BHM 2014

 

Black History Month 2014

SACRED DRUMS OF LIBERATION

Musik, Religion und Widerstand in Afrika
und der afrikanischen Diaspora in den Jahren 1884, 1904, 1964 und 1994

Download Programm-Flyer - 31 Veranstaltungen vom 28.01. bis 28.02.2014!

           

Der afrikanische und afrodiasporische Widerstand gegen europäische Versklavung und Kolonialismus, gegen Segregation und Apartheid kennt unzählige Gesichter, Gedenkjahre und -tage, Geschichten, Bewegungen und Namen.

So führten im Schicksalsjahr 1884, Priester der Mbona Religion in Njassaland, dem heutigen Malawi, bereits im Februar 1884, den Massingina Widerstand an – als ahnten sie, dass im fernen Berlin, Reichskanzler Bismarck im November 1884 seine europäischen Kollegen zur sogenannten „Afrika-Konferenz“ einladen würde, um den gesamten afrikanischen Kontinent gewaltsam in europäische Kolonien aufzuteilen.

Bis Nelson Mandela im Jahre 1994 als erster demokratisch gewählter Präsident Südafrikas auch dem letzten mörderischen Bollwerk weißer, rassistischer Überlegenheitsphantasien ein Ende setzen konnte, sollten mehr als 100 unendlich lange Jahre vergehen. Ein unendlich langes Jahrhundert, in dem Kinder, Frauen und Männer afrikanischer und afrodiasporischer Herkunft häufig unter Einsatz ihres Lebens auf dem afrikanischen Kontinent, in den Amerikas und der Karibik für ihre Freiheit und ihre Gleichberechtigung kämpften.

Religion, spirituelle Musik und religiöse Tänze hatten in diesem Kampf eine überragende Bedeutung.

So ist das Civil Rights Movement ohne seine charismatischen, religiösen Führer Dr. Martin Luther King und Malcolm X ebenso wenig denkbar wie ohne seine zutiefst religiösen Protestsongs, die 1964 zur Unterzeichnung des Civil Right Acts führten. Schwarze Bürger_innen sollten fortan das Recht haben, die gleichen öffentlichen Räume, Busse, Restaurants und Toiletten zu besuchen wie ihre weißen Mitbürger.

Und bis heute tragen die Mitglieder der Nazareth Baptist Church, eine der größten African Independent Churches Südafrikas, bei ihren sakralen Tänzen, den Shembe, die Kleidung der ehemals Kolonisierenden – Schottenrock und Tropenhelm – als Ausdruck ästhetischen Widerstands und zur Konstruktion neuer Identitäten durch die Aneignung des kolonialen Anderen.

Zum BLACK HISTORY MONTH 2014 vom 28. Januar bis 28. Februar finden in der WERKSTATT DER KULTUREN eine Ausstellung, Panels, Konzerte, eine Lesung, religiöse Tanzdarbietungen und Filmvorführungen statt, die das diesjährige Schwerpunktthema ‚Religion, Musik und Widerstand’ entlang der bedeutsamen Jahre 1884, 1904, 1964 und 1994 bearbeiten; den hundertjahrelangen Weg zur Freiheit.

           

 

Programm*

  • 28.01. 19h LESUNG, Film, Gespräch mit Theodor Wonja Michael | Info
  • 01.02. 18h AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG "MANUFACTURING RACE. Contemporary Memories of a Building’s Colonial Past" | Info
  • 01.02. 18.30h: VORTRAG Religion as Counterculture | Prof. Cheikh Anta Babou | Part 1 | Info
  • 01.02. 20h KONZERT 1884 - THE PAN-AFRICAN ALL STARS BIG BAND | Info
  • 01.02. 22h KONZERT A Love Supreme - Tribute to John Coltrane | Part 1 | Info
  • 06.02. 19h FILM Schatten über dem Kongo | Info
  • 06.02. 21h PANEL 1884 | Dr. Hakim Adi | Info
  • 07.02. 22h KONZERT WorldWideMusic: Atum Shekhem & The Shabaka Rootz Band | Info
  • 08.02. 18h VORTRAG Religion as Counterculture | Prof. Cheikh Anta Babou | Part 2 | Info
  • 08.02. 22h KONZERT A Love Supreme - Tribute to John Coltrane | Part 2 | Info
  • 13.02. 19h FILM Deutsch-Südwas? | Info
  • 13.02. 21h PANEL 1904 | Info
  • 14.02. 21h KONZERT WorldWideMusic: Rachelle Ebony Jeanty - RJ's AfroJazz Experience | Info
  • 15.02. 18h VORTRAG Religion as Counterculture | Prof. Cheikh Anta Babou | Part 3 | Info
  • 15.02. 22h KONZERT A Love Supreme - Tribute to John Coltrane | Part 3 | Info
  • 16.02. 20h KONZERT Songs of the Civil Rights Movement | EBONY BIG BAND | Info
  • 21.02. 19h FILM ID- without colors | Info
  • 21.02. 21h KONZERT WorldWideMusic: Solo Sow & Band CD-Release | Info
  • 22.02. 12h FAMILIEN-EVENT: Black Bazar (Joliba e.V.) | Info
  • 22.02. 18h VORTRAG | Religion as Counterculture | Prof. Cheikh Anta Babou | Part 4 | Info
  • 22.02. 20h SPOKEN WORD PERFORMANCE Maroula Blades | Info
  • 22.02. 22h KONZERT A Love Supreme - Tribute to John Coltrane | Part 4 | Info
  • 23.02. 14h FAMILIEN EVENT Afrodiasporische Zusatzschule
  • 23.02. 16h TANZ SACRED DRUMSTigari Ensemble Odametey - Gesang, Perkussion und Tanz des Tigari) | Tanz der Orixás - Gesang, Tanz und Musik der Candomblé) | Info
  • 27.02. 19h Tribute to Nelson Mandela mit Mwenda Mayer
  • 27.02. 19.30h FILM Amandla!
  • 28.02. 19.30h Äthiopische Kaffee-Zeremonie, anschließend TANZ Dan-kira Diversion ETHIOPIAN MUSIC DANCE GROUP (London/Ethiopia) | Info
  • 28.02. 22h KONZERT WorldWideMusic Konzert: Aly Keïta | Info

Die Ausstellung "MANUFACTURING RACE. Contemporary Memories of a Building´s Colonial Past"
ist vom 1.-28.2.2014 in der WERKSTATT DER KULTUREN zu sehen.

* Programmänderungen vorbehalten
 

Theodor Wonja Michael

Lesung aus seiner Autobiographie "Deutsch sein und Schwarz dazu"

Dienstag | 28.01.2014 | 19.00 | Saal
Eintritt: frei

  

Theodor Wonja Michael wurde 1925 in Berlin als Sohn einer Deutschen und eines Kameruners geboren wurde. Als sein Vater nach Deutschland kam, war Kamerun noch deutsche Kolonie. Afrikaner wurden in Deutschland ganz freundlich aufgenommen. Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Kolonien verloren und das Klima wurde deutlich unfreundlicher. Um zu überleben, waren viele Afrikaner und ihre Familienangehörigen gezwungen, ihren Lebensunterhalt als Pagen und in der Unterhaltungsbranche zu verdienen. Dort mussten sie die europäische Vorstellung des "Afrikaners" verkörpern. Auch Theodor Wonja Michael war in diesen Kontexten beschäftigt - bereits im Vorschulalter. "Ich liebte die Zirkusatmosphäre, mit ihren Künsten, mit den Artisten und Tieren. Nur die Rolle, die ich darin zu spielen hatte, habe ich aus vollem Herzen gehasst", schreibt er in seiner gerade erschienenen Autobiographie "Deutsch sein und Schwarz dazu". Ein wichtiges Dokument deutscher Geschichte ist dabei entstanden, aus dem der Autor in der WERKSTATT DER KULTUREN liest.

  

Historical Note # Kamerun, das Geburtsland von Theodor Wonja Michaels Vater, wurde im Februar 1884 von Deutschland besetzt und nach Widerstandskämpfen im Juli schließlich deutsche Kolonie. Rudolf Manga Bell wird heute als einer der wichtigsten Widerstandskämpfer gegen das koloniale Unrechtsregime gerehrt. 1905 verfasste Bell gemeinsam mit 27 anderen kamerunischen Königen einen offenen Brief an den deutschen Reichstag, in dem er sich gegen Enteignungen, Zwangsarbeit ohne Lohn, willkürliche Verhaftungen und übermäßige Strafen sowie entwürdigende Behandlung von kamerunischen Königen durch den Kolonialgouverneur beschwerte. Erst 1960 erhielt Kamerun - nach weiteren Widerstandsbewegungen - die Unbhängigkeit.

   

   

1884 - The Pan-African All Stars Big Band

Ticket reservieren

Samstag | 01.02.2014 | 20:00 | Saal
Eintritt: 20 € / 15 € / 10 € (mit Berlinpass)

Music-History-Projekt "1884" featuring Félix Sabal Lecco & Dizzy Mandjeku

Afro-Beat, Highlife, R&B, M`Balax, Souk, Jazz, Hiphop, Salsa
 


Als Highlight des Black History Month 2014 spielen Musiker_innen des Music-History-Projekts "1884" und zitieren den Sound international bekannter afrikanischer und afro-diasporischer Musiker_innen der 70er und 80er Jahre, wie Fela Anikolapo Kuti und Bob Marley, die sich mit Fragen von (Post)Kolonialismus, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung auseinander setzen, sowie den Sound der südafrikanischen Anti-Apartheid Bewegung. Musikalisch bedient sich "1884" bei Afro-Beat, Highlife, R&B, M`Balax, Rumba, Souk, Jazz, Hiphop, Salsa, ...

Konzert-Mitschnitt (Song "Hereos")
Interview (Video) mit Produzent Jonas Bibi Hammond und Philippa Ebéné, Künstlerische Gesamtleitung

An diesem Abend featured das Bandkollektiv Félix Sabal Lecco (Kamerun) & Dizzy Mandjeku (Kongo)

 

Dizzy Mandjeku

The legendary Congolese guitarist, front man and band-leader, Dizzy Mandjeku, who has for many years led different combinations of former OK Jazz musicians in his Bruxelles based group - continuing the tradition of the larger-than-life Band of Congolese Rumba: The OK Jazz Band, founded in 1956 by the international known François Luambo Makiadi aka Franco, major figure in twentieth century Congolese music, and African music in general.

Dizzy Mandjeku´s goal is "spreading the spirit of François Luambo Makiadi´s music around the world"!

Dizzy Mandjeku's Odemba OK All Star (Video)
 

Félix Sabal-Lecco

Sabal Lecco has played with well-known musicians such as Shawn Lane, Jonas Hellborg and Alan Stivell at the Festival Interceltique de Lorient, Manu Dibango and then Jeff Beck.

He features as a drummer on The Rhythm of the Saints, the eighth studio album by Paul Simon.

The multi-talent, calling himself the "Papa Groove", worked as artist, musician, producer, teacher, drummer and singer with Sting, Peter Gabriel, Prince, Paul Simon, Janet Jackson, Snoop Dogg, Lenny Kravitz, Sade, Jeff Beck, Herbie Hancock, Manu Dibango, Salif Keita, Youssou N'Dour, Alan Stievell, Carol King, Joao Bosco, The Brecker Brothers ... and many more.

