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Berlin feiert musikalische Vielfalt Kubas

 

Filme, Konzerte, Partys, Performances, Vorträge und Workshops beim 
1. FESTIVAL „MÚSICA CUBANA EN BERLIN“ in der WERKSTATT DER KULTUREN

Erzwungene Migration aus Afrika und freiwillige Migration aus Europa ließen in Kuba eine Vielfalt von Musikgenres und Tanzstilen entstehen.

Beim Festival MÚSICA CUBANA EN BERLIN, das von Donnerstag, 25. Juni, bis Samstag, 27. Juni 2015, in der WERKSTATT DER KULTUREN stattfindet, öffnet die Edutainment-Gruppe desapalencao dem Publikum die Welt kubanischer Instrumente und Rhythmen und macht diese so auf unterhaltsame Weise versteh- und erlebbar. Der Name der Gruppe lehnt sich an „palenque“ an, der Bezeichnung für freie Communities, gegründet von Afrikaner_innen, die in die Berge Kubas vor der Versklavung flohen. Dieses Lehrkonzert ist nur eine von mehr als 20 Veranstaltungen, die bei diesem genreübergreifenden Festival stattfinden:

Mit 6 Filmen, 5 Konzerten, 3 Tanz- und Perkussionsworkshops, 3 Vorträgen, 2 (Live-Music)Partys, 1 Lehrkonzert und einer 1 Lecture-Performance führt MÚSICA CUBANA EN BERLIN an 3 Tagen in die Geschichte kubanischer Musik- und Tanzstile ein und gibt gleichzeitig einen Einblick in die Diversität der in Berlin gelebten kubanischen Musik- und Tanzpraxis:

Beispielsweise in den bis heute populären Tanzlied-Typus Guaracha mit seinen häufig zweideutigen, satirischen oder anzüglichen Texten, der sich im 18. Jahrhundert entwickelte; in die improvisierten Lieder der Trova, die Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Verschmelzung afro-kubanischer Perkussion mit der Gitarrenmusik spanischer Bauern entstanden; oder in den unverwechselbaren Son Cubano.

Auch der aus dem afrikanisch geprägten Kuba stammende Mambo, der sich nach 1930 entwickelte, wird beim Festival MÚSICA CUBANA EN BERLIN zelebriert. Dieser Tanz- und Musikstil bedeutete ursprünglich „religiöses Gespräch“ bzw. Gebet oder eine heilige Handlung.

Überhaupt erfährt die afrikanische Spiritualität in Kuba bei diesem Festival eine Hommage, u.a. mit einer Lecture-Performance zu den Tänzen der Orishas – der Gottheiten afro-kubanischer Religionsgemeinschaften - mit Prof. Lisandra Cervantes und dem Tänzer Joaquin La Habana.

Die heute als Paartanz bekannte Rumba hat ihre Ursprünge in der afro-kubanischen Kultur: Als Komplex aus Tanz, Gesang und Perkussion entstand sie in den Schwarzen Vierteln von Havanna und Matanzas. Seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zählt sie in vielen Industrieländern zu den Gesellschafts- und Turniertänzen. Rumba-Neulinge können während des Festivals die Basis-Figuren der Rumba für das Konzert von Pasaje Abierto & Niche Cubano üben.

Kubanische Musik war und ist auch außerhalb Mittel- und Südamerikas hochpopulär und einflussreich. Berlin wurde in den 1980er Jahren musikalisch nicht unwesentlich durch den Son Cubano, den Nueva Trova und den Salsa der international bekannten kubanischen Bands “Irakere” und “Los Van Van” beeinflusst – und bis heute prägen kubanische Musiker_innen die Musik- und Tanzkultur der Hauptstadt. Mit der international bekannten Salsa-Band Cubananché unter der Leitung des Ausnahmetrompeters Yuliesky Gonzalez eröffnet die WERKSTATT DER KULTUREN am Donnerstagabend ihr Festival MÚSICA CUBANA EN BERLIN. Der „Live Cuba Ball“ unter der Leitung des Meisterdrummers MC Pichy bildet Samstagnacht das Finale.
 

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