September 2010

 

MADE IN GERMANY

Donnerstag 23.09.2010 19:00 Uhr | Club

Eintritt: Frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Masayo Kajimura

Produktion

  

Fremde Haut
Spielfilm
R.: Angelina Maccarone, Deutschland 2005,
100 Min., dt./farsi. mit dt. UT

Sie ist jung, sie ist schön, sie ist intelligent. Und sie liebt Frauen. Dafür droht der Dolmetscherin Fariba (Jasmin Tabatabai) in ihrem Heimatland Iran die Todesstrafe. Nachdem ihr lesbisches Verhältnis von unerbittlichen Sittenwächtern entdeckt wurde, flieht sie nach Deutschland. Nach Ablehnung ihres Asylantrages am Flughafen Frankfurt droht ihr die Abschiebung. Der Selbstmord eines iranischen Mitinsassen (Navid Akhavan) eröffnet ihr einen Ausweg aus der verzweifelten Situation: Fariba nimmt seine Identität an und erhält als Siamak Mustafai eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in der schwäbischen Provinz. Die kultivierte Großstädterin in fremder Haut landet in einem kleinen Kaff. Sie kennt Deutschland aus der Literatur - auf Sielmingen ist sie nicht vorbereitet. Sie spricht wie ein Mann, geht wie ein Mann, gibt sich wie ein Mann. Und will nur eins: ihre weibliche Identität zurück. Um einen falschen Pass bezahlen zu können, arbeitet sie illegal in einer Sauerkrautfabrik und lernt Anne (Anneke Kim Sarnau) kennen, eine junge Kollegin. Die findet Gefallen an dem seltsamen Fremden. Fariba kann nicht widerstehen, zögert aber, ihren Gefühlen nachzugeben, um ihre Siamak-Fassade nicht zu gefährden; dann offenbart sie ihr Geheimnis und das Glück scheint zum Greifen nah.

Politisches Drama, bewegende Liebesgeschichte und ungeschminkte deutsche Wirklichkeit. In "Fremde Haut" erzählt Angelina Maccarone mit großer Genauigkeit von Entwurzelung und Sehnsucht nach Identität, von unmöglicher Liebe in Zeiten von Exil und Verfolgung, vom unbeugsamen Willen einer Frau, ihren Platz im Leben zu finden, anzukommen - in einem anderen Land, einer anderen Kultur, einer neuen Liebe. Sie ist eine Kämpferin und will leben, nicht nur überleben. "Fremde Haut" beeindruckt mit Jasmin Tabatabais großer schauspielerischer Leistung, geht in seiner radikalen Intensität unter die Haut und schmerzt durch eine seltene Wahrhaftigkeit.
Die Regisseurin Angelina Maccarone wird als Gesprächspartner anwesend sein.