September 2011

 

WORLD WIDE CINEMA

Donnerstag 22.09.2011 19:00 | Saal

Eintritt: Frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Masayo Kajimura

Produktion

 

MADE IN EUROPE

Na klar hab ich getanzt
Dokumentarfilm, D, 2010, 35 min, deutsch, R: Mervete Bobaj und Boris Friele

Kosovo in 8 Days (Premiere)
Dokumentarfilm, D, 2011, 39 min, deutsch und albanisch mit engl. UT, R: Mervete Bobaj und Boris Friele

Über zwei Jahre hinweg arbeiteten am Zentrum für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste in Berlin die Autor/innen dieser Filme als Pädagog/innen mit jungen Menschen, deren Familien aus dem Kosovo stammen und seit den '90er Jahren in Deutschland leben. Aus diesem Kontext sozialer Beratungs- und Bildungsarbeit entstanden zwei Dokumentariflme, die in der Tradition des Cinéma vérité stehen:

In "Na klar hab ich getanzt" erlebt der Zuschauer die jungen Menschen in der Auseinandersetzung mit den Zumutungen ihrer aufenthaltsrechtlichen Situation in Deutschland sowie in der Reflexion über Fragen kultureller Prägungen und Bindungen. Die Jugendlichen erlaubten den Filmemacher/innen, sie in Beratungsgesprächen zu begleiten, stellten sich für Interviews zur Verfügung und nahmen selbst die Kamera in die Hand, um über ihre Wahrnehmungen zu berichten.

Der ein Jahr später gedrehte Dokumentarfilm "Kosovo in 8 Days" ist inhaltlich wie cineastisch eine Fortführung. Sieben junge Deutsch-Kosovoalbaner - einige sind bereits aus dem ersten Film bekannt - reisen mit den Filmemacher/innen in den Kosovo, um das Herkunftsland ihrer Familien zu portraitieren. Mit der Kamera begeben sie sich auf die Suche nach dem kulturellen Leben, dem Alltag der Menschen und der Natur im Kosovo der Gegenwart.

Die gemeinsame Arbeit von Autor/innen und Teilnehmer/innen am Filmprojekt bedeutete einen Prozess intensiver Realitätsaneignung und gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, an bedeutsamen Punkten der Lebensgeschichte der Protagonist/innen dabei zu sein. Die Kamera fungiert hier nicht nur als Instrument der Beobachtung und Dokumentation, sondern wird als Katalysator für neue Erfahrungen und Perspektiven der Akteure eingesetzt. Dieser Prozess einer Identitätsarbeit wird dem Publikum vor allem durch die Perspektivenverschränkungen in der Montage nahe gebracht.

Der Filmvorführung folgt eine Podiumsdiskussion mit den Autor/innen und Protagonist/innen der Filme und Experten: Beqë Cufaj (deutsch-kosovoalbanischer Schriftsteller), Günter Piening (Integrationsbeauftragter des Landes Berlin), Dr. Boris Friele (Autor, Psychologe), Mervete Bobaj (Autorin, interkulturelle Pädagogin), Anita Demolli (Protagonistin) und Gresa Kasumaj (Protagonistin).

Die Reihe WorldWideCinema wird gefördert aus Mitteln des BMZ, des Evangelischen Entwicklungsdienstes und des Katholischen Fonds.


 

Diese Veranstalltung wird außerdem gefördert von: