Maji-Maji

 

100. Jahrestag des Maji-Maji-Krieges

Am 20. Juli 2005 jährte sich zum 100. Mal der Ausbruch des Maji-Maji-Krieges im heutigen Süd-Tansania. Dieser war wegen der hohen Zahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung der schrecklichste aller deutschen Kolonialkriege. Er ging aus einem Aufstand gegen zahlreiche Zwangsmaßnahmen des deutschen Kolonialregimes hervor.

Zum Gedenken an dieses Datum, zugleich aber als genereller Aufruf zur Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte und dem fortdauernden Rassismus gegen Schwarze Menschen organisieren der Umoja wa Watanzania Berlin/Brandenburg e.V. und die Werkstatt der Kulturen eine Reihe von Aktionen im öffentlichen Straßenraum und in der Werkstatt der Kulturen, die sich über zwei Jahre, von Sommer 2005 bis Sommer 2007, erstrecken.

Mit diesen Aktionen setzen sich die Veranstalter mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands auseinander und fordern gleichzeitig die Umbenennung von Straßen, die nach Kolonialbeamten benannt sind.


Gedenkzüge und Veranstaltungen unter der künstlerischen Leitung des Theaterregisseurs Carlos Medina auf Berliner Straßen

Am 27. August 2005 führte der erste Gedenkzug von der Werkstatt der Kulturen über die Gneisenauer Straße zum Halleschen Tor, die Friedrichstraße entlang und über den Gendarmenmarkt auf den Schlossplatz. Dort endete er mit einer einstündigen Mahnwache vor dem von dem Berliner Künstler Hüseyin Arda gestalteten Schriftzug "Maji Maji Krieg" aus zwei Meter hohen metallenen Buchstaben.
Hier sehen Sie Bilder dieses Gedenkzuges und der Mahnwache.

Der zweite Zug am 13. November 2005 begann an der Friedrichshainer St. Bartholomäuskirche, wo das Berliner Missionswerk einen Gedenkgottesdienst zum Maji Maji Krieg organisiert hatte. Von dort führte der Zug über die Lichtenberger Straße, überquerte die Spree in Richtung Oranienstraße, verlief den Kottbusser Damm bis zum Hermannplatz und endete in der Werkstatt der Kulturen, wo er in die zentrale Gedenkveranstaltung des Tanzania-Netzwerkes gemeinsam mit der Werkstatt der Kulturen und vielen anderen Veranstaltern mündete.

Am 1. Oktober 2006 schließlich begann der dritte Gedenkzug mit einer Mahnwache vor einer Holzinstallation der Künstler Reinhard Zapka und Nils Dümcke neben der Neuen Wache Unter den Linden. Der Zug führte dann die Friedrichstraße herab zum Halleschen Tor und endete mit einer Gedenkveranstaltung des Umoja wa Watanzania Berlin/Brandenburg in der Werkstatt der Kulturen.

Eine Gedenkveranstaltung in der Werkstatt der Kulturen in Kooperation mit dem Tanzania-Netzwerk e.V., dem Umoja wa Watanzania Berlin/Brandenburg e.V. und zahlreichen weiteren Partnern am 11. November 2007 wird die Veranstaltungen zum Gedenken an 100 Jahre Maji-Maji-Krieg abschließen.


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