Dezember 2017

 

Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten - damals wie heute

Samstag 02.12.2017 12:00 | Saal

Eintritt: frei (Anmeldung erbeten)

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Korea-Verband e.V.

Vermietung Flyer

10. Jubiläum der Resolutionen zu den „Trostfrauen“
Konferenz -Filmvorführung
 


 

Anfang der 1990er brachen die sogenannten „Trostfrauen“ ein Tabu und sprachen öffentlich darüber, wie das japanische Militär sie im Asien-Pazifik-Krieg (1937–1945) als Mädchen oder junge Frauen zur sexuellen Sklaverei gezwungen hatte. Bis heute warten sie auf eine aufrichtige Entschuldigung und offizielle Entschädigung von der japanischen Regierung und genießen unter ihren Unterstützer*innen weltweit ein hohes Ansehen für ihren aufgebrachten Mut.

2007 verabschiedeten vier Parlamente in den USA, den Niederlanden, Kanada und die Europäische Union eine Resolution zur 



Ein Bild von Kang Suk-Kyung, einer "Trostfrau", 1995

 

Lösung der „Trostfrauen“-Problematik mit einer klaren Handlungsaufforderung gegenüber Japan. 2008 folgten Südkorea und Taiwan. Zum 10. Jubiläum der Resolution wird Frau Gil Won-Ok, eine der letzten „Trostfrauen“ aus Südkorea, die jeweiligen Parlamente für diesen mutigen Schritt würdigen. Im Alter von 90 Jahren tritt sie dazu zum 5. Mal die weite Reise nach Deutschland an.

Konferenz: Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten – damals wie heute

Vor der Würdigung wird auf der Konferenz „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten – damals wie heute“ anhand verschiedener Fallbeispiele gezeigt, warum die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Zukunft unabdingbar ist. Wir möchten außerdem zeigen, dass die „Trostfrauen“-Frage nicht nur ein Problem zwischen Korea und Japan darstellt, sondern viel mehr Nationen weltweit davon betroffen sind. Deswegen haben wir nicht nur Expert*innen und Aktivist*innen aus Südkorea eingeladen, auch aus den USA und Syrien haben wir Gäste eingeladen, welche über den Umgang mit sexueller Gewalt diskutieren werden. Der Abend wird darüber hinaus musikalisch-künstlerisch untermalt und schließt mit einer Filmvorführung.

Programm zum Download

 

Anmeldung

Wir bitte um Anmeldung über das Anmeldeformular oder auf dieser Website. Nur so können wir ausreichend Verpflegung und Kopfhörer für die Verdolmetschung zur Verfügung stellen. Vielen Dank!

Weiterführende Informationen finden sie bei unserem Kooperationspartner Korea-Verband e.V.


 

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PROGRAMM

Teil I / Part I:
Konferenz „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten – damals wie heute“
Conference “Sexual Violence in Military Conflicts – Then and Now” 

12:30 – 12:45 Eröffnung / Opening remarks:
Nataly Jung-Hwa Han (Vorsitzende / Chairwoman, Korea Verband)
Carsten Rostalsky (Stellv. Vorsitzender / Deputy Chairman, DOAM)
Prof. Dr. Godula Kosack (Vorsitzende / Chairwoman, Terre des Femmes)

12:45 – 14:30 Sitzung 1 / Session 1
Erinnerungen für die Zukunft / Memory for the Future

Sitzungsleitung/ Chair: Dr. Regina Mühlhäuser
(Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur)

Präsentation 1 / Presentation 1
„Trostfrauen“ des japanischen Militärs und die Opfer koreanischer Soldaten im Vietnamkrieg / “Comfort Women” of the Japanese Military and Victims of Korean Soldiers in the Vietnam War
(Yoon Mee-Hyang, Vorsitzende des Korean Council for the Women Drafted for Military Sexual Slavery by Japan)

Präsentation 2 / Presentation 2
Die Aufarbeitung der Prostitution für GIs in Südkorea / The Beginning of Memory Work on Prostitution for GIs in South Korea (Prof. Dr. Na-Young Lee, Joong-Ang University)

Q&A

14:30 – 15:00 Kaffeepause / Coffee break

15:00 – 16:15 Sitzung 2 / Session 2
Gewalt heute / Violence Today
Sitzungsleitung / Chair: Prof. Dr. Godula Kosack (Vorsitzende / Chairwoman,
Terre des Femmes)

Präsentation 3 / Presentation 3
Die Situation der Kinder in den Camptowns / The Situation of the Children from Camptowns (Yuri Doolan, Northwestern University, USA)

Präsentation 4 / Presentation 4
Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Kontext von Flucht aus Kriegsgebieten / Violence Against Women and Girls Fleeing War Zones (Dr. Phil. Abir Alhaj Mawas, Terre des Femmes)
Q&A

16:30 – 17:30 Podiumsdiskussion I Panel discussion
Was können wir für die nachfolgenden Generationen tun? / What Can We Do for Future Generations?

