort des Kommentars stellt dieser Film vier Jahrzehnte nach der Umsiedlung die Fragen nach den Gründen der generationen-alten innerägyptischen Migration der Nubier und visualisiert gleichzeitig deren Ergebnis.
 

Vortrag von Alia Mossallam


In 1964, nach jahrelangen Vorbereitungen und teils sogar mit Vorfreude wurden 50.000 Nubier aus 33 Dörfern zwischen Ägypten und dem Sudan weg vom Nil-Ufer in die Wüste von Komombo zwangsumgesiedelt. Während sich ihr Leben früher um einen unvorhersehbaren Wasserlauf drehte, ist ihr Hauptanliegen nun, der Sonne zu entkommen. Warum haben sie an die Möglichkeiten des Staudamms geglaubt? Wie haben sie das Trauma der Umsiedlung verarbeitet? Wie setzt sich in der Abwesenheit des Flusses eine Lebensweise fort, die einst vollständig vom Nil abhing, vom Schöpfungsmythus bis hin zu den alltäglichen Ritualen? Beim Hören nubischer Lieder, die Hoffnung, Nostalgie und schließlich Wut ausdrücken, nehmen wir teil an einem Austausch mit dem Nil, den Vögeln, dem mythischen mer-Volk und an die Reflektionen der vielfältigen Gefühlen, die mit der Vertreibung zusammenhängen.

Alia Mossallam, EUME Fellow der Alexander von Humboldt Stiftung, promovierte in Politikwissenschaften. Ihre Dissertation untersucht die populäre Geschichte des nasseristischen Ägypten durch Geschichten und Lieder von Leuten aus der 1952er Revolution. Mossallam unterrichtete an der American University in Cairo (AUC), dem Cairo Institute for Liberal Arts and Sciences (CILAS) und führte in ganz Ägypten eine Reihe von Workshops durch zum Thema „Wiederaneignung revolutionärer Geschichte(n)“. Sie arbeitete ausserdem mit Theaterleuten zusammen, um revolutionäre Erfahrungen der Gegenwart und alternative Geschichtsschreibung aus der Vergangenheit zu erkunden und auf der Bühne wieder zu beleben, z.B. das Stück Hawwa al-Hureyya (Whims of Freedom). Darüberhinaus schreibt sie für Mada Masr. Momentan forscht sie an „Hekāyāt Sha’b – Geschichten eines Volkes: Nasserismus, populäre Politik und Lieder in Ägypten, 1956-1974“.


  

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Black Music Renaissance feat. Corey Harris

Freitag | 16.02.2018 | 21:00 | Club
Eintritt: 15,- / 10,- (erm.) / 5,- € (mit Berlinpass) | Kinder bis 14 J: frei


 

Corey Harris has earned substantial critical acclaim as one of the few contemporary bluesmen able to channel the raw, direct emotion of acoustic Delta blues without coming off as an authenticity-obsessed historian.

Along with Keb’ Mo’ and Alvin “Youngblood” Hart, he raised the flag of acoustic guitar blues in the mid-1990s.

Although well versed in the early history of blues guitar, he’s no well-mannered preservationist, mixing a considerable variety of influences – from New Orleans to the Caribbean to Africa – into his richly expressive music.

Harris was born in Denver, Colorado, on February 21, 1969, and began playing guitar at age 12, when he fell in love with his mother’s Lightnin’ Hopkins records. He played in a rock & roll band in high school, as well as the marching band, and developed his singing abilities in church. Through Bates College in Maine (where he majored in anthropology), Harris traveled to Cameroon to study African linguistics; during his time there, he soaked up as much African music as possible, becoming entranced by its complex polyrhythms.

