Februar 2018

 

„Das falsche Wort: Wiedergutmachung an Z***rn (Sinti) in Deutschland?“

Samstag 24.02.2018 19:30 | Saal

Eintritt: frei, Spenden (3-10 EUR) werden erbeten

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Paria e.V.

Kooperation

Filmscreening und Diskussion*

*In den Filmtiteln wird der Begriff "Zigeuner" verwendnet. Sie dazu Stellungnahme des Zentralrat Deutscher Sinti & Roma.

Im Anschluss an das Filmscreening: Diskussion, moderiert von Filis Demirova (PARIA e.V.)  

„Das falsche Wort: Wiedergutmachung an Z***rn (Sinti) in Deutschland?“
Dokumentarfilm von Melanie Spitta und Katrin Seybold, 83 min., 1987

“Were the Sinti ‘compensated’ after their persecution by the Nazis? Classic document about a gruesome mechanism. Or how the Sinti were still seen as a guilty party and culprits were regarded as independent experts. A comprehensive report of the persecution of German Sinti by the Nazis, seen from the point of view of the Sinti themselves. The film makers investigated whether the Sinti in Germany have received the `compensation’ they deserve. On their quest, they discovered material that had previously remained hidden; collected and hidden by the culprits with the intention of delaying compensation as long as possible if not to prevent it entirely. In an attempt to tackle the culprits with this evidence, the Sinti still turned out to be regarded as guilty.”

  

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Filmemacherinnen

 


Katrin Seybold
© Barbara Mayr 
Melanie Spitta
© Carmen Spitta de Jonck

Katrin Seybold war eine mehrfach preisgekrönte Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Über Regieassistenzen bei Hans Rolf Strobel und Edgar Reitz kam sie in den 1970er Jahren zum Film und arbeitete in der Folge als Regisseurin von Dokumentationen mit dem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus, Widerstand und Judenverfolgung. Seit 1994 war sie Mitglied der Akademie der Künste (Berlin).

 

 

 

 

 

Melanie Spitta war eine Filmemacherin und Bürgerrechtlerin aus der Minderheit der Sinti. In den 1980er Jahren arbeitete sie als Filmautorin zusammen mit der Regisseurin Katrin Seybold an Dokumentarfilmen über die Lage der Sinti in Deutschland, kämpfte als Bürgerrechtlerin für die Gleichstellung der Frauen unter den Sinti und in der gesamten Gesellschaft und arbeitete unentwegt als Beraterin und Publizistin. Bis sie, Katrin Seybold, Siegmund Wolf und Zeitzeugen der NS-Verfolgung sich im Rahmen der Dokumentarfilme daran machten, das Archivgut im Bundesarchiv zu sichten, gab es bis auf ein Foto von Eva Justin kein publiziertes Foto der Täter aus der Belegschaft der sogenannten "Rassenhygienischen Forschungsstelle".

   

 

  

 

PARIA e.V. ist eine Roma-Selbstorganisation, gegründet 2012 in Berlin von Filis Demirova und Georgel Caldararu.

Erläuterungen zum Begriff „Zigeuner“


(Quelle: Zentralrat Deutscher Sinti & Roma, Stellungnahme vom 9. Oktober 2015)

„Zigeuner“ ist eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird – so haben sich die Sinti und Roma nämlich niemals selbst genannt. Die Durchsetzung der Eigenbezeichnung Sinti und Roma im öffentlichen Diskurs war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Bürgerrechtsbewegung, die sich vor allem seit Ende der Siebzigerjahre in der Bundesrepublik formierte. Dadurch sollte zugleich ein Bewusstsein für jene Vorurteilsstrukturen und Ausgrenzungsmechanismen geschaffen werden, die im Stereotyp vom „Zigeuner“ ihre Wurzeln haben.

„Sinti“ bezeichnet die in Mitteleuropa seit dem ausgehenden Mittelalter beheimateten Angehörigen der Minderheit, „Roma“ jene ost- bzw. süd-osteuropäischer Herkunft. Die nationalen Sinti- und Roma-Gemeinschaften sind durch die Geschichte und Kultur ihrer jeweiligen Heimatländer stark geprägt. Dies hat sich auch in der Sprache der Sinti und Roma, dem Romanes, niedergeschlagen: Durch die Aufnahme von Lehnwörtern aus der jeweiligen Landessprache haben sich in den verschiedenen Staaten Europas über die Jahrhunderte unterschiedliche Romanes-Sprachen herausgebildet.