Dezember 2010

 

Playing in the dark - Die Rassismus-Falle

Mittwoch 15.12.2010 19 Uhr | Saal

Eintritt: Frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen

Produktion Flyer

PLAYING IN THE DARK oder Die Rassismus-Falle

Dreigliedrige Diskussionsreihe in der Werkstatt der Kulturen

Angesichts der aktuellen Debatte um Migration, ist es an der Zeit, das Thema Rassismus in Deutschland zu untersuchen und zu diskutieren – kompetent und differenziert, polarisierend und verbindend, undogmatisch und angstfrei.

An drei Abenden lädt die Werkstatt der Kulturen namhafte Gäste aus Politik, Kunst und Kultur, Journalismus, Wissenschaft und Forschung ein, um bei »PLAYING IN THE DARK oder die Rassimus-Falle« mit Michel Friedman zu debattieren: über die möglicherweise brisanteste gesellschaftspolitische Zäsur, die die neue Bundesrepublik bislang auszustehen hatte.

NÄCHSTE VERANSTALTUNG:
15/DEZ/2010, 19 Uhr, Saal

»Das sagt man nicht – diskriminierende Sprache in Politik, Medien & Alltag«

Europäer sitzen, Afrikaner hocken. Europäer diskutieren, Afrikaner palavern. Christliche Abendländer erleben Familientragödien, Muslime begehen Ehrenmorde. Und wenn Asiaten lächeln, sollte sich der Europäer in Acht nehmen. Rassismus kann aber auch subtiler aus Wörtern sprechen: Der vermeintlich neutrale Begriff »Migrationshintergrund« ist inzwischen gleichbedeutend mit »Problem«. Auch die vermeintlichen Hüter der Objektivität und Neutralität, wie Journalisten, tappen unaufhörlich in die Rassismus-Falle: Peter Scholl-Latour will dem Zuschauer die Angst vor den Terrorwarnungen nehmen, indem er bei »Beckmann« über die organisatorische Inkompetenz »des Orientalen im Allgemeinen« schmunzelt. Und auf der anderen Seite batteln sich deutsche HipHoper, egal welcher Herkunft, gegenseitig mit »Selloutnigger«.

Wie etabliert ist rassistische Sprache in Medien, Politik und Alltag? Wie werden scheinbar neutrale Begriffe rassistisch umgedeutet? Und schließlich: Wie gehen Kunst- und Kulturschaffende mit transkulturellem Background damit um? Aneignung & Parodieren oder Dagegen-Halten? Ist erlaubt was gefällt? Oder alles eine Frage der Perspektive?
 

Wir freuen uns auf einen lebhaften und erkenntnisreichen Abend mit:

Elizabeth Blonzen, Schauspielerin & Drehbuchautorin
Masayo Kajimura, Videokünstlerin & Filmemacherin
Shermin Langhoff, Intendantin Ballhaus Naunynstraße
Nadja Ofuatey-Alazard, Journalistin & Autorin
Imran Ayata, Autor, DJ, Mitbegründer von Kanak Attak & Gesellschafter &
Geschäftsführer der Kommunikationsagentur a,b&one

Moderation: Michel Friedman

 

VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

24/NOV/2010, 19 Uhr, Saal

"Von Kindesbeinen an - Rassismus: Entstehungsgeschichte, Funktionsweisen & Auswege"

Ebenso wie Horst Seehofer, der einen Zuzugsstopp für Türken und Araber fordert, hat auch Thilo Sarrazin mit seinen jüngsten Angriffen auf den Bundespräsidenten nachgelegt. Die beiden Politiker »aus der Mitte der Gesellschaft« nehmen nach wie vor für sich in Anspruch, keine Rassisten zu sein – die meisten heimlichen oder offenen Befürworter ihrer Thesen aus der Mehrheitsgesellschaft ebenso, was nur allzu oft in den vielsagenden-nichtssagenden Satz mündet: Ich bin kein Rassist, aber...

Offensichtlich herrscht Klärungsbedarf. Was ist Rassismus? Wie entsteht und funktioniert er? Welche Masken trägt und welche Auswirkungen hat er? Und schließlich: Welche Auswege gibt es aus der Rassismus-
Falle? Wir freuen uns auf einen lebhaften und erkenntnisreichen Abend mit


Prof. Dr. Iman Attia, Erziehungswissenschaftlerin an der Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. Maisha Eggers, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Magdeburg
Petra Rosenberg, Erziehungswissenschaftlerin und Vors. des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Michal Bodemann, Soziologe an der University of Toronto
 

Moderation: Dr. Dr. Michel Friedman


Der Auftakt der Reihe entsprach voll und ganz unseren Vorstellungen: Am 27. Oktober 2010 diskutierte ein illustres Podium mit Michel Friedman kontrovers und lebhaft und vor vollem Haus über die Auswirkungen der aktuellen Angriffe und Bewertungen auf Angehörige kultureller Minderheiten in Deutschland. Das Podium, bestehend aus Naika Foroutan, Kien Nghi Ha, Anetta Kahane, Mekonnen Mesghena sowie Maryam Stibenz, war sich einig: Wir erleben die möglicherweise brisanteste gesellschaftspolitische Zäsur, die die neue Bundesrepublik bislang auszustehen hatte.

Mehr: http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/news/?datum=2010&detail=29 

27/OKT/2010, 19 Uhr, Saal
»Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der Integrierteste im ganzen Land?«

Die Auftaktveranstaltung erörtert die mit dieser Fragestellung einhergehenden Konsequenzen für das Selbstverständnis von Angehörigen kultureller Minderheiten in Deutschland: Schockstarre & Selbsthass oder Solidarität & Widerstand? Wie fühlt man sich angesichts allgegenwärtiger, als sachlich getarnter, pauschalisierender Bilder über sich selbst? Was tun, mit »guten« und »schlechten« Fremdzuschreibungen? Was passiert in Deutschland, wenn kom­plexe gesellschaftliche Herausforderungen »ethnisiert« oder »kulturalisiert« werden?

Der (Selbst)Definitions-Druck droht übermächtig zu werden.

Immer häufiger orientieren sich Angehörige ethnischer oder kultureller Minderheiten an der in der Mehrheits­gesellschaft versteckt oder offen diskutierten Frage: »Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der Integrierteste im ganzen Land?«

Dr. Naika Foroutan, Migrationsforscherin HU Berlin
Dr. Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler
Anetta Kahane, Vorsitzende der »Amadeu-Antonio-Stiftung«
Dr. Mekonnen Mesghena, Leiter der Abteilung »Migration & Diversity« Heinrich-Böll-Stiftung
Maryam Stibenz, Integrationsbeauftragte des Bezirkes Berlin-Mitte

Moderation: Michel Friedman