Gnaoua Festival

 
 

16. | 17. | 18. August 2018 - SAVE THE DATE!

Beim jährlichen Gnaoua-Festival im marokkanischen Essaouira zelebrieren regelmäßig mehr als 45.000 Menschen die tranceartige Musik, die vor mehr als drei Generationen von der Westküste des Kontinents nach Marokko gelangten.

zum FESTIVAL-PROGRAMM

Eintritt: frei


 
  

Mit dem Gnaoua Festival, das erstmals in Berlin stattfindet, würdigt die WERKSTATT DER KULTUREN die jahrhundertelange Tradition der Gnaoua-Meister, deren Vorfahren als versklavte Menschen aus den heutigen westafrikanischen Staaten

  • Mauretanien,
  • Senegal,
  • Niger und
  • Mali

nicht nur den Sound Marokkos, Algeriens und Tunesiens erneuerten, sondern auch nachhaltigen Einfluss auf die internationale Entwicklung des Jazz hatten.

Phantastische Gnawa-Musiker_innen, wie beispielsweise der große Maleem Mahmoud Ghania, trugen in Fusion-Projekten mit renommierten Jazzmusiker_innen wie Pharoah Sanders zur weltweiten Rezeption von Gnawa-Musik bei.

Tatsächlich entdeckten etliche Jazz-Größen wie Randy Weston, Archie Shepp oder Joe Zawinul in den 1960er Jahren die Trancemusik der Gnawa für sich - aber auch Rockstars wie Jimi Hendrix ließen sich von marokkanischen Gnawa-Meistern inspirieren.

Bekannt geworden sind die Gnawa insbesondere aufgrund ihrer rhythmusbetonten Musik. Die drei Hauptinstrumente sind

  • Ṭbal (mit Stöckchen geschlagene Fasstrommel),
  • Sintir (Langhalslaute, Resonanzkörper kann ein Schildkrötenpanzer sein) und
  • Gimbri (dreisaitige Langhalslaute mit rechteckigem Resonanzkörper aus Holz), dazu kommt die
  • Qarqaba (Pl. Qaraqib), eine metallene Gefäßklapper.

Die Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen Lila- oder Derdeba-Ritual.

Festival-Kuration: Alaa Zouiten


Programm*

* weitere Konzerte im Rahmen des Festival werden in Kürze bekannt gegeben


Majid Bekkas «Gnaoua Art Trio»

16.08.2018 | 20:00h | Saal

Derzeit tourt Majid Bekkas mit seinem neuen Projekt in Marokko mit Mohammed el Babarti - einer der talentiertesten marokkanischen Saxophonisten mit einer Vorliebe für Improvisation - und Amin El Bliha, ein junger marokkanischer Perkussionist, der sich den Rhythmen der Welt öffnet. Das Repertoire von Majid Bekkas und seinem "Gnaoua Art Trio" ist eine Mischung aus traditioneller Gnaoua-Musik und originellen Kompositionen, inspiriert von Rhythmen und Melodien aus verschiedenen Ecken Marokkos.

 

Ursprünglich aus Zagora und Schöpfer von «African Gnaoua Blues», ist Majid Bekkas ein Botschafter für diese neue Form des musikalischen Ausdrucks nach der geistigen Musik von Gnawa Trance, gemischt mit Jazz und Blues afrikanischer Herkunft. Oft der «Marokkaner Ali Farka Touré» gennant ist er Multiinstrumentalist und Kenner der afrikanischen Musik. Er hat während seiner Karriere mit großen afrikanischen Musikern wie dem Balafonisten Aly Leita, dem N'goni-Spieler Bassekou Kouyaté und dem Kora-Spieler Ablaye Cissoko zusammengearbeitet.

Seine musikalischen Begegnungen haben ein reiches Repertoire an Musikaufnahmen, die in Europa mit weltbekannten virtuosen Musikern gemacht wurden: Pharoah Sanders, Archie Shepp, Joachim Kuhn, Klaus Doldinguer, Louis Sclavis und viele andere ...

Er vertritt Marokko mit seinem Titel "Daymallah" in der Compilation "Desert Blues 2" und gewann 2011 den Preis «Alfarabi de Musique Antique», eine Anerkennung des National Council of Music. 2012 erhielt er die Silbermedaille der Akademie der Wissenschaften und Künste in Paris. Sein Album «Mogado» wurde 2014 für den «Django d’Or» nominiert. Im März 2015 erhielt Majid in Marseille den Charles-Cros-Preis für sein Werk "al Qantara", 2016 den Preis des Festivals "Visa for Music" in Rabat.


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Black Koyo

17.08.2018 | 19:30h | Saal

Black Koyo ist eine Gruppen von Gnaoua-Musikern, deren Mitglieder aus verschiedenenmarokkanischen Städten stammen: Fès, Meknès, Tanger et Casablanca. «Koyo» bedeutet «Qraqeb Spieler» (die Qraqeb ist ein Kastagnetten-ähnliches perkussives Instrument aus Eisen und zentral in der Gnaoua-Musik)

 

Die Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen Lila- oder Derdeba-Ritual. In dieser wichtigsten Zeremonie, die aus Musik, Tänzen, ritualisierten Tabubrüchen und einem Tieropfer besteht und zwölf Stunden dauern kann, werden Wesen der unsichtbaren Welt, Heilige und Gott geehrt.