In 2003 Harris was a featured artist and narrator of the Martin Scorcese film, ‘Feel Like Going Home’, which traced the evolution of blues from West Africa to the southern U.S. In 2007, he was awarded a MacArthur Fellowship – commonly referred to as a “genius award” – from the John D. and Catherine T. MacArthur Foundation. The annual grant, which recognises individuals from a wide range of disciplines who show creativity, originality and commitment to continued innovative work, described Harris as an artist who “forges an adventurous path marked by deliberate eclecticism.” That same year, he was also awarded an honorary Doctor of Music degree from Bates College, in Lewiston, Maine. Ever the musical explorer, Harris turned to Jamaica and roots reggae for the template on his next album, ‘Zion Crossroads’, which was released in 2007 on Telarc Records. A second Telarc album, ‘Blu Black’, appeared in 2009 and found Harris continuing to be fascinated by Jamaican music. Released in 2013, ‘Fulton Blues’ found Harris revisiting several of his hybrid blues forms in a varied and interesting set.

Corey Harris has performed, recorded, and toured with names such as BB King, Taj Mahal, Buddy Guy, R.L.Burnside, Ali Farka Toure, Dave Matthews Band, Tracy Chapman, Olu Dara and many others. With one foot in tradition and the other in contemporary experimentation, Harris is a truly unique voice in contemporary music.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihen BLACK MUSIC RENAISSANCE und WORLDWIDEMUSIC in Kooperation mit dem preisgekrönten Pianisten Kelvin Sholar.
 


 

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ARAB SONG JAM goes Maghreb: Edition Gnawamusik

Donnerstag | 15.02.2018 | 19:30 | Saal 
Eintritt: frei

In dieser Edition der erfolgreichen Konzertreihe ARAB SONG JAM goes Maghreb legt die WERKSTATT DER KULTUREN den Fokus auf Gnawamusik, den wir zelebrieren den BLACK HISTORY MONTH 2018.

An der Oud und Bandleader des Abends: Alaa Zouiten!

1985 geboren Marokko, begann Alaa Zouiten im Alter von sieben Jahren seine musikalische Erziehung in kulturellen Vereinen in Youssoufia (eine kleine Stadt bei Safi), bevor er am Conservatoire National de Marrakech seine Ausbildung genoss, die ihn zum Meister an der Oud (arabische Laute) machte.

2008 begann Alaa in Marokko seine Karriere als Sideman mit der Fusion-Band „Jbara“ und spielte auf zahlreichen marokkanischen Festivals (u.a Essaouira Gnaoua Festival, Grand Festival de Casablanca, Mawazine in Rabat). In Deutschland entwickelt er das „Alaa Zouiten Ensemble“, das 2012 sein Debüt-Album „Hada Makan“ veröffentlicht. Parallel setzte er seine musikalischen Studien fort und ist 2013 Absolvent der Universität Erfurt (Bachelor Musikvermittlung und Philosophie).

2015 gewinnt er ein Stipendium des Arab Fund for Arts and Culture und arbeitet an seinem zweiten Album „Talking Oud“. In diesem Album experimentiert er mit den stilistischen, technischen und ästhetischen Möglichkeiten der Oud.

Das Resultat ist ein faszinierender Mix aus arabischem, andalusischen Jazz und Rock. In seinen Kompositionen und Arrangements benutzt Alaa Zouiten die unendliche Vielfalt in Zeit und Raum. Ein kreativer Prozess, welcher ständig nach neuen musikalischen Perspektiven sucht und die Schönheit der Musik feiert.
 

  
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Black Music Renaissance feat. Matilda Leko

Freitag | 09.02.2018 | 21:00 | Club
Eintritt: 15,- / 10,- (erm.) / 5,- € (mit Berlinpass) | Kinder bis 14 J: frei 


 

Die Sängerin und Komponistin ist mit der Musik des Balkans und der Roma aufgewachsen. Die serbisch-österreichische Musikerin ist in Wien geboren und setzte sich schon sehr früh mit verschiedensten Musikrichtungen auseinander, mit den ungeraden Rhythmen ihrer Heimat, Pop, Rock, Soul, Blues, um dann den Jazz zu entdecken, der sie wieder nach Wien brachte, wo sie am Wiener Konservatorium Jazzgesang studierte.

Matilda Leko war eine der ersten Sängerinnen in Wien, welche die Musik des Balkans mit dem Jazz fusionierte und somit eine der ersten, die dieser Musik einen neuen Sound gab und sich so einen Namen machte. Ihre Kompositionen beschränken sich aber nicht auf eine Richtung oder Genre.

