November 2014

 
 

Aktionswochen gegen Antisemitismus

Dienstag 11.11.2014 18:00 | Saal

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Salaam Shalom Initiative | Amadeu Antonio Stiftung

Kooperation

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus

Podiumsdiskussion mit Tarek Bärliner (Journalist, Islamische Zeitung), Dekel Peretz (Historiker, Programmorganisator der Fraenkelufer Synagoge), Dr. Juliane Wetzel (Antisemitismusforscherin, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), moderiert von Mekonnen Mesghena (Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung) im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus in Kooperation mit Salaam Shalom Initiative und der Amadeu Antonio Stiftung.

 

Antisemitische Parolen riefen Demonstranten auf pro-palästinensischen Kundgebungen im Juli 2014. Kurz darauf schrieben Zeitungen über “importierten Antisemitismus” und darüber, dass die Nazis von heute nicht mehr “Heil Hitler” rufen, sondern “Allahu akbar”.

Wir hören und lesen regelmäßig über Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland – obgleich mehr als 90 Prozent der antisemitischen Straftaten von deutschen Mehrheitsangehörigen begangen werden. Nach den pro-palästinensischen Kundgebungen meinten einige gar, dass es eine “Lawine von Antisemitismus” in Deutschland gäbe; andere nennen das Jahr 2014 die “schlimmste Zeit seit dem Holocaust”.

Was ist hier los? Ist Antisemitismus unter Muslimen mit familiären Bezügen zum Nahen Osten tatsächlich weiter verbreitet, als unter anderen religiös-kulturellen Gruppen in Deutschland? Oder liefern uns deutsche Medien einen unguten Cocktail aus routiniertem Muslim-Bashing und spontanem Philosemitismus, um sich aus der historischen Verantwortung für die Shoa zu stehlen?

Diese und weitere Fragen werden beim Podiumsgespräch diskutiert.
 

Gäste

Tarek Bärliner | Journalist der Islamischen Zeitung

Tarek Bärliner stammt aus Berlin. Durch sein Studium der Kommunikationswissenschaften kam er zu der Islamischen Zeitung, bei der er für das Online-Ressort zuständig ist. Während des Gaza-Kriegs im Sommer 2014 startete er in der IZ ein Programm zur Erinnerung an die muslimisch-jüdische Freundschaft. Der Sohn eines Deutschen und einer Syrerin ist außerdem ehrenamtlich tätig im Shems Sozialnetzwerk und der Semerkand-Moschee in Schöneberg.

 

Dekel Peretz | Historiker, Programmorganisator der Fraenkelufer Synagoge

Dekel Peretz ist in Israel und in den USA aufgewachsen. Seit zwölf Jahren lebt er in Berlin, studierte an der Humboldt und der Technischen Universität Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Zur Zeit arbeitet er an seiner Dissertation im Bereich deutsch-jüdische Geschichte am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. Seit mehr als zwei Jahren engagiert er sich im Rahmen des Vereins "Freunde des Fraenkelufers" beim Aufbau der Synagoge Fraenkelufer als ein Zentrum für das jüdische Leben in Kreuzberg.
 

Dr. Juliane Wetzel | Antisemitismusforscherin, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

Juliane Wetzel promovierte in Geschichte und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Seit 1991 ist sie Mitarbeiterin des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Zu ihren Arbeitschwerpunkten gehören Rechtsextremismus, insbesondere Rechtsextremismus und Antisemitismus im Internet sowie die verschiedenen Formen des Antisemitismus im In- und Ausland.

 

 

Moderation

  

Mekonnen Mesghena | Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung

Mekonnen Mesghena leitet das Referat Migration & Diversity der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor war er zuständig für die medienpolitischen Aktivitäten der Stiftung. Er arbeitete mehrere Jahre als freier Journalist und schreibt heute für diverse inländische und internationale Magazine, Rundfunkanstalten und Websites. Er engagierte sich mehrere Jahre als Sprecher des Dritte Welt Journalisten Netzes und hat 1993 Media Watch Germany mitgegründet.

 

    

 
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