Playing in the Dark

 

Playing in the Dark

... oder DIE RASSISMUS-FALLE

Dreigliedrige Diskussionsreihe in der Werkstatt der Kulturen

Die Werkstatt der Kulturen untersucht und diskutiert den rassistischen Diskurs in Deutschland – kompetent und differenziert, polarisierend und verbindend, undogmatisch und angstfrei.

An drei Abenden laden wir namhafte Gäste aus Politik, Kunst und Kultur, Journalismus, Wissenschaft und Forschung ein, um bei »PLAYING IN THE DARK oder die Rassimus-Falle« mit Michel Friedman zu debattieren: über die möglicherweise brisanteste gesellschaftspolitische Zäsur, die die neue Bundesrepublik bislang auszustehen hatte.

Die gesamte Veranstaltung bei YouTube zum Nacherleben und Nachdenken:

"Das sagt man nicht" - Diskriminierende Sprache in Politik, Medien & Alltag

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7 | Teil 8

"Von Kindesbeinen an" - Rassismus: Entstehungsgeschichte, Funktionsweisen & Auswege

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7 | Teil 8

"Spieglein, Spieglein an der Wand" - Wer ist der Integrierteste im ganzen Land?

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7 | Teil 8

15. Dezember 2010, 19 Uhr, Saal

"Das sagt man nicht"

Diskriminierende Sprache in Politik, Medien & Alltag«

  

Europäer sitzen, Afrikaner hocken. Europäer diskutieren, Afrikaner palavern. Christliche Abendländer erleben Familientragödien, Muslime begehen Ehrenmorde. Und wenn Asiaten lächeln, sollte sich der Europäer in Acht nehmen. Rassismus kann aber auch subtiler aus Wörtern sprechen: Der vermeintlich neutrale Begriff »Migrationshintergrund« ist inzwischen gleichbedeutend mit »Problem«. Auch die vermeintlichen Hüter der Objektivität und Neutralität, wie Journalisten, tappen unaufhörlich in die Rassismus-Falle: Peter Scholl-Latour will dem Zuschauer die Angst vor den Terrorwarnungen nehmen, indem er bei »Beckmann« über die organisatorische Inkompetenz »des Orientalen im Allgemeinen« schmunzelt. Und auf der anderen Seite batteln sich deutsche HipHoper, egal welcher Herkunft, gegenseitig mit »Selloutnigger«.

Wie etabliert ist rassistische Sprache in Medien, Politik und Alltag? Wie werden scheinbar neutrale Begriffe rassistisch umgedeutet? Und schließlich: Wie gehen Kunst- und Kulturschaffende mit transkulturellem Background damit um? Aneignung & Parodieren oder Dagegen-Halten? Ist erlaubt was gefällt? Oder alles eine Frage der Perspektive?

Wir freuen uns auf einen lebhaften und erkenntnisreichen Abend mit:

Elizabeth Blonzen, Schauspielerin & Drehbuchautorin
Masayo Kajimura, Videokünstlerin & Filmemacherin
Shermin Langhoff, Intendantin Ballhaus Naunynstraße
Nadja Ofuatey-Alazard, Journalistin & Autorin
Imran Ayata, Autor, DJ, Mitbegründer von Kanak Attak & Gesellschafter & Geschäftsführer der Kommunikationsagentur a,b&one
Moderation: Michel Friedman


24. November 2010, 19 Uhr, Saal

"Von Kindesbeinen an"

Rassismus: Entstehungsgeschichte, Funktionsweisen & Auswege

  

Ebenso wie Horst Seehofer, der einen Zuzugsstopp für Türken und Araber fordert, hat auch Thilo Sarrazin mit seinen jüngsten Angriffen auf den Bundespräsidenten nachgelegt.

Die beiden Politiker »aus der Mitte der Gesellschaft« nehmen nach wie vor für sich in Anspruch, keine Rassisten zu sein – die meisten heimlichen oder offenen Befürworter ihrer Thesen aus der Mehrheitsgesellschaft ebenso, was nur allzu oft in den vielsagenden-nichtssagenden Satz mündet: Ich bin kein Rassist, aber...

Offensichtlich herrscht Klärungsbedarf.

Was ist Rassismus? Wie entsteht und funktioniert er? Welche Masken trägt und welche Auswirkungen hat er? Und schließlich: Welche Auswege gibt es aus der Rassismus-Falle?

Wir freuen uns auf einen lebhaften und erkenntnisreichen Abend mit

Prof. Dr. Iman Attia, Erziehungswissenschaftlerin an der Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. Maisha Eggers, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Magdeburg
Petra Rosenberg, Erziehungswissenschaftlerin und Vors. des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Michal Bodemann, Soziologe an der University of Toronto
Moderation: Michel Friedman


27. Oktober 2010, 19 Uhr, Saal

"Spieglein, Spieglein an der Wand"

Wer ist der Integrierteste im ganzen Land?

  

Immer häufiger orientieren sich Angehörige ethnischer oder kultureller Minderheiten an der in der Mehrheits­gesellschaft versteckt oder offen diskutierten Frage: »Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der Integrierteste im ganzen Land?«

Die Auftaktveranstaltung erörtert die mit dieser Fragestellung einhergehenden Konsequenzen für das Selbstverständnis von Angehörigen kultureller Minderheiten in Deutschland.

Schockstarre & Selbsthass oder Solidarität & Widerstand? Wie fühlt man sich angesichts allgegenwärtiger, als sachlich getarnter, pauschalisierender Bilder über sich selbst? Was tun, mit »guten« und »schlechten« Fremdzuschreibungen? Was passiert in Deutschland, wenn kom­plexe gesellschaftliche Herausforderungen »ethnisiert« oder »kulturalisiert« werden?

Der (Selbst)Definitions-Druck droht übermächtig zu werden.

Wir freuen uns auf einen lebhaften und erkenntnisreichen Abend mit

Dr. Naika Foroutan, Migrationsforscherin HU Berlin
Dr. Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler
Anetta Kahane, Vorsitzende der »Amadeu-Antonio-Stiftung«
Dr. Mekonnen Mesghena, Leiter der Abteilung »Migration & Diversity« Heinrich-Böll-Stiftung
Maryam Stibenz, Integrationsbeauftragte des Bezirkes Berlin-Mitte
Moderation: Michel Friedman