Matilda komponiert Lieder, die in das Jazz Standard Buch hineinpassen würden, genauso wie Wiener Lieder mit der bekannten Ironie und Melancholie des Wienerliedes bis zu groovigen Kompositionen, in denen der Puls und Einfluss des Balkan nicht zu überhören ist. Die authentischen Improvisationen der Sängerin erinnern an instrumentelle Passagen, mal eines Saxophons, mal einer Trompete, oder gar einer Roma Geige. Man kann Matilda nicht schubladisieren. Ihre Musik ist sprühend, innovativ und kreativ. Ihre Texte sind stark und erzählen auf mutige und berührende Weise vom Leben.

Europaweite Tourneen führten sie nach Frankreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Italien, Österreich. Auftritte auf zahlreichen Festivals: Sziget Festival Ungarn, Bamberger Klezmer Festival, Anger Gipsy Festival Frankreich, Schweiz, Novi Sad Jazz Festival, Suns Festival Udine, Wien Festival, u.v.m.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihen BLACK MUSIC RENAISSANCE und WORLDWIDEMUSIC in Kooperation mit dem preisgekrönten Pianisten Kelvin Sholar.

 


 

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Koloniales Bewusstsein und Verantwortung


Samstag | 17.02.2018 | 19:00 | Seminarraum 1
Eintritt: frei

Der Roman "Africa 2.1 Arnaque" von Francis Beidi
Eine Diskussion begleitet von kurzen Romanauszügen 


Das interessierte Publikum ist eingeladen, über die Schlüsselthemen zu diskutieren, die den afrikanischen Kontinent insgesamt betreffen und die der Roman "Africa 2.1 Arnaque" eindringlich reflektiert. Diskutiert wird in Französisch und Deutsch mit jeweiliger Übersetzung.

Im Roman "Africa 2.1 Arnaque" spiegelt sich die Kolonialgeschichte Afrikas unter französischer Handhabung.  
Der Erzähler-Autor-Romancharakter führt uns in das Dorf seines Großvaters, der Frankreich im Zweiten Weltkrieg lange gedient hat, in Frankreich, Indochina und Algerien. Als er vorhat, in Frankreich seine Kriegsverletzung behandeln zu lassen, wird dem Großvater willkürlich ein Visum verwehrt, für das Land, das er wirklich für sein Mutterland hielt. Eine Bewusstwerdung setzt ein, über das Verhältnis zwischen Frankreich und einigen afrikanischen Staaten. 

Der junge Erzähler ruft das Thiaroye-Massaker von 1944 wach, als "senegalesische Schützen" von der französischen Armee erschossen wurden, nachdem sie Ansprüche dafür eingefordert hatten, einen guten Teil ihres Landes an Frankreich gegeben und es von der deutschen Wehrmacht befreit zu haben. Das Massaker steht symbolisch für die große Verachtung all jener Afrikaner, die mit Frankreichs Unterstützung ein Engagement eingehen. 

Destabilisierungsprogramme der sogenannten Internationalen Gemeinschaft, Einschüchterungsmethoden und Einflussnahmen auf das Wirtschaftssystem afrikanischer Länder lassen den Autor-Erzähler-Romancharakter den eklatanten Betrug erkennen, mit dem Frankreich seit jeher in Afrika operiert. Er ruft die jungen und zukünftigen afrikanischen Generationen auf, wachsam zu sein, um diesem schon zu lang andauernden Betrug ein Ende zu setzen. Auf dieser Basis  entwirft der Roman eine eindringlich poetische Reflexion über die Zukunft Afrikas, die Zukunft der Menschheit.

Francis Beidi P.

Künstler, Schriftsteller-Regisseur, Sound- und Lichttechniker für Veranstaltungen
 

  

Als Künstler im vollsten Sinne hat Francis Beidi mehr als zehn Bücher unterschiedlicher Gattungen veröffentlicht (darunter Lyrik, Roman und Drama) und etwa hundert Gemälde geschaffen. Daneben drehte er ein Dutzend Dokumentarfilme, die sich mit dem Erbe Afrikas befassen.

