August 2018

 

Gnaoua Festival Berlin

Samstag 18.08.2018 16:00 | ganzes Haus

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Alaa Zouiten

Produktion

Beim jährlichen Gnaoua-Festival im marokkanischen Essaouira zelebrieren regelmäßig mehr als 45.000 Menschen die tranceartige Musik, die vor mehr als drei Generationen von der Westküste des Kontinents nach Marokko gelangten.

Mit dem Gnaoua Festival, das erstmals in Berlin stattfindet, würdigt die WERKSTATT DER KULTUREN die jahrhundertelange Tradition der Gnaoua-Meister, deren Vorfahren als versklavte Menschen aus den heutigen westafrikanischen Staaten Mauretanien, Senegal, Niger und Mali nicht nur den Sound Marokkos, Algeriens und Tunesiens erneuerten, sondern auch nachhaltigen Einfluss auf die internationale Entwicklung des Jazz hatten.

Bekannt geworden sind die Gnawa insbesondere aufgrund ihrer rhythmusbetonten Musik. Die drei Hauptinstrumente sind Ṭbal (mit Stöckchen geschlagene Fasstrommel), Sintir (Langhalslaute, Resonanzkörper kann ein Schildkrötenpanzer sein) und Gimbri (dreisaitige Langhalslaute mit rechteckigem Resonanzkörper aus Holz), dazu kommt die metallene Gefäßklapper Qarqaba (Pl. Qaraqib). Die Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen Lila- oder Derdeba-Ritual.

Kuration: Alaa Zouiten

zum gesamten Festival-Programm (alle Tage)


 


Ästhetik, Ethik und Trance in der Kultur der Gnaoua

Gnaoua-Lecture & Talk

18.08.2018 | 16:00h

Die Musikanthropologin Dr. Tamara Turner (Max Planck Institute for Human Development Berlin) hält einen Vortrag (auf englisch) über „Ästhetik, Ethik und Trance in der Gnaoua Kultur“ und diskutiert anschließend mit Gnaoua-Musikern des Festivals.

Dr. Tamara Turner forscht am Max Planck Institute for Human Developement Berlin und ist ausgewiesene Gnaoua-Expertin: Sie unternahm zahlreiche Forschungsreisen zu verschiedenen Gnaoua-Gruppen im gesamten Maghreb und erlernte das Spielen des Guembri bei diversen großen Gnaoua-Meistern. 2012 schloss sie ihr Studium der Ethnomusikologie an der Bostoner Tufts Universität mit einer Masterarbeit über "The Ethics and Aesthetics of Musical Speech: Sounding Moral Geographies in Moroccan Gnawa Music" ab. 2017 promovierte sie am King's College London mit der Doktorarbeit „Algerian Diwan of Sidi Bilal: Music, Trance and Affect in Popular Islam.“ Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei dem Max Plank-Forschungsprojekt „Den inneren Weg durch Klang erfühlen: Soziale Wärme, kritische Gefühle und affektive Trance in islamischen Ritualen Nord Afrikas“.

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Festival-Band "Master Class"

18.08.2018 | 17:30h

Guembri, Qraqebs & Co treffen auf World-Jazz, Funkrock & mehr aus der boomenden Musikszene der Hauptstadt !

Das Festival-Ensemble „Master Class“ präsentiert die Ergebnisse dreitägiger intensiver Probearbeit. Während des Festival erkunden etablierte Musiker*innen aus der Berliner World-Jazz-Szene zusammen mit Gnaoua-Musikern unter Leitung von Majid Bekkas (Marokko) und Festival-Kurator und Oud-Spieler Alaa Zouiten (Marokko/Berlin), in einer Master Class wie sich Gnaoua-Musik mit modernen Jazzimprovisationen verbinden lässt.

Line up:

  • Majid Bekkas - Oud, Guembri, Gesang - Marokko - (Leitung)
  • Alaa Zouiten - Oud - Marokko/Berlin - (Leitung, Kurator des 1.GNAOUA FESTIVAL BERLIN und Co-Kurator des ARAB SONG JAM der WERKSTATT DER KULTUREN ))
  • Roland Satterwhite - Geige - USA/Berlin
  • Ganna Gryniva - Gesang - Ukraine/Berlin
  • Katya Tasheva - Gesang - Bulgarien/Berlin
  • Ben Kraef - Sax - Montenegro/Berlin
  • Christoph Titz - Trumpet - DE/Berlin
  • Valentina Bellanova - Nay, Flöten - Italien/Berlin
  • Wassim Mukdad - Oud - Syrien/Berlin - (Co-Kurator des ARAB SONG JAM der WERKSTATT DER KULTUREN)
  • Redha Bendib - Darbouka - Algerien/Berlin
  • Baron Arnold - Posaune - USA /Berlin
  • Ahmed Hani - E-Bass - Ägypten/Berlin

