Februar 2011

 

Kolonialismus im Kasten

Samstag 05.02.2011 17:00 | Seminarraum 1

Eintritt: Frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen

Kooperation

Wie deutscher Kolonialismus als hermetische Geschichte erinnert wird
Deutscher Kolonialismus wird in der dominanten deutschen Erinnerungspolitik ausgeblendet, verniedlicht, als Beitrag zur Modernisierung der Länder des Südens positiv erinnert oder als "Traum von einem Weltreich der Deutschen" nostalgisch verklärt. Fast immer wird die Geschichte des deutschen Kolonialismus dabei als eine gedacht, die vom Rest der "deutschen Geschichte" abgetrennt verlaufen sei.

Diese Tendenzen finden sich auch in der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin wieder, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die "Geschichte der Deutschen" zu erzählen: Hier wird deutsche Kolonialgeschichte in einen Schaukasten verbannt, und die Entwicklungen zwischen 1871 und 1914 werden weitgehend ohne Erwähnung des deutschen kolonialen Projekts erzählt.

Am Beispiel des Projekts "Kolonialismus im Kasten?" zeigt Manuela Bauche, wie die Geschichte des deutschen Kolonialismus auch im DHM erzählt werden könnte und müsste: als untrennbarer Teil der Geschichte des Kaiserreichs.

Manuela Bauche, Historikerin, Studium der Afrikawissenschaften, Europäischen Ethnologie und Soziologie an der Humboldt- und Freien Universität Berlin und der School of Oriental and African Studies (SOAS) London. Abschluss mit einer Arbeit über den Zusammenhang zwischen Medizin und Kolonialherrschaft. Derzeit promoviert Manuela Bauche an der Universität Leipzig über die Geschichte der Malariabekämpfung in Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Ostfriesland, 1880 bis 1918.