April 2011

 

flamenco-abend

Samstag 23.04.2011 20:00 | Saal

Eintritt: 20 € / Abendkasse - 25 €

Veranstalter/-in: La Factoria

Vermietung

WAS

Gewaltsam, schonungslos und ergreifend – der Flamenco entstand in einer Welt, die beherrscht wurde von Unterdrückung, Armut und Leid: die Welt der Gitanos (Zigeuner). Sie drangen gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Indien, über Ägypten und weitere arabische Länder ins südliche Spanien vor. Ihre Musiker übernahmen bald verschiedene Elemente der stark von maurischen und hebräischen Einflüssen geprägten andalusischen Musik, vereinigten sie mit ihrem traditionellen Liedgut und begründeten so jenen Stil, der uns heute als Flamenco geläufig ist. Erst als König Karl III. 1780 die Zigeunerverfolgungen per Dekret verbat und den Gitanos gewisse Bürgerrechte einräumte, drang ihre Musik auch an die Öffentlichkeit.
Damit übersprang der “Duende”, der Geist des Flamencos, die Grenzen zu den Nicht-Zigeunern (Payos genannt). Insbesondere die Söhne reicher andalusischer Gutsbesitzer entdeckten den Flamenco und luden zu kleinen Zirkeln interessierter Künstler und Flamencoliebhaber ein. Der Flamenco besteht aus den 3 Säulen Gesang (cante), Tanz (baile) und Gitarre (toque). Der Rhythmus wird durch das Stampfen mit den Füßen (taconeo), Händeklatschen (palmas) und den Klang von Kastagnetten unterstrichen. Der “cante jondo“ (tiefer Gesang) verweist auf die fast 3000 Jahre alten Klagelieder unterdrückter Kulturen .
Durch Vorbilder wie Jimmy Hendrix und seine Gitarreninterpretationen ( Hendrix:“I’d like to get something together, like the Handel and Bach and Muddy Waters, a flamenco type of thing,”) und Neuinterpretationen durch Gitarristen wie Paco de Lucía und Sänger wie Camarón de la Isla ist der Flamenco und seine Musik spätestens seit den frühen 90ern als Flamenco Nuevo zu einer vollkommen eigenständigen und erfolgreichen Musikform auf dem internationalen Musikmarkt geworden. Sein Tanz hat mit Antonio Gades und Cristina Hoyos in Filmen wie „Carmen“ die Kinowelt erobert - und ist seit 2010 immaterielles Kulturgut, das es zu schützen und zu erhalten gilt!

WARUM

In einer vielseitig interessierten Gesellschaft ist die Suche nach Neuem, Unterhaltsamen und Innovativem ein immerwährender und lebendiger Prozess. Dazu gehört auch das Info-Entertainment, indem alte und neue Kulturen und deren Angebote in bestehendes integriert werden. Nicht der momentane kurze Eindruck wird mithin gewünscht, sondern Nachhaltigkeit und Vielfältigkeit des Erlebten.
Im Verlauf der menschlichen Kulturentwicklung ist das Aufeinandertreffen und der Austausch zwischen Kulturen ein wesentlicher Vorgang. Das Interkulturelle, das dabei entstanden ist, wurde im Laufe der Zeit fortwährend in die jeweiligen Kulturen eingebettet und damit zum Kulturbestandteil und Grund für unsere kulturelle und soziale Entwicklung.
Die heutige menschliche Welt ist ohne Interkulturalität nicht mehr managebar: Der Flamenco ist ein „Global Player“ , seine Gesten voll des interkulturellen Kommunikationspotentials.

WER

Flamme, Verschmelzung, Frische:
Das bedeutet, die Ursprünglichkeit, Erneuerung, Kreativität und Improvisation zusammenzubringen; die Zukunft mit der Vergangenheit.
Wir von „La Factoria“ glauben, dass der Reichtum und die außergewöhnliche Vielseitigkeit, die es in der Musik und dem Tanz vonHeute gibt, nicht ungenutzt bleiben sollten. Deswegen nehmen wir aus beidem, alles was sie uns anbieten - Flamenco, Jazz, Oriental, Fusión, Funk, Rap, Hip Hop, Rock, Pop – und verschmelzen es zu einem neuen, avantgardistischenWerk.
…die 3 Säulen:

Juan Antonio Suarez
In Barcelona geboren, hat der Katalane 1990 im Palau de la Música de Barcelona, zusammen mit der Tänzerin Flora Albacín, sein Debut als Gitarrist des neuen Flamenco. Er begleitet in den folgenden Jahren Manuela Carrasco, Merche Esmeralda, Belén Maya, Sara Baras, Niña Pastori, Javier Barón, Joaquín Grilo, Andrés Marín, Rocío Molina und Rafaela Carrasco u.v.m.
1993 tritt er mit der Tanzgruppe von Belén Maya in Japan auf, 1994 auf der Biennale “Flamenco de Sevilla” .
1995 komponiert Cano (Suarez´ Künstlername) die Musik für das Musical “Plaza Alta”, welches imTeatro Albéniz de Madrid uraufgeführt wird.
2000 folgen weitere Eigenkompositionen und Auftritte im Royal Concert Gebow in Amsterdam, Olimpia in Paris, Yerbabuena in San Francisco und im Joyce Theatre in New York.
Juan Antonio Suarez unterrichtet an renommierten Musikhochschulen wie der Universität von Edinburgh, Melbourne und Hong-Kong, sowie an den Musikhochschulen von Glasgow und Los Angeles.
2006 nimmt er sein erstes Album “Son de Ayer” auf und komponierte die Filmmusik zu Carlos Sauras Dokumentarfilm “Flamenco, Flamenco” .

Concha Jareño
Madrilenin, ausgebildet (Universitäts-Abschluss) in spanischem Tanz, ausgezeichnet mit dem spanischen Nationalpreis für Flamenco “Matilde Coral y Mario Maya” von Córdoba 2007.
2008 folgt die Uraufführung der Stücke "Algo" (etwas) und "Simplemente Flamenco” (es ist nur Flamenco).
Gewinnerin des Preises für die beste Solo-Choreografie in dem Wettbewerb für Choreografie und spanischen Tanz und Flamenco von Madrid. Außerdem erhält sie 2008 den zweiten Preis im Wettbewerb “Cante de las Minas” für Flamenco-Gesang.
Ausgezeichnet mit dem “Newcomer-Preis" des herausragenden Festivals von Jerez 2009, erhält sie herausragende Kritiken, sowohl vom Publikum als auch von der Fachpresse.
Sie spielt als Solistin in dem Stück "Flamenco hoy" (Flamenco heute) von Carlos Saura.
2010 beendet sie den Zyklus ihres Stückes “Algo” mit der Aufführung ebendesselben auf der berühmten Bienale von Sevilla innerhalb der Aufführungsreihe “El Flamenco que viene” ( Flamenco der Zukunft).

José Ramirez
Geboren 1973 in Sevilla, ist er der Gründer und Produzent der Flamencokompanie La Factoria, deren erstklassisches Ensembles sich aus dem umfassenden Portfolio seines ursprünglichen Flamencoambientes zusammensetzt:
Als Kind des ´Ambiente Flamenco´ wächst er in einer heterogenen Lebenswelt von Flamencokünstlern auf und beschließt, als professioneller Musiker im Flamenco zu arbeiten. Er nimmt weltweit an Flamencofestivals wie dem Flamenco-Festivals im Pfefferberg in Berlin oder dem “Festival de Flamenco Tablao 2000/La Haya” teil. Er tritt auf bei “Pasión Flamenca/Azahares y La Fragua” und wird hier von den deutschen Medien (RTL, Berliner Zeitung, Deutsche Welle) und spanischen Medien (Giralda TV, Canal Sur) gefeiert.
José Ramírez bereist ganz Europa, Asien, Kanada und Mexiko und arbeitet mit weltberühmten Künstlern wie Cristina Hoyos, Pablo Alfaro, Miguel Caiceo, Satu (von der in Spanien bekannten Rap-Gruppe “SFDK”) oder Jorge Gonzalez u.v.m zusammen. Er hat 2009 einen kurzen Auftritt bei der beliebten SAT1-Telenovela “Anna und die Liebe”.

 


ZIELGRUPPE

* Intellektuell-kosmopolitisches Milieu: das aufgeklärte, nach Selbstverwirklichung strebende Bildungsmilieu, weltoffen und tolerant.
* Multikulturelles Performermilieu: das junge, flexible und leistungsorientierte Milieu mit bi-bzw. multikulturellem Selbstbewusstsein, das nach Autonomie, intensivem Leben und beruflichem Erfolg strebt.
* Adaptives Integrationsmilieu: die pragmatische moderne Mitte mit Migrationshintergrund, die nach sozialer Intergration und einem harmonischen Leben in gesicherten Verhältnissen strebt.


WIE

“Du gräbst mit der einen Hand nach der Tradition, mit der anderen kratzt du, suchst du. Du kannst überall hingehen, aber du darfst nie deine Wurzeln verlieren, denn nur dort findest du Identität, Duft und Würze des Flamenco.” (Paco de Lucía)

Bestandteile des geplanten Abendprogramms* sind:

 

TANZ: Seguirilla
TANZ: Baile&Gitarre
SOLO: Gitarre&Gesang
TANZ: Buleria - Dauer insgesamt: 45´

PAUSE -------- 20 Minuten

TANZ: Solea
SOLO: Gitarre
SOLO: Gitarre,Tanz,Gesang
TANZ: Bulería - Dauer insgesamt: 45´
*Programmänderungen vorbehalten