Video

Besetzung "1884 - The Pan-African All Stars Big Band":

Special Guests:

  • Cremildo de Caifaz - African Jazz Guitar
  • Vido Jelashie Mbutuma - Vocals
  • Mariamu Morris - Vocals
  • David Pedro - Vocals

Pssst ... Tickets zum *nice price* von 10,- € für das Samstagskonzert der *1884 - The PAN-AFRICAN ALL STARS BIG BAND*. Greift zu! Anette macht Euch hier happy - am Samstag von 17h bis 18h mit einem begrenztem Kontingent an Kar

  

Historical Note # Im Song "Hereos" der CD "1884" wird Nana Yaa Asantewaa (1840 - 1921) geehrt. Sie führte 1900 einen der großen antikolonialen Widerstandskämpfe der Aschanti gegen die britische Herrschaft im heutigen Ghana an. Sie hielt eine historische Rede von den Männern der  Aschanti, in der sie ihnen Resignation und Angst vor Abwehr vorhielt. Wenn die Männer nicht in den Krieg gegen Kolonialisierende ziehen, würden das die Frauen tun, so ihre Ankündigung, die bis heute als Initialzündung für den Beginn des Aufstandes gilt. Ghana erlangte 1957 die Unabhängigkeit, in den 1980´er Jahren zierte ein Bild von Nana Yaa Asantewaa einen Geldschein des Landes.

 

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RELIGION AS COUNTERCULTURE

African Prophets, Spirit Mediums and Muslim Saints under colonial rule

Vortragsreihe
01./08./15./28. Februar 2014 | Seminarraum 1 | jeweils 18.00h (Ausnahme: am 01. Februar 18.30h)
Eintritt: frei

Im Rahmen des BLACK HISTORY MONTH 2014 hält Prof. Cheikh Anta Babou jeden Samstag im Februar einen Vortrag mit jeweils anderem Schwerpunkt.

Dr. Cheikh Anta Babou is a Professor of History at the University of Pennsylvania in Philadelphia where he offers courses on African History and the History of Islam in Africa. His research focuses on mystical Islam in West Africa and Senegal, the new African diaspora and political Islam.

The lecture series (4 sessions in February every Saturday) explores the experience of Africans from the era of the “scramble for Africa” in the 1880s to the onset of European colonial rule through the lens of religious practices and movements. The four lecture seminar is designed to offer an understanding of the different ways in which, the African Traditional Religions and the world religions of Christianity and Islam provided a cultural foundation for resisting colonial assimilation policies. We will look at the Yoruba religion, Dona Beatriz Kimpa Vita’s experiment with Christianity in the Kongo, the Maji Maji revolt in German Tanganyika, and finally, Amadu Bamba’s cultural resistance to the French civilizing mission in Senegal.

  

Session I # 1.02.2014 | 18.30h
Introduction to African Traditional Religions

This lecture offers a broad introduction to the indigenous African system of beliefs and practices. We will use the example of Yoruba religion to look at African cosmology as well as the role and meanings of religion in the life of people and in society before the encounter with Europe. The focus will be on the idea of the divine, the world of spirits, rituals (music, sacred dance), and worship, religious ethics, death and the world beyond.

  

Session II # 8.02.2014 | 18.00h
Dona Beatriz Kimpa Vita and Christianity in the kingdom of Kongo

In this lecture we will explore Kongos’ experiment with Christianity from the 16th century. The emphasis will be on the Kongolese civil war of the early 18th century and the involvement of the Church hierarchy. We will discuss Dona Beatriz’s struggle to offer a synthesis between Christianity and African traditional beliefs in order to heal society, her failure and execution by European missionaries.
 

  

Session III # 15.02.2014 | 18.00h
The Maji Maji uprising in German Tanganiyka

This session will look at the role of the African prophet Kinji Kitile in the revolt against German role in Tanzania in 1905. We will discuss the different ways in which traditional beliefs functioned as unifying ideology bridging ethnic, linguistic and regional differences to help Africans confront colonial oppression.
 

  

Session IV # 22.02.2014 | 18.00h
Making Room for the Muridiyya in Colonial Senegal

In this lecture we will investigate the spatial strategy deployed by Amadu Bamba, the founder of the Muridiyya Muslim order, to make room for Islam in French ruled Senegal. I am particularly interested in the use of Islamic ideas of place making to sanctify the colonial space in an effort to create and preserve daar al-Islam (house of Islam) while avoiding colonial hostility.
 

 
Foto © Daniela Incoronato   

Professor Babou has published extensively on the Muridiyya Muslim order of Senegal and the Senegalese diaspora. His book, Fighting the Greater Jihad: Amadu Bamba and the Founding of the Muridiyya of Senegal, 1853-1913 was published by Ohio University Press in 2007. A French translation was released by Karthala in 2011. Dr. Babou’s articles appeared in African Affairs, The annals, Journal of African History, International Journal of African Historical Studies, Journal of Religion in Africa, Africa Today and other scholarly journals in the United States and in Europe. He has presented papers in international scholarly meetings in the United States, Europe and on the continent of Africa.

 
His current research project examines the experience of West African Muslim immigrants in Europe and North America. Professor Babou is spending this academic year in Berlin as Fellow at the Wissenschaftskolleg (Institute for Advanced Study of Berlin).

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Manufacturing Race

Contemporary Memories of a Building’s Colonial Past

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Samstag | 1.02.2014 | 18.00h
Eintritt: frei

Die Ausstellung ist vom 1.-28.2.2014 in der WERKSTATT DER KULTUREN zu sehen.
 

  

Studierende der Politikwissenschaft der Freien Universität beleuchten die Verstrickung des ehemaligen „Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik“ (KWI-A) - heute das Berliner Otto-Suhr-Instituts - in Verbrechen der Kolonialzeit in der deutschen Gesellschaft. Entstanden ist die Ausstellung im Seminar „Postcolonialism in International Relations“, unter der Leitung von Dr. Bilgin Ayata, Politikwissenschaftlerin, Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Forschung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie an aus deutschen Kolonien geraubten Gebeinen Einheimischer über die Verbrechen des Deutschen Kaiserreichs an den Völkern der Herero und Nama bis hin zu der rassistisch geprägten anthropologischen Forschung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Owen Brown, Mitorganisator: „Dass bis heute noch unzählige Gebeine nicht in ihre Heimat zurückgeführt worden sind, zeigt, dass die Vergangenheit nie ganz abgeschlossen ist, sondern die Gegenwart beeinflusst. Wir wollen mit unserer Ausstellung ‚Manufacturing Race‘ einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten.“ 

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A Love Supreme

A tribute to Saint John Coltrane

samstags | 01./08./15./22. Februar 2014 | 22.00 h
Eintritt: 5,- € bis 21:30 h, danach 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass)
Kurator/-in: Eric Vaughn


Im Rahmen des Black History Month veranstaltet die Werkstatt der Kulturen im Februar vier "A Love Supreme"-Konzerte, jeweils 22.00 h, samstags im Club.

