Religiöse und gesellschaftliche Kraft
Längst ist der Islam auch in der Bundesrepublik eine religiöse und gesellschaftliche Kraft, die, statt weiterhin ausgegrenzt und isoliert zu sein, eingebunden werden muss in den breiten gesellschaftlichen Diskurs eines demokratischen, säkularen Rechtsstaats, der alle hier verfassten Religionen in den Kreis pluralistischer Interessengruppen einordnet. Denn das in Deutschland gewährte Grundrecht auf Religionsfreiheit braucht als Gegengewicht und Rückbindung eine Verantwortungsbereitschaft und damit Öffnung der Religionen gegenüber den Entwicklungen dieser pluralen Gesellschaft, welche dem einzelnen Bürger die Freiheit der Religionsausübung gewährt. In diesem Sinne besteht - insbesondere nach dem 11. September 2001 - dringender Bedarf nach verstärkter gesellschaftspolitischer Partizipation der Muslime in Deutschland.
Um diesen Bedarf zu decken hat und als eigene Reaktion auf den 11. September hat die Werkstatt der Kulturen im Frühjahr 2003 gemeinsam mit der ehemaligen Ausländerbeauftragten des Senats von Berlin, Frau Barbara John, und der Bundeszentrale für politische Bildung einen Arbeitskreis "Muslimisches Forum für demokratische Bildung" ins Leben gerufen. Diesem Arbeitskreis gehörten engagierte Muslime wie auch Islamwissenschaftler an, die im Laufe von 14 Monaten in einer Reihe von Sitzungen eine Konzeption für eine Muslimische Akademie entwickelt und gemeinsam das Manifest der Akademie und die Satzung eines Trägervereins verfasst haben.
Am 30. Juni 2004 wurde der Trägerverein „Muslimische Akademie in Deutschland“ in der Werkstatt der Kulturen gegründet.
Am folgenden Tag, dem 1. Juli 2004, stellte sich der Vorstand des Vereins auf einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz der medialen Öffentlichkeit vor.
Seit ihrer Auftaktveranstaltung am 15. Dezember 2004 in der Werkstatt der Kulturen führt die Muslimische Akademie in Kooperation mit zahlreichen anderen Organisationen (Evangelische und Katholische Akademien, Heinrich-Böll-Stiftung, Konrad-Adenauer- Stiftung, Körber-Stiftung, Bundeszentrale für politische Bildung, etc.) Veranstaltungen durch. Die Werkstatt der Kulturen unterstützt die Muslimische Akademie seitdem durch Beratung und Räumlichkeiten und kooperiert mit ihr bei der Durchführung von gemeinsamen Veranstaltungen.
Weitere Informationen
Auf der Webseite der Muslimischen Akademie finden Sie weitere Informationen.
Zum Download als PDF:
- Manifest der Muslimischen Akademie in Deutschland
- Satzung des Trägervereins Muslimische Akademie in Deutschland
- Informationsblatt zur Muslimischen Akademie in Deutschland
