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WdK-Produktion Preisträger beim REC for Kids-Festival

Der Preisträger des Silbernen Clips des REC for Kids-Film-Festivals, in der Kategorie 6- bis
15-jährige FilmemacherInnen, steht jetzt fest: die Klasse 6f der Lemgo-Grundschule aus
Berlin-Kreuzberg mit "Unser Graefekiez"; einer – so die Jury – „wunderbare[n] Mischung aus
Dokumentation, kleinen Geschichten und Träumereien, real gefilmt und mit Tricktechnik
verwirklicht. 'Unser Graefekiez' ist ein Kunstwerk im besten Sinne – Form und Inhalt werden
geschickt zu einem Film verwoben, der die äußere Realität der beteiligten Kinder ebenso
einfängt wie ihre Träume, Sorgen und Ängste.”

DAS FESTIVAL

REC – For Kids ist ein Filmfestival mit einem internationalen offenen Wettbewerb für Filme von
Kindern im Alter von 6-15 Jahren. Dabei geht es für das junge Publikum nicht allein darum,
sich hinzusetzen und zu gucken: professionelle Moderation der Vorführungen, Workshops und
Hintergrundinformation zu Filmsprache und Produktionsmethoden führen das junge Publikum
zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Medium und eröffnen vielleicht sogar einen
Zugang zu eigenen Filmprojekten.

Das Programm besteht aus Themenblöcken nach inhaltlichen Schwerpunkten (z.B. Mobbing,
Umwelt, Familie) und einer altergemäßen Ausrichtung (6-9 Jahre, bzw. 10-15 Jahre). Sie
eignen sich also auch gut für Gruppen und Schulklassen. Die Filme selbst werden aus
unterschiedlichen Altersgruppen zusammengestellt und sind internationaler Herkunft.
Fremdsprachige Produktionen werden während der Vorführung live deutsch eingesprochen.
Anwesende Filmemacher werden zu einem kurzen Filmgespräch auf die Bühne gebeten.
Besonders erwähnenswert ist das breite Spektrum von einfallsreichen, ungewöhnlichen,
humorvollen und eigenwilligen Filmen. So ist nicht nur die Filmästhetik und Qualität wichtig,
sondern auch die Idee und die Herangehensweise. Das Festival liefert hier eine Möglichkeit
zum Austausch, Mitmachen und Weiterbilden und bietet so einen Beitrag zum Erlernen von
Medienkompetenz.

DAS PROJEKT

Im November 2010 erhielten die Kinder der Karlsgarten Grundschule in Neukölln einen
Videobrief von der anderen Seite der Hasenheide: Die Kinder der Lemgo-Grundschule in
Kreuzberg fragten sie nach ihrem Leben, ihren Wünschen und Träumen und ihren
Lieblingsorten im Kiez. Als Antwort drehten die Kinder einen bunten Film, der aus Reportagen
und Tricksequenzen besteht. Darin zeigen sie Orte und Menschen in ihrem Kiez südlich der
Hasenheide und erzählen Geschichten aus ihrem Leben, manche davon wahr und manche
erträumt. Diesen Film schickten sie zurück nach Kreuzberg und nun machten sich die Kinder
der Lemgo-Grundschule an die Arbeit und antworteten mit einem Film über den Graefekiez.
Die Filme vermischen Fiktion und Realität und bestehen aus dokumentarischen, inszenierten
sowie animierten Teilen, die miteinander verwoben sind. Als Forscher, Reporter, Bastler,
Trickanimateure, Schauspieler, Kameraleute und Stadtentwickler sammelten die Kinder
vielfältige Erfahrungen und erschlossen den Kiez als gemeinsam erlebbaren und nutzbaren
Raum.


Die Kinder durchliefen drei verschiedene „Werkstätten“. Dabei spielte das Thema der
Interkulturalität bei der Erschließung des Kiezes als gemeinsamen Lebensraum eine wichtige
Rolle, da für eine sensible und kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft im
sonstigen Schulalltag selten Raum ist. Die Filme der beiden Schulkassen wurden auf einer
gemeinsamen Premiere in der Werkstatt der Kulturen präsentiert. Hier lernten sich die
„Videobrieffreunde“ zum ersten Mal persönlich kennen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion
hatten sie Gelegenheit, sich gegenseitig Fragen über ihre Filme und Kieze zu stellen.
Dabei wurde deutlich, dass die Kinder die Arbeit und Kreativität der anderen Klasse
wertschätzen konnten, aber gleichzeitig auf ihren eigenen Film ganz besonders stolz waren.
Eindrucksvoll wurde durch ihre Aussagen deutlich, wie viel die Kinder während der
Projektwochen über filmisches Arbeiten und über Teamarbeit gelernt hatten und dass sie sich
intensiv mit ihren Lebenswelten auseinandergesetzt hatten. Die Filme stießen auf sehr positive
Resonanz bei Kindern und Erwachsenen.

Das Projekt ist langfristig angelegt, Ziel ist eine Videostadtkarte aus Sicht von Berliner Kindern.
Die nächsten Projektwochen sind mit Schulen in Lichtenberg, Marzahn und im Märkischen
Viertel geplant.

DIE MACHERINNEN

Konzipiert und umgesetzt wurde der Film in Kooperation mit der Werkstatt der Kulturen und
den Filmemacherinnen Irati Elorrieta, Masayo Kajimura, Inga Pfafferott.
Irati Elorrieta ist Autorin und Filmemacherin. Sie hat den Erzählungsroman "Burbuilak"
veröffentlicht und mehrere Videoarbeiten gemacht, die international gezeigt wurden. Sie hat als
Cutterin für TV-Produktionen gearbeitet, darunter eine Kinder-Doku-Serie. Sie ist Mitglied des
Lichtblick Kinos und war dort von 2005 bis 2009 für das Programm der monatlichen
Kurzfilmreihe "Kurz Gesehen" verantwortlich. Masayo Kajimura ist Videokünstlerin und
Kuratorin. Sie hat mehrere Kurzfilme, Videoinstallationen und interdisziplinäre Arbeiten mit Tanz
und Musik gemacht, die international gezeigt und ausgestellt werden. Als Kuratorin gestaltet sie
Filmprogramme und Videokunstausstellungen und ist seit 2008 für die monatliche Filmreihe
"Made in Germany/Made in Europe" in der Werkstatt der Kulturen zuständig. Inga Pfafferott
ist Psychologin und Filmemacherin. Neben der Arbeit an Dokumentarfilmen als Kamerafrau und
Regisseurin, leitet sie seit 2006 interkulturelle medienpädagogische Projekte mit Kindern und
Jugendlichen auf lokaler und europäischer Ebene.


Mehr Infos: www.rec-for-kids.de
Reinschauen: www.youtube.com/wdkberlin

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