Berliner Jazz-Größen wie Fuasi Abdul-Khaliq verneigen sich vor dem großen US-amerikanischen Star-Saxophonisten und Bürgerrechtsaktivisten John Coltrane mit einer Interpretation seines bahnbrechenden, spirituellen Albums „A Love Supreme“ aus dem Jahre 1964. Ein Album, das die Verabschiedung des Civil Right Acts, dem Gesetz zur Gleichstellung von Afroamerikanern, das im gleichen Jahr in Kraft trat, kommentiert.

In der Zeit des Modern Jazz entwickelte John Coltrane seinen eigenen Stil von Hard Bop bis Modaler Jazz, später zum Free Jazz. Musikalisch verband er Jazz unter anderem mit afrikanischen Einflüssen.

Die Suite "A Love Supreme" ist eine seiner wichtigsten Platten. In ihr wird die spirituelle Ausrichtung Coltranes deutlich. Den psalmenartigen Text schrieb und sang er selbst. Er bezog sich dabei u.a. auf "The Greatest Thing In The World" - ein Buch des evangelikalen Autors Henry Drummond, aus dem 19. Jahrhundert.

"A Love Supreme" concert is a four-part suite broken up into sections representing and inspired by John Coltrane's "Love Supreme" masterpiece recording. It includes these 4 principles we will expound on in our performance:
1. Acknowledgment
2. Resolution
3. Pursuance
4. Psalm

feat.

  • Fuasi Abdul Khaliq - sax
  • Gabriel Coburger - sax
  • Ben Kraef - sax
  • Peter Ehwald - sax
  • Andreas Lang - bass
  • Igor Spallappi - bass
  • Josh Ginsburg - bass
  • Kelvin Sholar - piano
  • Uri Gincel - piano
  • Eric Vaughn - drums

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Schatten über dem Kongo

Schreckensgeister der Kolonialherrschaft

Dokumentation | 2012 | dt./engl. | 93 min. | Trailer (engl.)
Ein Film von Pippa Scott, Alfre Woodard, Ciaran Reilly, Frank McCourt

Donnerstag | 06.02.2014 | 19:00 | Saal
Eintritt: frei


Im Jahr 1885 wurde auf der Berliner "Afrika-Konferenz" der belgische König Leopold II. als Kolonialherrscher über den Kongo eingesetzt und es begann eine Geschichte von Ausbeutung und Verfolgung mit millionenfachem Mord an der Bevölkerung, deren Auswirkungen bis heute reichen. Seine brutale Tyrannenherrschaft raubte dem Land alle kostbaren Naturschätze und kostete etwa 10 Millionen Menschen das Leben.

  

Der Dokumentarfilm "Schatten über dem Kongo" nähert sich einer Figur, dessen Grössenwahnsinn ein monströses Ausmaß annahm und an dem sich die nachfolgenden Herrscher orientierten. Der Film stellt aber auch einige außergewöhnliche Menschen vor, die sich den Unterdrückern entgegenstellten und eine der grossen Menschenrechtsbewegung des 20. Jahrhunderts schufen.

Der Film entstand nach dem gleichnamigen Buch von Adam Hochschild. Die Regisseurin Pippa Scott hat daraus eine bewegende Dokumentation gemacht, die exemplarisch die Mechanismen und Folgen des europäischen Kolonialismus aufzeigt.
 

Wir weisen unsere Gäste darauf hin, dass der Film sehr gewaltvolle Bilder und Texte enthält und empfehlen, den Film erst ab einem Alter von 18 Jahren zu sehen.

Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit Dr. Hakim Adi - Professor für Geschichte Afrikas und afrikanische Diaspora statt.

  

Historical Note # Am 30. Juni 1960 erlangte der Kongo seine Unabhängigkeit von Belgien. Maßgeblich daran beteiligt war Patrice Lumumba, der 1958 begann, die das Mouvement National Congolais (MNC) zu organisieren. Diese partei setzte sich für die Unabhängigkeit Kongos ein; Lumumba war im Dezember des gleichen Jahres ihr Repräsentant auf der All-African Peoples' Conference in Accra. 1960 wurde Lumumba erster Ministerpräsident des befreiten Landes und hielt am Tag des Festaktes zur Unabhängigkeitsfeier eine historische Rede, in der er die Verbrechen Belgiens öffentlich benannte und scharf verurteilte.

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1884

Panel mit Dr. Hakim Adi

06.02.2014 | 21.00h | Saal
Eintritt: frei

Das Panel schließt an den Film "Schatten über dem Kongo. Schreckensgeister der Kolonialherrschaft" an und kontextualisiert aktuelle Ereignisse vor dem Hintergrund des historischen Rückblicks der Dokumentation.

  

Dr. Hakim Adi is professor for History of Africa and the African Diaspora at University of Chichester, England. He is a founder member of the Black and Asian Studies Association, which he chaired for several years and published - among other book - Pan-African History: Political Figures from Africa and the Diaspora since 1787 (Routledge, 2003)

 

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Atum Shekhem & The Shabaka Rootz Band

Roots-Reggae und Nyabinghi der Rastafari-Bewegung auf Jamaika

Freitag | 07.02.2014 | Einlass: 21:00 h | Club
Eintritt: 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass)
 

Atum Shekhem and The Shabaka Rootz band is a Berlin based reggae band, lead by the frontman Atum Shekhem, who is widely known in the reggae scene back in Namibia.

