Februar 2018

 

W.E.B. Du Bois in Deutschland

Freitag 23.02.2018 18:30 | Seminarraum 1

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Natasha A. Kelly

Kooperation

W.E.B. Du Bois in Deutschland

Vortrag & Lesung mit Dr. Natasha A. Kelly

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festivals BLACK HISTORY MONTH 2018.

 


Auf der Grundlage ihrer letzten Publikation »Afrokultur. Der Raum zwischen gestern und morgen« wird Dr. Natasha A. Kelly Gemeinsamkeiten und Unterscheide, Kontinuitäten und Diskontinuitäten in den Wissensproduktionen von Du Bois bis Ayim aufzeigen und eine afrodeutsche Perspektive auf »The Souls of Black Folk« aufzeigen.

In »The Souls of Black Folk« (1903) verweist der Schwarze US-amerikanische Aktivist, Philosoph und Soziologe W.E.B. Du Bois auf die Bedeutung von v. a. Musik, die er als spezifische Kommunikationsform der Schwarzen Kultur verhandelt und legt damit die ideologischen Rahmenbedingungen für das Konzept »Afrodeutsch«.

So ist es kein Zufall, dass Schwarze Wissensre_produzent_innen der Gegenwart, wie die Schwarze deutsche Poetin, Aktivistin und Wissenschaftlerin May Ayim in ihrem Gedichtband »blues in schwarz weiss« (1995), nicht nur die überlieferte Ausdrucksform des Blues wählen, um dem gelebten Kolonialrassismus in Deutschland Ausdruck zu verleihen. May Ayim setzt ebenso verschiedene Adinkra Zeichen der Aschanti ein, wie das Sankofa Symbol, womit sie ihr Lesepublikum der Bedeutung entsprechend einlädt, ihr afrikanisches Erbe zu erkennen, in die Gegenwart zu holen und als Quelle für die Deutung der Zukunft zu verstehen.

In einem vermeintlichen Zwischenraum – einem Raum zwischen gestern und morgen – re_produziert May Ayim Wissen, das auf W.E.B. Du Bois‘ soziologischen Vorstellungen von »racial identity« zurückgeführt werden kann. Vorstellungen, die nicht zuletzt durch seinen zweijährigen Studienaufenthalt in Deutschland geformt wurden.

W. E. B. Du Bois, der von 1892 – 1894 an der heutigen Humboldt Universität zu Berlin studierte, erlebte Deutschland als »culture in search of a nation« (Du Bois 1940: 136), was nicht nur Deutschlands soziale Struktur zu Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, sondern gleichsam Du Bois‘ gelebte Marginalizierung als Schwarzer Mann in den Vereinigten Staaten von Amerika reflektiert.

 


 

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten visuelle Kommunikation, Kolonialismus und Feminismus.

Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Autorin, Dozentin und Kuratorin hat an zahlreichen Institutionen in Deutschland und Österreich gelehrt und referiert. In ihren Publikationen »Afroism« (2008), »Sisters & Souls« (2015), »Afrokultur« (2016) u.a. und in ihren künstlerischen Arbeiten »EDEWA« (2010 - heute), »Giftschrank« (Deutsches Historisches Museum, 2016/2017, Museum Schöneberg 2017) und »African_Diaspora Palast« (»Weltausstellung_Reformation«, Wittenberg 2017) verbindet sie Theorie und Praxis und schafft damit Transferleistungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert u.a. als wissenschaftliche Referentin des Zentralrats der afrikanischen Gemeinden in Deutschland.

Neben ihre beratende Tätigkeit für verschiedene Kunstinstitutionen ist sie die künstlerische Leiterin der Theaterreihe »M(a)y Sisters«, die seit 2016 am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin aufgeführt wird.

 

 

 

 


 

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