August 2018

 

Gnaoua Festival Berlin

Freitag 17.08.2018 15:00 | ganzes Haus

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Alaa Zouiten

Produktion

Beim jährlichen Gnaoua-Festival im marokkanischen Essaouira zelebrieren regelmäßig mehr als 45.000 Menschen die tranceartige Musik, die vor mehr als drei Generationen von der Westküste des Kontinents nach Marokko gelangten.

Mit dem Gnaoua Festival, das erstmals in Berlin stattfindet, würdigt die WERKSTATT DER KULTUREN die jahrhundertelange Tradition der Gnaoua-Meister, deren Vorfahren als versklavte Menschen aus den heutigen westafrikanischen Staaten Mauretanien, Senegal, Niger und Mali nicht nur den Sound Marokkos, Algeriens und Tunesiens erneuerten, sondern auch nachhaltigen Einfluss auf die internationale Entwicklung des Jazz hatten.

Bekannt geworden sind die Gnawa insbesondere aufgrund ihrer rhythmusbetonten Musik. Die drei Hauptinstrumente sind Ṭbal (mit Stöckchen geschlagene Fasstrommel), Sintir (Langhalslaute, Resonanzkörper kann ein Schildkrötenpanzer sein) und Gimbri (dreisaitige Langhalslaute mit rechteckigem Resonanzkörper aus Holz), dazu kommt die metallene Gefäßklapper Qarqaba (Pl. Qaraqib). Die Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen Lila- oder Derdeba-Ritual.

Kuration: Alaa Zouiten

zum gesamten Festival-Programm (alle Tage)

 


Gnaoua Workshop with Master Simo Lagnawi

17.08.2018 | 15:00 h

Im Rahmen des 1. Gnaoua Festival Berlin wird der marokkanisch britische Gnaoua-Master und Botschafter der Gnaoua-Musikkultur in UK Simo Lagnawi einen Workshop für alle Gnaoua-Interessierte und -Liebhaber betreuen!

 

Erlernen der Grundlagen der Gnaoua-Musikkultur: Guembri, rhythmische Pattern, Qraqeb, Gesang, Rituale, usw ...

Für ALLE Interessierte! Egal, wie alt man ist (auch für Kinder geeignet), egal, ob man schon ein Musikinstrument kann oder nicht.

Gebühr: 7,- Euro

Anmeldung: gnawafestival@werkstatt-der-kulturen.de (bitte Name, Vorname und Alter angeben)
 

 


Gnaoua-Parade

17.08.2018 | 18:00h

Der zweite Festival-Tag beginnt mit einer Gnaoua-Parade, die an die ftouh rahba angelehnt ist, einer Prozession, mit der traditionell auch das Gnaoua-Weltmusikfestival in Essaouira eröffnet wird:

Gnaoua-Musiker und -Tänzer ziehen um 18 Uhr mit Qraqebs, Trommeln & Co von der WERKSTATT DER KULTUREN zum Hermannplatz im Herzen Kreuzköllns und wieder zurück.

 


Vom Baum zum Saiten-ZupfeN

Musikinstrumentenbau-Ausstellung mit Mohamed Khoudir

17.08.2018 | 19:00h

Ausgestellt werden die wichtigsten Musikinstrumente der arabischen Gnaoua-Musik wie die Oud, Guembri, Qraqeb, Bendir, Tam Tam, ...

 

Mohamed Khoudir ist in Algerien aufgewachsen und seit fast 20 Jahren in Berlin wohnhaft; er hat unter anderem Ausbildungen als Erzieher und Musik-Klang-Therapeut absolviert.

Der Musikinstrumentenbau entstand aus seiner Leidenschaft zum Element Holz und durch das Interesse gelang es ihm, die ersten eigenen Instrumente in seiner Werkstatt zu bauen. Er war der erste Oud-Musikinstrumentenbauer in Berlin und ist inzwischen die Adresse, an die man sich wendet wenn Mann/Frau ein hochwertiges Unikat bestellen möchten.

www.khoudir-oud.com

 


Black Koyo

17.08.2018 | 19:30h

Black Koyo ist eine Gruppe junger Exil-Marokkaner, die mittlerweile in Brüssel leben. Sie entführen das Publikum an diesem Abend in die Welt der lila- und derdeba-Rituale der Gnaoua.

In Marokko können diese nächtlichen Zeremonien aus Tanz, Musik und Trance bis zu 12 Stunden dauern!

 

Black Koyo auf Facebook

Line-Up:

  • Hicham Bilali - Guembri, Gesang
  • Ayoub Boufous - Qraqeb, Gesang
  • Achraf Abantor - Qraqeb, Gesang

Die Mitglieder von Black Koyo stammen aus verschiedenen marokkanischen Städten: Fès, Meknès, Tanger und Casablanca. „Koyo“ bedeutet „qraqeb Spieler“ (ein Kastagnetten-ähnliches perkussives Instrument aus Eisen, das zentral in der Gnaoua-Musik ist). Aufgrund ihrer unterschiedlichen regionalen  Herkunft, stellt die Gruppe eine einzigartige Mischung dar, die alle der wichtigsten traditionellen Gnaoua-Gruppen sowie ihre Klänge, Gesänge, Dialekte und Tänze vereint und damit ein einzigartiges Panorama der Gnaoua-Kultur liefert.
 

Diese ungewöhnliche Mischung bescherte der Gruppe bereits unzählige Auftritte – von privaten Lila-Ritualen bei berühmten Gnaoua-Familien in Marokko bis hin zu Konzerten in Brüssel, Deutschland oder beim Festival des Musiques Sacrée du monde im marokkanischen Fès.