The band formed in Germany, where it spreads the universal message of love, respect and equality. Believing in music as the most powerful means of communication, Atum Shekhem & the Shabaka Rootz band's concerts become a moment of entertainment as well as upliftment and positive vibes for every single unique person.

Atum Shekhem: "KAMBEMBE is the music; is the one of the ancient traditional music played in the kavango region Namibia. The music was mostly played on festives and other ritual events example the crowning of a new king and ect. The music is dirvese it does hold one rhythm but different. The music is played with drums, marimba, shakers, flutes including dancing and clapping to extend of spiritual initiations. Kambembe and other music were mostly primarily expression of traditoinal and religion faith, the music and dances teaches the society pattern and values and the people to work together, some imes the music was used to critise members of the communities while on fest, funerals ect, and sometimes reciting history, proverbs and poetry mostly to
encounter the Creator. Kambembe is the music of my ancestors Atum Shekhem cannot escape and run away
from Kambembe music and its inspiration, This time Shabaka is ready to take you by suprise with the new modern Kambembe Kings music. Check it out Berlin. Maximum love and respect to the audiences out there.
Bless."

   Historical Note # Namibia war bis 1915 die deutsche Kolonie "Deutsch-Südwestafrika". Samuel Mahahero, 1856 als Sohn des Herero-Königs Mahahero geboren, übernahm nach dessen Tod im Jahr 1890 die Regentschaft und führte sein Volk in den als Hererokrieg (1904-1907) bezeichneten Befreiungskampf gegen die deutsch "Schutztruppe". Heute wird Mahahero in Namibia als Nationalheld verehrt. Sein Begräbnisplatz ist Ausgangspunkt des alljährlich im August stattfindenden Hererotages - neben dem Unabhängingkeitstag (21. März 1990) der wichtigste Feiertag im Land.
 

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Deutsch-Südwas?

Erinnerungen an einen deutschen Völkermord

Dokumentation | 2012 | 37 min.

Donnerstag | 13.02.2014 19:00 | Saal
Eintritt: frei

  

Die Aufarbeitung der kolonialen Verbrechen findet in Deutschland kaum statt. Der Film “Deutsch-Südwas? Erinnerung an einen deutschen Völkermord” widmet sich dieser Leerstelle. Er versucht, die Konturen deutscher Herrschaft in der ehemaligen Kolonie "Deutsch-Südwestafrika" nachzuzeichnen und gibt Einblicke in heutige Kämpfe Schwarzer Menschen um Gehör, um Anerkennung und um einen dekolonialen Perspektivwechsel innerhalb der weißen, deutschen Mehrheitsgesellschaft. Er beeinhaltet Interviews u.a. mit Joshua Kwesi Aikins, Moctar Camara, Yoas Endrias und Israel Kaunatjike.

 

Im Anschluss an den Film findet ein Panel zum Thema statt.

Konzept & Umsetzung des Film: Hannah Büchner, Hilke Rusch, Klara Feldes, Torsten Hupe, Nikolai Alber, Sophie Laage (Der Film entstand im Wintersemester 2011/2012 im Rahmen des Seminars "Postkoloniale Perspektiven in Theorie und Praxis" von Laura Stielike am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin.)

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Panel "1904"

Gäste: Yonas Endrias, Israel Kaunatjike, u.a. | Moderation: Dr. Bilgin Ayata

Nach dem 2. Teil des BlackHistoryCinema mit dem Film "Deutsch-Südwas?" greift das Panel die Folgen des deutschen Völkermords auf uns diskutiert Kontinuitäten anhand aktueller Ereignisse.


 

Israel Kaunatjike, 1947 geboren in Namibia, arbeitet als Referent in der politischen Bildung zu dem Schwerpunkt deutsche Kolonialgeschichte in Deutsch-Südwestafrika über die Zeit der Apartheid bis ins heutige Namibia. Als Mitglied der South West African National Union (Swanu), der ersten politischen Partei des damaligen Deutsch-Südwestafrika, setzte er sich aktiv gegen die Apartheid ein. Er lebt seit mehr als 30 Jahren in Berlin und setzt sich als Herero-Nachfahre und -Aktivist dafür ein, dass die deutsche Verantwortung für ihre Kolonial-Verbrechen im heutigen Namibia übernimmt.


Yonas Endrias
ist Politikwissenschaftler und Dozent. Er ist aktiv im Bereich Menschenrechte und zum Thema Rassismus international tätig; Experte in den Bereichen Migration, Diskriminierung, Rassismus sowie Kolonialismus.

Gegenwärtig ist er u.a. Mitglied des Landesbeirats für Integrations- und Migrationsfragen, des Landesschulbeirats sowie der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus.

Aktuell ist er vor allem tätig als Koordinator des Projekts "Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel".

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Rachelle Ebony Jeanty

Freitag | 14.02.2014 | Einlass: 21:00 h | Club
Eintritt: 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass)

  

Originally from Haiti, born in New York, raised in Montreal, and now living in Berlin, Rachelle Jeanty has been singing professionally for the past 18 years. She has toured the world for two years as backvocalist for Celine Dion and has given performances as a solo artist at ''Les Francofolies de Montreal'' and at the United Nations in New York. Today, back to her first love, Jazz, Rachelle's new exciting project ''RJ's AfroJazz Experience'' is quickly enticing her fans and the experts.

Rachelle Jeanty decribes JAZZ as the Love of her Life: "When I sing Jazz, a whole new door opens to my soul. No other songs touch my Heart like jazz standards do, so full of beauty and love, dignity and grace, wisdom and romance. Singing Jazz gives my Heart, my voice and my Spirit, the freedom, the joy and spontaneity they long for. AfroJazz is a direction I have been wanting to take for a long time. Deep in my gut lives Haiti, Africa, and the rythms they have fed my Soul with. Its no wonder I would one day feel the urge to integrate them into my music. It seems like the unavoidable step to take at this point of my journey, as I am growing closer and closer to my core, as a musician, as an artist, as a human being.''

Samples:

RJ's AfroJazz Quartet | The man I love | Jamais fait l´amour

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Songs of the Civil Rights Movement

Ebony Big Band

Sonntag | 16.02.2014 | 20.00h | Saal
Eintritt: 20 € / 15 € / 10 € (mit Berlinpass)
*nice price*: Tickets für 10,- € am Tag des Konzertes von 17h - 18h

Karten reservieren

The Ebony Big Band will perform sacred and "social resistance" musical excerpts from Duke Ellington’s “Concert of Sacred Music”, Max Roach’s “Freedom Suite”, as well as featuring artist from the civil rights era such as Mahalia Jackson, Nina Simone, Abbey Lincoln, Oscar Brown Jr. and John Coltrane. These artists represented a true reflection of African American's musical and political contributions toward the continued struggle for political and religious freedom in the United States during the time of the civil rights movement during the 1960s and 70s.
 

All of these great African American composers, musicians and visionaries showed, through their works of art, how to communicate this need for freedom and self-determination to the listeners of the world through their music. In addition to our special guest, singer Yamil Borges, who will also host the evening, and the fabulous Berlin sensation, singer/actress Queen Yahna, performing songs from church during this era, we will be using a slide presentation to help tell our story visually as well.

  
  • Fuasi Abdul-Khaliq - director/ten sax
  • Kelvin Sholar - piano
  • Daryl Taylor - bass
  • David Haynes - drums
  • Florian Menzel - trumpet
  • Willie Pollack - alto sax
  • Regis Molina Reynaldo - alto sax
  • Herbie Hart - ten sax
  • Rob Gutowski - trombone
  • Jason Liebert - trombone
  • Yamil Borges - moderator/vocals
  • Queen Yahna - special guest vocals
     

  

Historical Note # We Shall Overcome ist die politische Forderung für die Gleichstellung Schwarzer Menschen in den USA und einer der Schlüsseltitel der anti-rassistischen Bürgerrechtsbewegung in den 1950´er und 60 ´er Jahren. Am 28. August 1963 sangen 300.000 Menschen diesen Song, nachdem Dr. Martin Luther King in Washington, D.C., vor dem Lincoln Memorial seine legendäre Rede "I Have a Dream" gehalten hatte. Der Meilenstein der Musikgeschichte We Shall Overcome geht zurück auf den Pfarrer und Afro-Amerikaner Charles Albert Tindley, der 1903 den Text des Titels schrieb.

   

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ID - Without Colors

Freitag | 21.02.2014 | 19:00 h | Club
Eintritt: frei

Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg MRBB und die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt präsentieren den ersten Dokumentarfilm über Racist Profiling und rassistische Polizeigewalt in Deutschland.

Hintergrund des Films

On March 27, 2012, the administrative court of Koblenz, in Western Germany, dismissed a complaint by a black German man who was asked to show his papers while travelling by train. The judges ruled that skin color was reasonable grounds on which to carry out ID checks, also in absence of any other reasons. While German police and government have been always denying the use of racist criteria for ID- check, Koblenz’s sentence confirmed for the first time the existence and practice of racial profiling in Germany.
“ID–WITHOUTCOLORS” is a documentary film with the goal of pointing out the situation about racial profiling in Germany, especially in Berlin.
The German capital city has been depicted by international media as the new venue for fashion and artistic life. Many people from all around the world are coming to Berlin in order to enjoy the artistic and cultural atmosphere of the city. “Berlin is “multikulti” has been the sentence used for a long time to describe the attitude of the city. Also according with Berlin’s administration, there is no evidence of racial profiling in Berlin. The truth is more complex.
Since 2002 such organizations as ReachOut / Ariba eV and KOP - Campaign for victims of racist police violence - have been recording and documenting more than 150 cases of racist police brutality in Berlin.
“ID—Without Colors” gives voice to all the people who may be subjected to the ID checks due to the color of their skin or their cultural heritage, but not only. Activists, NGOs, representatives within the German police, lawyers, politicians, victims and well known authors have all been interviewed for the documentary film.Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg MRBB und die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt präsentieren den ersten Dokumentarfilm über Racist Profiling und rassistische Polizeigewalt in Deutschland.

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Solo SoW & Band

Freitag | 21.02.2014 | Einlass: 21:00 h | Saal
Eintritt: 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass)

  

Solo Sow, Sänger und Multi-Instrumentalist aus Guinea, ist u.a. Mitglied des Music-History-Projektes „1884“. Zum Black History Month 2014 spielt er Stücke aus seinem ersten Solo-Album Pret pour le decollage (Bereit zum Ablug): Afro-Pop in verschiedenen Sprachen, der von Migration, Identität und Verortung erzählt. Musikalisch ist das Album eine groovige Melange aus dem Sound der vielfältigen Stationen des Lebens, die Solo Sow künstlerisch beeinflusst haben.

Samples:

  

Historical Note # Einer der bekanntesten antikolonialen Widerstandskämpfer Guineas, dem Geburtsland Solo Sows, ist Samori Turé (1830 - 1900). Der Regent des Malinké Reiches verteidigte West-Afrika erfolgreich von 1882 bis 1898 gegen die französische Kolonialmacht. Ihm unterstand eine Armee von rund 40.000 Männern, die den Franzosen mehrere Niederlagen einbrachte. Das Malinké Reich war so groß wie die heutigen Nationen Frankreich, Guinea, Mali und Côte d'Ivoire zusammen. Es reichte von Sikasso (in Mali) an die Grenze des Futa Djallon Reiches (im heutigen Guinea) im Westen, zog sich bis Bamako im Norden (in Mali) und grenzte im Süden (ans heutige) Sierra Leone und Liberia. Der Ur-Enkel Tourés, Ahmed Sékou Touré, wurde 1958 erster Präsident des unabhängigen Guinea. 

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Black Bazar

Gathering for Joliba e.V.

