Juni 2014

 

Eine Zukunft „without guarantees“

Samstag 21.06.2014 18:00 | Club

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Rosa-Luxemburg-Stiftung | Alice-Salomon-Hochschule | Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

Kooperation

Veranstaltung zum Gedenken an Stuart Hall

Podium | Buchvorstellung | Film

Anfang des Jahres ist Stuart Hall gestorben - bedeutender Soziologe, Begründer und Hauptvertreter der Cultural Studies. Um Wichtiges in Erinnerung zu rufen und Unverzichtbares zu erhalten, möchte die Werkstatt der Kulturen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Alice-Salomon-Hochschule und dem Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies mit dieser Veranstaltung Stuart Hall gedenken, indem seine seine Gedanken aufgegriffen und weitergeführt werden. Unsere Gäste stellen ihre Auseinandersetzung mit Hall vor und regen dazu an, wie mit Hall aktuelle politische Auseinandersetzungen verstanden und geführt werden können. So bleibt der Abschied von Stuart Hall ein Abschied in die Zukunft. Eine Zukunft „without guarantees“.

 

 

Programm

  • 18:00 Begrüßung | Janek Niggemann
  • 18:30 Podium: "Ein Abschied in die Zukunft? Erinnerungen an Stuart Hall" | Mit: Chandra-Milena Danielzik, Nikita Dhawan, Maria do Mar Castro Varela, Katrin Reimer, Nadine Golly | Moderation: Noa Ha
  • 20:15 Buchvorstellung „Stuart Hall – Ausgewählte Schriften Band 5“ | Argument Verlag
  • 21:00 Film „The Stuart Hall Project“
    mit einer skype-Schaltung zu den Regisseuren
  • 22:30 Get together in memory of Stuart Hall

 

Stuart Hall nannte sich selbst „Diaspora-Intellektueller“, denn sein Weg von Jamaica ins Zentrum des britischen Empires hat sein Denken von Grund auf bestimmt. Er war ein Intellektueller im Sinne Antonio Gramsci, dessen Denken Hall zutiefst beeinflusste. Hall war kein abgehobener Theoretiker und hielt sich von der britisch-imperialen Bildungsaristokratie fern. Als einer der ersten einer Generation postkolonialer Intellektueller in London musste Hall für die eigene Position gegen das Erbe kolonialer Wahrheitsregime ankämpfen.

  

Hall stritt in der Universität für den Aufbau von Cultural Studies als politischem Theorieprojekt. In Birmingham baute er das Center for Contemporary Cultural Studies (CCCS) mit auf und gilt damit als einer der wichtigsten Vertreter der Cultural Studies. Er war aber auch Hauptschullehrer im armen Teil East Londons, gründete Vereine wie die „Sozialistische Gesellschaft“ und Zeitschriften wie die „New Left Review“. In „Hörweite zum Marxismus“ hat Hall über Fachgrenzen und Gruppenidentitäten hinweg originelle Positionen entwickelt und eine Vielfalt von Themen gesetzt: die Bedeutung von Kultur für politische Kämpfe, die Spannung von Identität und Differenz, von Peripherie und Zentrum als (post-)kolonialem Herrschaftsverhältnis, die Mobilisierung und Veränderung von Rassismus in kapitalistischen Gesellschaften, die Bedeutung historischer Brüche und die Dynamik von Krisen. Das Scheitern der Neuen Linken und der sozialen Bewegungen hat Hall in seinen Analysen des „Thatcherismus“ auf den Begriff gebracht. Sie sind politische Kritik, Zeitgeschichte und theoretische Lehre in einem, wie so vieles, was Hall als Theorie im Handgemenge, als eingreifendes Denken produziert hat.

 

 
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