Als Sound- und Lichttechniker arbeitet er seit 15 Jahren für Theater-, Musik- und Tanztruppen verschiedener Länder. Auf mehreren Festivals wirkt er als technischer Leiter mit.
Durch Francis Beidis Engagement entstand der Verein ALISÉ, mit dem sich Akteure des Buch- und Veranstaltungswesens für Bildung einsetzen. 2007 gründete er in Kamerun den Literaturverlag Auteurs Pluriels.


 

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W.E.B. Du Bois in Deutschland

Vortrag & Lesung mit Dr. Natasha A. Kelly

Freitag |23.02.2018 | 18:30 | Seminarraum 1
Eintritt: frei

 


Auf der Grundlage ihrer letzten Publikation »Afrokultur. Der Raum zwischen gestern und morgen« wird Dr. Natasha A. Kelly Gemeinsamkeiten und Unterscheide, Kontinuitäten und Diskontinuitäten in den Wissensproduktionen von Du Bois bis Ayim aufzeigen und eine afrodeutsche Perspektive auf »The Souls of Black Folk« aufzeigen.

In »The Souls of Black Folk« (1903) verweist der Schwarze US-amerikanische Aktivist, Philosoph und Soziologe W.E.B. Du Bois auf die Bedeutung von v. a. Musik, die er als spezifische Kommunikationsform der Schwarzen Kultur verhandelt und legt damit die ideologischen Rahmenbedingungen für das Konzept »Afrodeutsch«.

So ist es kein Zufall, dass Schwarze Wissensre_produzent_innen der Gegenwart, wie die Schwarze deutsche Poetin, Aktivistin und Wissenschaftlerin May Ayim in ihrem Gedichtband »blues in schwarz weiss« (1995), nicht nur die überlieferte Ausdrucksform des Blues wählen, um dem gelebten Kolonialrassismus in Deutschland Ausdruck zu verleihen. May Ayim setzt ebenso verschiedene Adinkra Zeichen der Aschanti ein, wie das Sankofa Symbol, womit sie ihr Lesepublikum der Bedeutung entsprechend einlädt, ihr afrikanisches Erbe zu erkennen, in die Gegenwart zu holen und als Quelle für die Deutung der Zukunft zu verstehen.

In einem vermeintlichen Zwischenraum – einem Raum zwischen gestern und morgen – re_produziert May Ayim Wissen, das auf W.E.B. Du Bois‘ soziologischen Vorstellungen von »racial identity« zurückgeführt werden kann. Vorstellungen, die nicht zuletzt durch seinen zweijährigen Studienaufenthalt in Deutschland geformt wurden.

W. E. B. Du Bois, der von 1892 – 1894 an der heutigen Humboldt Universität zu Berlin studierte, erlebte Deutschland als »culture in search of a nation« (Du Bois 1940: 136), was nicht nur Deutschlands soziale Struktur zu Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, sondern gleichsam Du Bois‘ gelebte Marginalizierung als Schwarzer Mann in den Vereinigten Staaten von Amerika reflektiert.


Dr. phil. Natasha A. Kelly ist Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten visuelle Kommunikation, Kolonialismus und Feminismus.

Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Autorin, Dozentin und Kuratorin hat an zahlreichen Institutionen in Deutschland und Österreich gelehrt und referiert. In ihren Publikationen »Afroism« (2008), »Sisters & Souls« (2015), »Afrokultur« (2016) u.a. und in ihren künstlerischen Arbeiten »EDEWA« (2010 - heute), »Giftschrank« (Deutsches Historisches Museum, 2016/2017, Museum Schöneberg 2017) und »African_Diaspora Palast« (»Weltausstellung_Reformation«, Wittenberg 2017) verbindet sie Theorie und Praxis und schafft damit Transferleistungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert u.a. als wissenschaftliche Referentin des Zentralrats der afrikanischen Gemeinden in Deutschland.

Neben ihre beratende Tätigkeit für verschiedene Kunstinstitutionen ist sie die künstlerische Leiterin der Theaterreihe »M(a)y Sisters«, die seit 2016 am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin aufgeführt wird.