Die Zeremonie folgt einer präzisen Sequenz, die die Musiker nach dem Vorbild ihrer Vorfahren fortführen und die eine Abfolge von Tänzen und Liedern umfasst, die in einer bestimmten Reihenfolge vollzogen werden. Sie variiert je nach den Herkunftsregionen der Musiker, den Umständen des Rituals und den Entscheidungen der Musiker.

Hicham Bilali, der Meister der Gruppe, wurde 1978 in Fez als Sohn einer marokkanischen Mutter und eines senegalesischen Vaters geboren. Er war schon in jungen Jahren in die Gnaoua
Musik vertieft und gab im Alter von 18 Jahren sein Debüt an der Seite des großen Meisters Hamid Dkaki, mit dem er aufwuchs und der ihm das Wissen der Vorfahren über die Gnaoua-Kultur weitergab. Er wird von seinen Koyos begleitet, die alle in Brüssel leben und von rennomierten
Meistern ausgebildet wurden.

Line-Up:

  • Hicham Bilali - Guembri/Gesang
  • Ayoub Boufous - Qraqeb/Gesang
  • Achraf Abantor - Qraqeb/Gesang

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Simo Lagnawi

17.08.2018 | 21:30h | Saal

Der marrokanische Gnawa Meister Simo Lagnawi kam 2009 von Rabat nach Großbritannien und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Sound der Gnawa-Musik dort und jenseits zu zeigen, zu teilen und zu fördern. Mit der Hilfe von Musikern verschiedener Herkunft schuf er seine eigene Marke der Gnawa-Musik, die die verschiedenen Traditionen und kreativen Inputs aller miteinander verbindet.

  

Lagnawi hat in Londons V&A und Kunstgalerien und auf Festivals in Schottland & Litauen, Dubai und Marokko gespielt. Auf der Bühne ist seine treibende Energie eine Kraft, mit der man rechnen muss. Er hat seine Musik für Live Radio und BBC Radio 3 und Africa Today aufgeführt. Darüber hinaus fördert Simo aktiv Live-Musik-Events in London, die Musiker mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenbringen.

Simo gewann den World Music Network’ Battle of the Bands und der Track «Baniyorkoy» seines Albums "Gnawa London" wurde in das Kompilationsalbum «Rough Guide To The Best African Music You've Never Heard» aufgenommen.

World Music Network veröffentlichte sein zweites Album «The Gnawa Berber» auf seinem Riverboat-Label im Jahr 2014. Waulk Records veröffentlichte 2015 sein drittes Album «Salz».

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Gnawa Deutschland

18.08.2018 | 18:00h | Garten/Foyer

 

Gnawa Deutschland wurde 2017 gegründet. Die Mitglieder kommen aus vier verschiedenen Städten Deutschlands: Habib aus Düsseldorf (Guimbri und Gesang), Rachid aus Bonn, Zakaria aus Heddesheim, Rabiie aus Bad Salzufflen (alle Karkabou ,Tanz und Gesang).

Seit den 80er Jahren hat sich die in Marokko fest verwurzelte Gnawa-Kultur auch weltweit verbreitet, z.B. in Brüssel, London, New York und Tokio... Wir möchten dieses faszinierende, Jahrhunderte alte Erbe auch in Deutschland bekannt machen und leben. Dank gilt der Werkstatt der Kulturen in Berlin, die uns eine Bühne geben, uns fördern und uns unseren Traum verwirklichen helfen.

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Mâalem Mokhtar GANIA

18.08.2018 | 20:00h | Saal

Mâalem Mokhtar Gania wurde 1968 in Essaouira in einer Musikerfamilie geboren. Sein Vater und Meister Maalem Boubker Gania gehörte zu den großen Gnawa-Mâalems (Meistern). Die Vorfahren der Familie Gania migrierte im 18. Jahrhundert aus Mali nach Marokko.


Von früh an lernt Mokhtar dank seines Vaters und seiner Brüder Mahmoud, Abdallah und Lahssen, mehrere Instrumente zu spielen und begleitet seinen Vater an musikalischen Abenden als Mitglied seiner Gruppe. In den 1980er Jahren schloss sich Mokhtar der Gruppe seines großen Bruders Mâalem Mahmoud Gania an und sie reisten gemeinsam um die Welt, um an vielen Veranstaltungen, Konzerten und Festivals teilzunehmen.

In den frühen 1990ern gründete Mokhtar seine eigene Band, die bald sehr populär wurde. Dies ermöglichte ihm, seinen Ruf auf wichtigen internationalen Bühnen zu festigen und mit namhaften Künstlern zusammenzuarbeiten: Randy Weston, Pharoah Sanders, Carlos Santana, Graham Haynes, Moussa Dialou, André Beun, Michael Zerang, Embryo, Dörge Becker Carlsen, Dawda Jobarteh, Mohamed Jbara, Lamchaheb Gruppe, Oumou Sangaré, Rachida Tallal und viele andere…

Mâalem Mokhtar Gania verdient jetzt seinen Lebensunterhalt als professioneller Musiker, während er seine Arbeit als Tischler in seinem Atelier fortsetzt. Er fertigt seine eigenen Musikinstrumente, bspw. wie Tbal und Gimbr, für Gnaoua-Musik.

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* weitere Programminformationen in Kürze


  

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