Hicham Bilali, der Meister der Gruppe, wurde 1978 in Fez als Sohn einer marokkanischen Mutter und eines senegalesischen Vaters geboren. Bereits in jungen Jahren kam er mit den Gnaoua in Kontakt, sog deren Kultur und Musik auf und gab bereits im Alter von 18 Jahren sein Debüt an der Seite des großen Mâleems Hamid Dkaki. Er wird von seinen Koyos begleitet, die alle in Brüssel leben und von renommierten Mâalems ausgebildet wurden.


 

Simo Lagnawi

17.08.2018 | 21:30h

Am zweiten Festivaltag steht mit Simo Lagnawi (Marokko/London) ein „junge Wilder“ des Gnaoua im Mittelpunkt. In seiner Wahlheimat Großbritannien sorgt er u.a. mit seiner Band Electric Jalaba für viel Furore ("Loving the release, we need to get them in the studio!", BBC-Musikjournalist Gilles Peterson).

Nach einer Eröffnung mit traditioneller Gnaoua-Musik teilt er im 2. Set die Bühne mit dem Sänger und Multi-Instrumentalisten Momo Djender (Algerien/Berlin), dem „Erneuerer“ der traditionellen Chaabi-Musik, der bereits mit Sting und Klaus Doldinger auf Tour war. Im 3. Set katapultieren sie, begleitet von Drums (Muhammad Ra´fat/, Ägypten/Berlin) sowie Jazz-Trompete und Elektro-Loopstation (Arystan Petzold/Dresden), die traditionelle Musik des Maghreb in das 21. Jahrhundert.

  

Webseite: Simo Lagnawi

Webseite: Electric Jalaba

Presseartikel: Middle East Eye, qantara.de

Simo Lagnawi auf Soundcloud

Electric Jalaba auf Soundcloud

Electric Jalaba auf Youtube

Line-up:

  • Simo Lagnawi - Guembri, Gesang
  • Momo Djender (special guest) - Gitarre, Gesang
  • Arystan Petzold - Trumpet, Electro Live Loop
  • Ra'fat Mohamed - Drums & Percussion
Simo Lagnawi (Guembri, Gesang, Tanz) wuchs in Marokko mit der Gnaoua-Tradition auf, war von jungen Jahren an bei Lila-Ritualen dabei und lernte sein musikalisches Handwerk von verschiedenen großen Gnaoua-Meistern. Seit seinem Umzug nach London im Jahre 2008, gilt er als der wichtigste Gnaoua-Performer des Vereinigten Königreichs. Er trat dort u.a. beim Glastonbury-Festival, bei der BBC und im British Museum auf.

Sein Debüt-Album „Gnawa London“ schaffte es auf die Top-Ten-Liste der zehn wichtigsten Gnaoua-Alben des Musikmagazins Songlines. Wie auch auf seinen Folge-Alben „Gnawa Berber“ und „Gnawa Caravan“ vermischt er dort die Tradition seiner Vorfahren mit neuen Einflüssen: Zum Beispiel mit keltischen Geigenklängen, afrikanisch-klingendem Banjo oder der Musik Gambias, Burkina Fasos, Malis und der Karibik.
Der Track „Baniyorkoy" seines Albums "Gnawa London" wurde in die CD-Kompilation "Rough Guide To The Best African Music You've Never Heard" aufgenommen.

In seiner in Großbritannien viel beachteten Band „Electric Jalaba“ treffen die Grooves von quembi und qraqebs auf Elektro-Tribal-Beats, E-Gitarre und DJ-Turntables – ohne dabei die spirituellen Wurzeln des Gnaoua zu missachten.
Eine schillernde Musikmischung, die Electric Jalaba auch international zahlreiche Auftritte beschert – z.B. auf renommierten Musikfestivals wie Fengaros (Zypern), Rockit (Italien), Respect (Tschechien) oder dem Mawazine-Festival in Rabat (Marokko).
 

 


Trance der Worte

laufende Kalligraphie-Ausstellung während des gesamten Festivals
 

Hassan Majdi lädt zu einer kalligraphischen Reise der Geste und der Bewegung arabesker Ästhetik ein, in der sich Buchstaben vermischen, verschlingen und in die Unendlichkeit fliegen: es ist wahrhaftig eine Trance der Worte. Mithilfe seines künstlerischen Austauschs mit anderen chinesischen, hebräischen, lateinischen und arabischen Kalligraphen, kreiert er einzigartige Werke, die in Frankreich und in weiteren Ländern seit 2001 ausgestellt werden. Momentan lehrt Majdi an der Universität von Perpignan (Frankreich) Arabisch und moderiert international Workshops und Konferenzen über arabische Kalligraphie.

 

Hassan Majdi ist ein französisch-marokkanischer Künstler, der im Alter von sechs Jahren durch seinen Großvater mütterlicherseits in die traditionelle arabische Kalligraphie eingeweiht wurde. Als Jugendlicher praktizierte Majdi weiterhin auf Zeitungsschlagzeilen und Plakaten von ägyptischen Filmen arabische Kalligraphie. Bald danach ließ er sich in Frankreich nieder und traf dort 1995 den französisch-iranischen Kalligraphen Hassan Massoudy. Hassan Majdis künstlerisches Schaffen ist eine Erforschung verschiedener Formen und kalligraphischer Gesten, die zur Vermittlung der Botschaft des Friedens und der Liebe zwischen Menschen beitragen.

 


  

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Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.