November 2013

 

World Wide Cinema

Donnerstag 07.11.2013 19:00 | Saal

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: J. Enoka Ayemba

Produktion Flyer

 

Pagen in der Traumfabrik

Schwarze Komparsen im deutschen Spielfilm

WDR 2002 | 45 min
Buch und Regie: Annette v. Wangenheim
Historische Fachberatung: Paulette Reed-Anderson
Kamera: Ulrich Prinz, Schnitt: Angela Oechler
Redaktion: Beate Schlanstein

In Zusammenarbeit mit dem WDR


 

 
Deutschlands Kolonialgeschichte endete offiziell 1919 mit dem Vertrag zu Versailles.
Sämtliche Kolonien wurden an Großbritannien und Frankreich übertragen. Doch in den Köpfen deutscher Politiker und der Bevölkerung lebte der Kolonialanspruch weiter. Er wurde mit den unterschiedlichsten Mitteln gefördert und öffentlich festgeschrieben. Besonders geeignet schien der Spielfilm.

Bis 1942 entstanden schätzungsweise rund 100 deutsche Kolonial- und Propagandafilme, deren Geschichte in Afrika spielt. Sie wurden in Deutschland mit Schwarzen Deutschen und Afrikanern, die in Deutschland lebten, hergestellt. Wer waren diese Schwarzen Komparsen und wie sind sie nach Deutschland gekommen? Warum arbeiteten sie beim Film? Welche Rollen spielten sie und welche Botschaft vermittelten diese? Wie erlebten sie den Alltag als Schwarze in der Weimarer Republik und in der Nazizeit?

Diese Fragen beantwortet das Geschichts-Feature "Pagen in der Traumfabrik" auf zwei Ebenen: eindrucksvolle Spielfilmausschnitte - von Ernst Lubitschs "Austernprinzessin" bis hin zu Josef von Baky's "Münchhausen" - werden historisch eingeordnet und kommentiert. Hinzu kommen Statements von vier ehemaligen Schwarze Komparsen, die schon als Kinder beim Film mitgewirkt haben.


 

Die Erinnerungen der Zeitzeugen sind einzigartige Zeugnisse. In Verbindung mit den Spielfilmzitaten machen sie deutsche Geschichte als Teil der persönlichen Lebensgeschichte von Schwarzen erfahrbar. Ihr Blick auf den alltäglichen Rassismus zwischen 1919 und 1945, auf die Eskalation der Demütigungen, Verbote und Lebensgefahren ist neu: sowohl in der deutschen Geschichtsbetrachtung als auch in der Filmforschung. Vor allem aber in der bundesdeutschen Fernsehberichterstattung.

Die Perspektive der Betroffenen ermöglicht Einblicke in ein bisher nicht beachtete Facetten deutscher Zeit- und Filmgeschichte und dessen Auswirkungen bis heute.

Preise: United Nations Special Award und intermedia-globe SILVER and auf dem WorldMediaFestival Hamburg 2003 und Platz Zwei auf dem Prix Europa Iris Berlin 2002

 

Schwarze im NS-Staat

Regie: Manfred Uhlig/Peter Martin
BRD | 2002, 30 min | dt.
Produzent: Stiftung für Wissenschaft und Kultur

Schwarze Menschen wurden neben Juden und Sinti und Roma im Nationalsozialismus Opfer der rassenhygienischer Ideologie und Politik. Die europäische Erfindung von *Rasse* führte im NS-Staat zu Gesetzen, die bpsw. Eheschließungen von Schwarzen und weißen Menschen verboten und diese verfolgen. Der Film stellt fünf Schwarze Deutsche vor, die in dieser Zeit als einige der wenigen überlebt haben. Unter anderem kommt der 1928 in Erfurt geborenen Gert Schramm zu Wort, dem die Nazis unter Berufung auf die sogenannten Nürnberger Rassengesetze eine Lehrausbildung verweigerten und ihn 1944 im Alter von 15 Jahren nach Buchenwald deportierten. Sein Vater wurde bereits 1941 nach Auschwitz deportiert und kam dort ums Leben.

Neben dem Kurator Enoka Ayemba begrüßen wir ebenfalls Gastperson und Referentin Katharina Oguntoye vom Joliba e.V zum Gespräch.

 


Die Filme werden gezeigt in der Reihe Schwarze Menschen und das Nazi-Regime und ist Teil des WdK-Programms World Wide Cinema. Alle Filme im Spielplan und auf der Facebook-Fanpage.

 
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