Mai 2018

 
 

Der Fürst von Emigión

Mittwoch 02.05.2018 20:00 | Club

Eintritt: 15,- / 10,- / 7,- EUR

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Forum Mare Balticum e.V.

Kooperation

Lyrik auf Schwedisch, Deutsch und Kurmanji mit kurdischer Musik

Der Gedichtzyklus Diwan über den Fürsten von Emgión von Gunnar Ekelöf (1907-68) aus dem Jahr 1965 wurde während einer Reise in Istanbul konzipiert und in Teilen niedergeschrieben.

 

  

Heute wieder von hoher Aktualität als ein Akt der Identifikation mit der Gestalt eines gefolterten kurdischen Fürsten, schildert er das Schicksal eines kurdisch-armenischen Grenzfürsten im Byzantinischen Reich, der nach der Schlacht von Manzikert (Malazgirt) 1071 von den Seldschuken gefangen genommen und geblendet wird, schließlich freikommt und von seiner Tochter zurückgeführt wird in die Heimatgegenden im Hochland von Van.

Ekelöf selbst schrieb in einer Anmerkung zum Fürsten von Emgión: Aus verschiedenen Gründen glaube ich darauf schließen zu können, daß der Fürst von E. armenisch-kurdischer (d.h. nordpersischer) Herkunft war. Kurdische Gesellschaften siedelten in verschiedenen Teilen des Byzantinischen Reiches, vor allem aber in den Gebirgsgegenden um den Van-See, wo sie mit Armenier*innen lebten. Bis auf den heutigen Tag haben sie sich ihr Eigenes erhalten. Zuweilen bezeichnete man sie als Teufelsanbeter, zuweilen als Feueranbeter; sie waren Jesiden.

 

Lesende:

  • Karin Levander, Gunnar Ekelöf-Gesellschaft Stockholm
  • Firat Ceweri, Übersetzer (schwedisch-kurdisch) und Autor aus Järfälla, Stockholm
  • Klaus-Jürgen Liedtke, Übersetzer (schwedisch-deutsch) und Berliner Autor. Auf Deutsch erschien der Diwan über den Fürsten von Emgión als erster von 7 Bänden 1991 im Verlag Kleinheinrich Münster.

 

Musik: Heval Trio

Das Heval Trio besteht aus Musikern, die aus Anatolien und Nahost über ganz unterschiedliche Wege nach Berlin gekommen und sich dort begegnet sind. Hogir Göregen bringt mit seinen schnellen Fingern die rythmische Vielfalt uralter Gesellschaften Anatoliens mit; Mikail Yakut fügt mit seinem virtuosen Spiel die Intensität des Akkordeons hinzu, und Mevan Younes vertieft die Musik des Trios mit seinen Kompositionen. “Heval” heißt auf kurdisch FreundIn/Genoss*in, das sind auch die drei Musiker, die traditionelle Musik aus Osteuropa, Anatolien, Mesopotamien und dem Kaukasus in diesem Sinne interpretieren. So ist ihre Musik nicht nur von ihren Wurzeln geprägt, sondern auch von der improvisierten Musik moderner Zeiten. Deswegen findet man in der Musik vom Heval Trio Inspirationen vom Jazz, Blues und Neuer Musik gleichzeitig.

Eine Veranstaltung gefördert von:

  

 


  


  


Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.