Schwarzes Kunst- und Künstler_innenfest | Familien-Event

Samstag | 22.02.2014 | 12:00 h | Club
Eintritt: 8,- € / 6,- €

  

Programm (Flyer)

  • Ausstellung
  • Performance
  • Konzert
  • Comedie und Afro Pop von FOULAA SYSTEM
  • BRANWEN OKPAKOS Dokumentation THE EDUCATION OF AUMO OBAMA
  • TAYOs große Stimme celebriert Soul&Funk
  • Soulfood
  • Café-Bar
  • Rickys Bücherstand
  • Kinderprogramm
     
Kommen Sie und treten Sie ein! Zum 10ten Mal öffnen sich die Pforten des Black Bazar Berlin - Schwarzes Kunst- und Künstlerfest. Zum Jubiläum und Grand Finale brennen wir auf dem Black Bazar 2014 ein Feuerwerk an Talent in brillanter Qualität ab. Wir laden Sie ein, mit uns die positiven Entwicklungen und Erfolge der interkulturellen Community in Berlin und Deutschland zu feiern unter dem diesjährigen Motto zu feieren: Yes, we are here - Black, bold and strong.

Der Black Basar bricht die Zelte ab und schließt in dieser Nacht letztmalig die Pforten. Doch das Joliba Team wird weiterhin mit Kultur- und Bildungskonzepten in Berlin präsent sein. Zum Beispiel mit Ausstellungen, Lesungen und Filmvorführungen in der Galerie JolibaZWO in der Manteuffelstr. 97 in Kreuzberg.

Der Black Bazar war mit dem Ziel angetreten, Schwarzen Künstlern und Künstlerinnen eine Plattform zu verschaffen, auf der sie Proben ihrer Kunst zeigen konnten. Die Idee kam von Elisabeth Argilagos und wurde 2005 erstmalig von Elisabeth Argilagos und Katharina Oguntoye umgesetzt.

Das Ziel des Black Basar Konzept ist mehr als erreicht. In Berlin gibt es viele Orte und Formate, in denen Schwarze Kulturen, Künstler_innen und Kunst gezeigt werden. Sie können das ganze Jahr über Events und Veranstaltungsreihen besuchen, so in der Werkstatt der Kulturen, in der Galerie Listros, von AfrikAvenir, der Theatergruppe Label Noir, im Afrikahaus in Moabit und im Afrika Medien Zentrum im Wedding, in der Galerie Savvig und im Ballhaus Naunystraße.

Kurz, unsere kühnsten Träume haben sich erfüllt und so verabschiedet sich das Team Joliba von dem Format Black Bazar noch einmal mit Kinderprogramm, Ausstellung, Film und Performance und einem Konzert.

Mit dabei sind Comedie und Afro Pop von FOULAA SYSTEM, BRANWEN OKPAKOS Dokumentation THE EDUCATION OF AUMO OBAMA und TAYOs große Stimme celebriert Soul&Funk.

Mit Soulfood, Café-Bar und Rickys Bücherstand feiern auf dem Black Basar 2014 einander und mit einander, was erreicht wurde.

Ja, wir sind hier - Schwarz, mutig und stark!

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Maroula Blades

Spoken Word Performance

Samstag | 22.02.2014 | 20h | Saal
Eintritt: 5,- € bis 19:30 h, danach 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass) 

Special performance for the Black History Month 2014 with poems on the "Black Struggle" in the 1960s.

  

Maroula Blades performs work pieces related to slavery, Rosa Parks, the Jim Crow Laws and music (i.g. Lemon Henry Jefferson), partly written in the Bop Form, called "Where Shall I Be".

The Bop form was inspired by Langston Hughes' blues poems. Afaa Weaver established the original form of the Bop as a poetic argument consisting of three stanzas. As Afaa Weaver started in revealing the form to his workshop students that the refrain was to be a line from a song, hence the direct reference to the traditions of African-American musical expression.

Maroula Blades ist Gewinnerin des Erbacce-Prize 2012, an dem mehr als 4000 Poet_innen teilnahmen. 2013 erschien ihre Deput-EP "Word Pulse" in England. In der einzigartigen Verschmelzung von Poesie, Kunst & Musik erlebt das Publikum eine Spoken Word Performance mit deutscher Übersetzung, die ein unvergessliches Erlebnis bleibt.


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SAcred drums

  • Tigari Ensemble Odametey | Gesang, Perkussion und Tanz des Tigari
  • Tanz der Orixás | Gesang, Tanz und Musik der Candomblé

Sonntag | 23.02.2014 | 16:00 h | Saal
Eintritt: 20 € / 15 € / 10 € (mit Berlinpass) | VVK: 17 € / 13 €
 

SACRED DRUMS: Tigari Ensemble Odametey

Gesang, Perkussion und Tanz des Tigari

Festival-Foto © Daniela Incoronato   

Tigari ist der Name für einen wohlwollenden Geist, der die Menschen beschützt und ihnen hilft, persönliche und soziale Probleme zu lösen. In Ghana kann der Tigari-Geist jeden gegenüber bösen Geistern beschützen, und davon gibt es viele!

Zeremonien für den Tigari-Geist werden in vielen Orten Ghana's abgehalten, aber sie kommen ursprünglich aus Ippada im Norden. Der Tigari-Geist ist mit dem Wind verbunden und er ist der Patron von Wachstum und Fruchtbarkeit, von einem langen und gesunden Leben und von sozialem Frieden.


Gordon Odametey wuchs in der für ihre hervorragenden Perkussionisten und Tänzer_innen bekannten Odametey-Familie in dem Dorf "Beje Wo Ahumi" auf. Seit 1985 lebt Gordon Odametey in Deutschland. Er spielt(e) hier mit verschiedenen Gruppen - darunter "No Fears", "Bibiba", "Root B. Tama", "The World Music Orchestra", "Senegambigha" und "Bantu" - oder auch mit anderen Perkussionisten wie Mustapha Tettey Addy und Aja Addy. Mit der Band "Ogidi Gidi", die er 1987 gegründet hat, spielte er als Vorgruppe für "Black Uhuru" und "The Wailers" und trat mit ihnen im Fernsehen auf.

