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Solidarische Erinnerungskultur in Neukölln : Esther Bejerano in Konzert

Eine der letzten Überlebenden des Auschwitz Mädchenorchesters, Esther
Bejarano
, lädt am 9. Juni 2016 um 18 Uhr in die WERKSTATT DER
KULTUREN nach Neukölln. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Walter
Gropius Schule Neukölln und der WERKSTATT DER KULTUREN und wird
gefördert von der Amadeu Antonio Stiftung, der Berliner Landeszentrale für
politische Bildung und der Islamischen Föderation für Berlin. Das Konzert ist Teil
eines Zeitzeug*innenprojekts der Walter Gropius Schule, das versucht das
Zeugnis der Holocaust-Überlebenden als diversitätssensiblen Lernort für
Solidarität und Toleranz in die Migrationskontexte Jugendlicher in Kreuzberg und
Neukölln zu übersetzen. Nach einer Begegnung mit der Zeitzeugin an ihrer
Schule, werden Schüler*innen der Walter Gropius Schule das Konzert in der
WERKSTATT DER KULTUREN musikalisch mitgestalten. Gemeinsam mit Esther
Bejarano & Microphone Mafia wollen sie Jugendliche in Kreuzberg und Neukölln
zu solidarischem, zivilgesellschaftlichem und künstlerischem Engagement
motivieren und ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und antimuslimischen
Rassismus.
 

 

Die Walter Gropius Schule ist eine Grund- und Oberschule im Süden von
Neukölln, der Gropiusstadt. Ihre Schüler*innen kommen zu 98% aus
unterschiedlichen, überwiegend muslimisch geprägten Migrationskontexten.

Als eine Akkordeonspielerin für das berüchtigte Mädchenorchester in Auschwitz
gesucht wurde, log die junge Klavierspielerin Esther Loewy, schaffte die
Aufnahme und spielte um ihr Leben. Sie überlebte den Nazi Terror in den Lagern
von Auschwitz und Ravensbrück. Nach der Befreiung heiratete sie den türkischen
Juden Nissim Bejarano und lebte zunächst in Israel / Palästina, dann in
Hamburg, wo sie in der Friedensbewegung Heimat fand.

Mit über 90 Jahren singt sie noch in der multikulturellen Kölner Rap Kombo Microphone Mafia gegen
Rassismus. Die deutsch-türkisch-sizilianische Formation gehört zu den ältesten noch bestehenden deutschsprachigen Hip Hop Acts. Mit ihren Wurzeln in der politischen Jugendkultur Marginalisierter
geht sie eine authentische Verbindung mit der Auschwitz-Überlebenden und ihrem Zeugnis für eine menschliche Welt ein.
Esther Bejarano ist eine wache Beobachterin des Zeitgeschehens und setzt sich
entschieden für die Rechte Geflüchteter ein. Angesichts des Aufkommens
einer Neuen Rechten warnt Bejarano eindringlich: „Der Satz 'Wehret den
Anfängen!', ist längst überholt, wir sind mittendrin!“

Kontakt:
Goran Subotic, Lehrer
Tel: 0165 1557 157

Veranstaltungsseite mit Flyer / Plakat zum download:
http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/spielplan

Artist of the month-Interview:
http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/awards/artistofthemonth

 

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