Human Frames

 

Ärger            

Human Frames FESTIVAL vom 13. bis 17. Juni 2012

Human Frames widmet sich dem Menschen, seiner Condition humaine und verschiedenen Seelenzuständen, die ihn auf seiner Reise durchs Leben begleiten. In Form von zehn programmatisch zusammengestellten Kunstfilmprogrammen mit Werken von zeitgenössischen Künstlern und Filmemachern aus Europa und Asien, die sich auf die Themen Glück, Begehren, Wahnsinn, Fanatismus, Angst, Ärger, Isolation und Melancholie konzentrieren, wird das menschliche Dasein zu Beginn des 21. Jahrhunderts – unter Einbeziehung der asiatischen Konzepte des Mono no aware (das Pathos der Dinge) und der Impermanenz (Unbeständigkeit) – neu beleuchtet.

Human Frames will dem regen Austausch von Bildern und Ideen zwischen beiden Kontinenten, der im Zeitalter der neuen Medien und der Globalisierung zu einer gängigen Praxis geworden ist, Rechnung tragen. Das Programm gibt einen fundierten Einblick in beide Videokunst- und Experimentalfilmszenen und verweist sowohl auf die Kristallisation einer universellen Bildsprache, die sich jenseits nationaler, sozialer und kultureller Zugehörigkeiten entfaltet, als auch auf das Fortbestehen diverser Filmtraditionen, in die sich die einzelnen Werke einschreiben. Das Resultat ist ein faszinierendes Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen, gewagter Bild- und Tonexperimente, welche sich frei assoziiert zu einem vibrierenden Porträt der Menschheit vereinen.

Die WERKSTATT DER KULTUREN präsentiert die 10 Filmprogramme von Human Frames, jeweils kombiniert mit Wortbeiträgen von Doktorand/innen des Exzellenzclusters "Languages of Emotion" der FU Berlin und Diskussionen mit beteiligten Künstler/innen. Jeder Abend endet mit einem von den Filmkurator_innen der Werkstatt der Kulturen ausgewählten Langfilm zu einem der vorgestellten Seelenzustände.

Die komplette Programm-Übersicht als .pdf zum Herunterladen finden Sie hier.

Eine Koproduktion der WERKSTATT DER KULTUREN mit Lowave Film & Curator Label und mit dem Exzellenzcluster "Languages of Emotion" der Freien Universität Berlin.

Kuratiert von Silke Schmickl (lowave), Masayo Kajimura (WdK), Stéphane Gérard (lowave) und Maria Römer (Freie Universität).

In Zusammenarbeit mit Dr. Markus Edler und Dr. Julian Hanich (FU).
 

“Living in the Box Performance: Human Frames Version”


Eröffnungsperformance ISOLATION am Mittwoch, 13.06.2012 um 18:00h

von MihaRI (Maiko Date/Tanz/Japan, Kentaro Taki/Video, Sound)
 

Die multimediale Tanz-Video-Performance “Living in the Box” ist eine Begegnung des realen Körpers mit seinem virtuellen Bild: Die Tänzerin tanzt mit der Videoinstallation, in der ihre Körperteile in mehrere Boxen einzeln verteilt sind. Das Zusammentreffen lässt das Bewußtsein zwischen Realität und Virtualität hin und her schweifen und fragt nach der Existenz des Menschen in der medialen Gesellschaft. Im Rahmen von Human Frames erzählt die Performance von der Isolation des Menschen.

Maiko Date ist Tänzerin und Choreographin. 2003-2011 war sie Mitglied des Tokyoter Tanzensemble Mademoiselle Cinema. Daneben stellte sie eigene Solo- und Duostücke vor und arbeitete mit anderen Genres wie Videokunst. 2010 gründete sie ihr eigenes Ensemble Japonens. Seit 2012 in Berlin tätig.

Kentaro Taki produziert Videoinstallationen und Performances, in denen er Videobilder dreidimensonal collagiert. Studierte Medienkunst an der Musashino Art University, anschliessend an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und am ZKM Karlsruhe. Taki ist ausserdem Direktor des Videoart Center Tokyo (VCT).
 