 


 

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Black Music Renaissance feat. Yah Supreme

Freitag | 23.02.2018 | 21:00 | Club
Eintritt: 15,- / 10,- (erm.) / 5,- € (mit Berlinpass) | Kinder bis 14 J: frei

Recording artist Yah Supreme purveys digital b-boy funk from his latest opus, Naked City. The Brooklyn native waxes esoteric through rhythm and poetry. Ray McNaught embellishes with lively drumming and syncopation while co-producer Tiger-VS-Cobra manipulates Ableton/MIDI consoles in real time. Each tune is a frisky synergy of vintage and virtual instrumentation tethered to themes of voyeurism/exhibitionism and social connection.


 

Yah Supreme (Yahya Jeffries-El) was born at Harlem Hospital and grew up in the Brownsville section of Brooklyn. After attending Manhattan’s Hunter College High School, he studied performing arts at Washington University in St. Louis as a Harold A. Ramis Scholar.

Yah’s “atmospheric hip-hop” quintet–Brohemian–is a 21st century mash-up of Gil Scott Heron, Marvin Gaye and Guru fused together over funky rhythms. Their simple, yet cinematic songs have attracted an enthusiastic audience to date.

Yah Supreme (lead vocals/production) and Tommaso Cappellato (drums/production) formed the project in Brooklyn back in 2004 and independently released their debut album “Post Modern Garden“ in 2006. Prior to forming Brohemian, Yah Supreme has released 5 12-inch singles on vinyl, an EP and a compilation album on compact disc through the labels Son Doo Recordings (Brooklyn) and Underground Academy (Paris).

He has also appeared on albums as a guest with Featherstar, Tiffany Pfeiffer and the Discarnate Band, Jimmy Lopez, Spier 1200, DJ Cam and Fare Soldi. Yah Supreme’s sophomore album “Naked City“ was released on November 11, 2014. Yah is also currently composing songs with producer Phil Money on the album “The Born Supremacy” and is the co-producer and vocalist for the duo Moonset Juice under the pseudonym “Bruce Gladstones.” His third musical project, Cellophane Grotto contributed music for the score and soundtrack of Big Whiskey Pictures‘ film “Downshift.”

Corey Harris has performed, recorded, and toured with names such as BB King, Taj Mahal, Buddy Guy, R.L.Burnside, Ali Farka Toure, Dave Matthews Band, Tracy Chapman, Olu Dara and many others. With one foot in tradition and the other in contemporary experimentation, Harris is a truly unique voice in contemporary music.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihen BLACK MUSIC RENAISSANCE und WORLDWIDEMUSIC in Kooperation mit dem preisgekrönten Pianisten Kelvin Sholar.


 

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Verbotenes Land: Ein Schwarzer deutscher Roman

Lesung mit Autor John Eichler

Samstag | 24.02.2018 | 17:00 | Foyer
Eintritt: frei
 

Ein zwölfjähriges afrodeutsches Mädchen stürzt von einer Brücke auf Eisenbahngleise und stirbt. Kurz darauf verschwindet ein Neonazi spurlos. Beide Taten können von Kommissar Staroske nicht aufgeklärt werden. Zehn Jahre später trifft die 24-jährige Berlinerin auf den sechs Jahre älteren Issa. Doch vor der Person, in die er sich rasant verliebt, war sie immer davongelaufen. Das tote Mädchen steht in einer besonderen Verbindung mit Issa, dessen Leben kompliziert ist, wie auch auf seiner Freundschaft zu Maurice und Kenny ein Schatten liegt. Als Maurice, ohne es zu bemerken, von einem Schamanen tief nach Afrika gelockt wird, um eine alte Schuld zu begleichen, findet Kommissar Staroske nach all den Jahren Kenny in einer ausweglosen Lage, der, um den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit zu entfliehen, einen Verrat begehen muss. Zu dieser Zeit kommt Mike in Frankfurt an, wo er vor dreißig Jahren für wenige Wochen als Soldat stationiert war. Die Suche nach seinem unbekannten Sohn, die mit dem geheimnisvollen Hinweis eines alten Mannes an einem Strand in der Nähe von Savannah begann, entwickelt sich zu einer albtraumartigen Odyssee, die ihn bis zu Gabi, seiner damaligen Freundin, führt, die mittlerweile in Berlin lebt.