Alle Referent*innen der beiden Sitzungen und Ute Koczy (MdB a.D.)
With speakers from both sessions and Ute Koczy (former Member of the Bundestag)

Moderation: Melanie Bierbaum (Amnesty International e.V., Gruppe gegen Menschenrechtsverletzung an Frauen / Human Rights Violations against Women)

17:150 – 18:00 Kaffeepause / Coffee break


Teil II / Part II
Feier anlässlich des 10. Jubiläums der Resolutionen zur „Trostfrauen“ – Frage
Ceremony Commemorating the 10th Anniversary of Resolutions on the “Comfort Women” Issue


18:00 – 19:00 Performance:

Blattwerk / Foliage - Ae-Rang Rhee (Licht / Light: Kai Specht-Rhee)
Eröffnung / Opening remarks: Ute Koczy (MdB a.D. / former Member of the Bundestag)

Brief an meine Mutter und Präsentation der Träume von Frau Gil Won-Ok / Letter to My Mother and presentation of Ms. Gil’s dreams
(Überlebende des japanischen „Trostfrauen“-Systems und Menschenrechtsaktivistin / survivor of the Japanese “comfort women” system and human rights activist)
Würdigung der Vertreterinnen und Vertreter der Parlamente, die eine Resolution zu den „Trostfrauen“ verfasst haben / Appreciation of the representatives from the states that have adopted resolutions on the “comfort women” issue (Yoon Mee-Hyang, Vorsitzende / Co-representative of The Korean Council for the Women Drafted for Military Sexual Slavery by Japan)
Performance:
Spectre – Kazuma Glen Motomura
Anerkennung des 5. Besuchs in Deutschland von Frau Gil Won-Ok zur Unterstützung der „Trostfrauen“-Problematik / Recognition of Ms.Gil’s 5th visit to Berlin to advocate for the “comfort women” issue
(Mitglieder der AG „Trostfrauen“ / Members of the AG „Trostfrauen“, Korea Verband)
Danksagung / Expression of thanks

19:00 Empfang mit Buffet im Foyer / Dinner buffet in the lobby

20:15 – 21:45 Film The Woman, The Orphan and The Tiger (Jane Jin Kaisen & Guston Soundin-Kung, 2010, 72 Min.)

Einführung I Introduction: Dr. Anja Michaelsen (Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum)
21:45 Get-together im Foyer / in the lobby

Die Veranstaltung wird von Dahye Yim und Yann Prell (Korea Verband) moderiert.
The event will be moderated by Dahye Yim and Yann Prell (Korea Verband).

Zeichnungen der Künstlerin Nine Yamamoto-Masson werden während der Konferenz ausgestellt.
Artwork by artist Nine Yamamoto-Masson will be exhibited in the venue during the conference.

*Programmänderungen vorbehalten
*Programme subject to change


Über Gil Won-Ok

Gil Won-Ok wurde 1928 in Pjöngjang geboren. 1940 wurde sie im Alter von 13 Jahren vom japanischen Militär als Sexsklavin in die „Trost-Bordelle“ nach Harbin, China verschleppt. Mit 15 Jahren wurde sie zu einer „Trost-Station” in Shíjiāzhuāng, China, gebracht und musste dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr bleiben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es ihr, nach Korea zurückzukehren, allerdings nicht in ihre Heimatstadt, da Korea damals schon geteilt war. Heute setzt sich Gil als Menschenrechtsaktivistin auch für die Frauen in ehemaligen und aktuellen Kriegsgebieten ein. Vor kurzem verwirklichte sie ihren Traum, Sängerin zu werden und veröffentlichte ein Album mit ihren Liedern.

 

About Gil Won-Ok
Gil Won-Ok was born in Pyongyang in 1928. In 1940, when she was thirteen years old, Japanese soldiers abducted her and took her to the comfort station in Harbin, China where she was turned into a sex slave. When she was fifteen years old, she was moved to a “comfort station” in Shíjiāzhuāng, China where she was forced to stay until she was eighteen. After the end of World War II she managed to return to Korea but could not go back to her hometown because Korea had been divided. Ms. Gil works as activist fighting for the human rights of women in former and current war zones and conflict regions. Recently she fulfilled her dream of becoming a singer and released an album of her songs.



             

Die Räume und Toiletten der WERKSTATT DER KULTUREN sind rollstuhlzugänglich. Um den Zugang mit Rollstuhl zu gewährleisten, bitten wir um telefonische Voranmeldung: +49 (0)30 60 97 70-0.