Installation (13.-17.6.2012): "Living in the Box -dimensions-"

von Kentaro Taki (2008-2010 / Japan, HDV, 15 min)
 

In mehreren, zu einem Quadrat angeordneten Boxen tauchen Körperteile auf. Eingeschlossen in die Enge der Boxen bewegen sich die Körperteile, nach etwas suchend. Dann wieder füllen sich die Boxen mit Alltagsgegenständen, wie einer Gießkanne, Kissen oder Videokassetten. Die Installation suggeriert ein Jenseits des zweidimensionalen Bildes, fragt nach dem Ausmaß der filmischen Reproduktion und visualisiert so die Gegenwart, die trotz ihrer Überfülle an materiellen Dingen leer ist. Mit der Präzision des reproduzierten Bildes ertastet der Künstler die Grenze zwischen Realität und Virtualität und fragt nach der Existenz des Menschen in der medialen Gesellschaft.

Kentaro Taki produziert Videoinstallationen und Performances, in denen er Videobilder dreidimensonal collagiert. Er studierte Medienkunst an der Musashino Art University, anschließend war er als Stipendiat des japanischen Kulturministeriums an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und am ZKM Karlsruhe. Er hat mehrere Preise erhalten, u. a. den Grand Prix und Peter Cook Preis beim Graz BIX Media Art Competition, und beim Internationalen Videofestival Bochum. Taki ist außerdem Direktor des Videoart Center Tokyo (VCT).

SAMSTAG, 16.6., Podiumsdiskussion, 15:00-16:30 Uhr

Human Frames bringt verschiedene Disziplinen, Genres und Kulturen an einen Tisch: die Wissenschaft mit der Kunst, die freie mit der institutionellen Szene, die verschiedenen Seelenzustände des Human Frames Zyklus’, sowie die beiden Kontinente Asien und Europa.

Die beteiligten Künstler_innen, Kurator_innen und Wissenschaftler_innen werden über die Condition humaine Positionen austauschen und diskutieren. Das Podium ist eine gemeinsame Evaluierung über den Status quo des Austausches von Bildern und Ideen, der im Zeitalter der neuen Medien und der Globalisierung zu einer gängigen Praxis geworden ist.

Podiumsgäste

  • J. Enoka Ayemba, Filmwissenschaftler und Kurator (Afro Digital)
  • Sarnath Banerjee, Filmemacher
  • Kent Chan, Filmemacher und Kurator
  • Stéphane Gérard, Filmemacher und Kurator (Human Frames)
  • Masayo Kajimura, Videokünstlerin und Kuratorin (Human Frames, Made in Europe)
  • Cornelius Krell, Doktorand Kunstgeschichte Freie Universität Berlin
  • Mathias Ortmann, Kritiker und Kurator
  • Maria Römer, Cluster-Doktorandin und Kuratorin (Vortragsreihe Human Frames)
  • Silke Schmickl, Leiterin von Lowave und Kuratorin (Human Frames)
     

Abschlussperformance am Dienstag, 17.06.2012 um 19:00 Uhr

“A-UN - Breath”

von Romain Kronenberg (Musik) und Maiko Date (Tanz)
 

“A-un” ist der erste und letzte Laut im japanischen Alphabet und repräsentiert symbolisch Anfang und Ende aller Dinge. Der Ausdruck “A-un-Atmung” bezeichnet ausserdem die nonverbale Kommunikation. In dieser Performance wird ein Rhythmus mit Tanz auf der einen und Musik auf der anderen Seite erzeugt. Vorab aufgenommene Töne und Live-Klänge treffen auf den Körper und die Atmung der Tänzerin. So ensteht eine einzigartige Kommunikation zwischen Klang und Körper, die in einer Reihe von Bewegungen resultieren, die auf unvorhersehbare Weise miteinander pulsieren. Als Teil von HUMAN FRAMES erzählt die Performance von der Impermanenz des Seins.
Maiko Date (Tanz, Choreographie / Japan)

Maiko Date ist Tänzerin und Choreographin. 2003-2011 war sie Mitglied des Tokyoter Tanzensemble Mademoiselle Cinema. Daneben stellte sie eigene Solo- und Duostücke vor und arbeitete mit anderen Genres wie Videokunst. 2010 gründete sie ihr eigenes Ensemble Japonens. Seit 2012 in Berlin tätig.
Romain Kronenberg (Musik, Ton / Frankreich)

Romain Kronenberg begann seine Karriere als Komponist von elektro-akustischer Musik. Seine Arbeiten im Bereich Sound und Video zeichnen sich durch einen hypnotischen und melancholischen Stil aus. Immer wieder arbeitet Kronenberg mit anderen Künstlern (Choreographen, Regisseure, Bildende Künstler) zusammen.