"Verbotenes Land" ist ein Schwarzer deutscher Roman – sprachlich intensiv und emotional packend bis zum letzten Satz, der die Leser*innen mitnimmt in das Leben von Protagonist*innen, deren Geschichten und Perspektiven in der deutschen Literatur neu sind.


John-E. Matip Eichler

Autor John-E. Matip Eichler, Sohn einer deutschen Apothekerin und eines kamerunischen Arztes, wurde 1969 in Leipzig geboren. Neben dem Hauptfach Rechtswissenschaften studierte der Volljurist in Leipzig Philosophie sowie später in Berlin Volkswirtschaft. Mittlerweile lebt er in Berlin und Douala. Seine Texte erscheinen regelmäßig in der Huffington Post. Der Debütroman «Verbotenes Land» entstand über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren (2002-2017).

  

Romanauszug

Issa hatte eine afrikanische Kollegmappe aus Boaleder unter seinem Arm getragen und war direkt auf Maurice zugekommen, als er etwas verloren wirkend in der Eingangshalle der altehrwürdigen Universität herumgestanden hatte. „Neu?“ Ja, Maurice und alles um ihn herum war neu gewesen. „Ich bin Idrissa, aber Issa reicht aus. Willkommen in diesen heiligen Hallen. Du hast dich also entschieden hierherzukommen, wo sich schon W.E.B. Du Bois akademische Meriten verdiente.“ Issa hatte gelacht, als er in Maurice’ verwundertes Gesicht geblickt hatte. „Hast du Zeit? Ich geh gerade einen Kaffee trinken.“ Es stimmte, W.E.B. Du Bois, der große Intellektuelle und Panafrikanist war zwei Jahre an ihrer Universität gewesen. „Das ist wie eine Verpflichtung“, hatte Issa noch gesagt.

 


 

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Capoeira Angola Roda

Sonntag | 25.02.2018 12:30 | Saal
Eintritt: frei

Die Capoeira ist eine Aktivität der Schwarzen Kultur, die heutzutage weltweit zur Integration zwischen Personen aus unterschiedlichen Kulturen beiträgt, vor allem in Bezug auf den Widerstand und die Existenz der afro-brasilianischen und anderer afrikanischer Kulturen.

Mit diesem Verständnis veranstalten das Projeto Iê Ação Cultural und die Capoeira Angola Gruppe Chipáia de Ouro mit Mestre Pim-Pim und der Unterstützung von Contra Mestra Mel und Treinel Toca eine Capoeira Angola Roda sowie Dynamiken zur Reflexion des Themas des Monats "Black History Month", der jedes Jahr im Februar international begangen und in Berlin von der WERKSTATT DER KULTUREN organisiert und realisiert wird. 


 

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BLACK MUSIC RENAISSANCE by Kelvin Sholar

(c) David BeecroftFoto (c) David Beecroft

 

Im Februar 2018 kuratiert Kelvin Sholar die vierteilige Konzertreihe BLACK MUSIC RENAISSANCE in Hinblick auf den 150. Geburtstag von W.E.B. Du Bois, (Schwarzer Bürgerrechtler, Philosoph, Journalist und Pazifist). Dabei folgt er in den Konzerten den Verbindungen zwischen Jazz, und weiteren Musikstilen der Afrikanischen Diaspora, wie Rap, mit Musik aus dem arabischen Raum und Eurasien. Ziel ist es, die gemeinsamen Fäden von Rhythmus, Harmonie und Melodie zu zelebrieren globale Probleme des Kolonialismus, Rassismus und Diskriminierung durch musikalische Verbindungen aufzulösen, ein Konzept, das Du Bois unterstützte.

Kelvin Sholar ist ein Musiker, der keine stilistischen Grenzen kennt. Er hat über zehn Preise für Musik gewonnen und erschien auf über einhundert Aufnahmen in sehr unterschiedlichen Stilen.

Sholar hat in Live-Auftritten von Stevie Wonder, Kevin Saunderson oder Carl Craig, Qtip, Nigel Kennedy und vielen anderen performt; ganz zu schweigen von seiner gefeierten Arbeit mit Jeff Mills, Rob Hood, Earth, Wind and Fire - und vielen anderen.

 
 
 
 
 

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