 
Besetzung:

  • Gordon Odametey
  • Annan Odametey
  • Kpakpo Odametey
  • Lawrence Otoo

SACRED DRUMS: Tanz der Orixás

Gesang, Tanz und Musik der Candomblé

Candomblé ist eine afro-brasilianische Religion, in der die Verbindung zwischen Menschen und Orixás, west-afrikanischen Gottheiten, insbesondere durch den Körper hergestellt wird. In den öffentlichen Ritualen werden die Orixás durch Musik und Tanz eingeladen, auf die Erde zu kommen und mit den Menschen zu feiern, indem sie während Trance-Zuständen die Körper der Gläubige benutzen. In diesem Moment drücken sie ihre Eigenschaften mittels ihrer Tanzbewegungen aus. In dieser Veranstaltung werden einige der rituellen Tänze für die Orixás zu sehen sein.
 

Festival-Foto © Daniela Incoronato

Besetzung:

  • Murah Soares – Tänzer; Choreograph
  • Naja Brasil - Tänzerin
  • Shirley Rodrigues – Tänzerin
  • Meryl Prettyman – Tänzerin
  • Nina Graeff - Erzählerin
  • Paraná Bomfim - Perkussionist
  • Juninho Quebradeira - Perkussionist
  • Paulo Cedraz - Perkussionist

Geboren in São Paulo, Brasilien, wuchs Murah Soares in Salvador da Bahia bei seiner Großmutter in einem Tempel der Candomblé-Religion auf. Soares erhielt eine Ausbildung im afro-brasilianischen Tanz in der Grupo de Danca do Ballet Castro Alves in Salvador da Bahia. Zwischen 1983 und 1989 folgte ein klassisches Ballett-Studium, sowie Modern Dance, Afro-Jazz und Jazz Dance an der Escola de Danca "Ausi Ballet", der Escola Ruth Rachou und der Escola de Danca Renata Prado Cheidde, allesamt in São Paulo, Brasilien.

Nach seinem Tanzstudium ließ Soares sich zum Dozenten für Yoga und ayurvedische Ernährung am Instituto de Yoga ausbilden. Auf Einladung der Tanzfabrik Berlin kam er erstmals 1990 nach Deutschland, wo er Musik- und Tanzproduktionen mit bekannten Künstlern, wie dem Meister-Perkussionisten Eduardo Tucci da Silva, kurz: Dudu Tucci, Parana Bomfim, Leila El-Jarad erarbeitet.

Als Babalawo leitet er in Berlin das einzige Candomblé-Haus in Deutschland.

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Dan-kira Diversion

Äthiopischer Tanz

Freitag | 28.02.2014 | 19:30 h | Saal
Eintritt: 20 € / 15 € / 10 € (mit Berlinpass) | VVK: VVK: 17 € / 13 €
*nice price*: 10,- € am Tag der Show 17h-18h (Kontingent begrenzt)

Hinweis: Vor dem Tanz findet ab 19.30 h im Haus eine äthiopische Kaffeezeremonie statt. Der Einlass im Saal beginnt 21h, die Show selbst 22h.
 

"Dan-kira" bedeutet "rhythmisch Tanzen". Die Gruppe Dan-kira Diversion gründete sich 2007 und bringt Tänze verschiedener äthiopischer Gesellschaften auf die Bühne - darunter traditionelle Tänze der Amharen, Tigray, Oromo, Gurage, Walyta, Gambella, ...

Die Tänze der Amhara zum Beispiel (Nord-Äthiopien) werden “Eskesta” genannt und zeichnen sich durch einzigartige Bewegungen von Nacken, Schulter und Brustkorb aus. Es gibt mehrere Variationen, die sich je nach Region (wie Gondar, Gojjam und Wollo) unterscheiden.

In Äthiopien leben mehr als 80 Gesellschaften, jede davon kennt eigene Tanzschritte und -rhythmen, die zum Teil seit 3.000 Jahren traditionell gepflegt werden. Sie sind ein Symbol für die vielfältige Kultur Äthiopiens. Diese tanzt die Gruppe "Dan-kira Diversion" in ihrem Programm.

Samples: Video 1 | Video 2 | Video 3

Dan-kira Diversion:

  • TESFAY Kurebail - Tänzer
  • SHIKURE Daniel Dulla - Tänzer
  • BERHANE Saba -Tänzerin
  • BEYENE Genet Kebede - Shows Choreographer
  • TAMERU Eskedar - Tänzerin
  • Bisrat, Martha - Tänzerin/ Shows Choreographer
  • Mulatu, Mizan -Tänzerin

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Aly Keïta

Freitag | 28.02.2014 | Einlass: 21:00 h | Club
Eintritt: 10 € / 7 € / 5 € (mit Berlinpass)

Aly Keïta ist einer der großen Virtuosen des Balafons – ein Xylophon mit Kalebassen als Resonatoren, Melodie-Instrument Westafrikas, das vorwiegend von Manding-Sprechern gespielt wird und seinen Ursprung in Mali hat.

  

Der Musiker stammt aus einer Griot-Familie der Malinké, studierte das klassische pentatonische Balafon bei Zouratié Coulibaly in Mali und spielte 1986 erstmals Jazzmusik mit Georges Makinto. In Niamey betrieb Keïta von 1989 bis 1995 im Auftrag des Centre de Formation et de Promotion musicale Ateliers für traditionelle und moderne Musik. 1998–1999 unterrichtete er an der Kunsthochschule von Abidjan, wo er unter anderem mit den Arrangeuren Maiga Bogana und Paul Wassaba zusammenarbeitete.

Schon als Kind entwickelte Aly Keïta Instrumente, später baute er nicht nur ein diatonisches Balafon, um neue Klangmöglichkeiten zu eröffnen, sondern 1999 auch das weltgrößte.

Der Musiker teilte bereits die Bühnen der Welt mit Omar Sosa, Rhoda Scott, Paco Sery, Joe Zawinul und Paolo Frésu und gewann 2009 den Global Music Contest creole.

Konzert-Mitschnitt

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