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Gnawa Deutschland

18.08.2018 | 18:30h

Line-up:

  • Habib Bilk - Guembri, Gesang
  • Rachid Lamouri - Qraqeb Gesang
  • Zakaria Izoubaz - Qraqeb, Gesang
  • Rabii Rezgaoui - Qraqeb, Gesang

Die Mitglieder der Band Gnawa Deutschland sind allesamt Exil-Marokkaner und kommen aus unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland (Bonn, Düsseldorf, Hildesheim, Bad Salzuflen). Ihr Anliegen: die Schönheit der Gnaoua-Musik in ganz Deutschland zu verbreiten!

Geboren wurde die Band 2017 in der WERKSTATT DER KULTUREN: Auf Einladung von Kurator Alan Zouiten traten „Habib Belk, Rachid Lamouri, Zakaria Izoubaz und Rabii Rezgaoui erstmals gemeinsam als special guests bei ARAB SONG JAM goes Maghreb“ auf und stellten einem begeisterten Berliner Publikum die Trance-Musik aus Marokko vor. Schnell entstand die Idee ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen: Eine der spannendsten neuen Gnaoua-Gruppen in Deutschland!
 

Facebook: Gnawa Deutschland

Presseartikel: 2M.ma

 


Mâalem Mokhtar GANIA

18.08.2018 | 20:30h

Höhepunkt des letzten Festivaltags ist das Konzert von Mâalem Mokhtar Gania (Marokko), Sohn der legendären marokkanischen Musikerfamilie Gania, der seine Familiengeschichte nach Mali zurückverfolgen kann. Der Multi-Instrumentalist erlernte die Kunst der Gnaoua-Musik von seinem Vater Mâalem Boubker Gania und seinem Bruder Mâalem Mahmoud Gania, die zu den wichtigsten Gnaoua-Meistern Marokkos zählten und deren musikalisches Erbe er nun antritt.

Mâalem Mokhtar Gania auf Facebook, Soundcloud und Facebook

Mokhtar Gania wurde 1968 in Essaouira (Marokko) geboren. Schon in jungen Jahren begleitet er seinen  Vater  Boubker Gania und seinen Bruder Mâalem Mahmoud Gania bei musikalischen Abenden der Musikerfamilie.

In den 1980er Jahren schloss sich Mokhtar der Gruppe seines großen Bruders, dem guembri-Giganten Mâalem Mahmoud Gania an, mit dem er zusammen um die ganze Welt reiste, um an zahlreichen Konzerten und Festivals teilzunehmen.

In den frühen 1990ern gründete Mokhtar seine eigene Band, die bald sehr populär wurde. Rasch machte er sich in der Musikwelt international einen Namen, was ihm die Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern ermöglichte: Z.B. mit Randy Weston, Pharoah Sanders, Carlos Santana, Embryo, Bill Laswell, Lamchaheb, Oumou Sangaré, Rachida Taha, Peter Brötzmann und vielen anderen mehr.

Mâalem Mokhtar Gania ist neben seiner Tätigkeit als professioneller Musiker auch Instrumentenbauer: In seinem Atelier in Essaouira fertigt er eigene Gnaoua-Musikinstrumente wie z.B. tbal und guembri an.



 

 


Trance der Worte

laufende Kalligraphie-Ausstellung während des gesamten Festivals
 

Hassan Majdi lädt zu einer kalligraphischen Reise der Geste und der Bewegung arabesker Ästhetik ein, in der sich Buchstaben vermischen, verschlingen und in die Unendlichkeit fliegen: es ist wahrhaftig eine Trance der Worte. Mithilfe seines künstlerischen Austauschs mit anderen chinesischen, hebräischen, lateinischen und arabischen Kalligraphen, kreiert er einzigartige Werke, die in Frankreich und in weiteren Ländern seit 2001 ausgestellt werden. Momentan lehrt Majdi an der Universität von Perpignan (Frankreich) Arabisch und moderiert international Workshops und Konferenzen über arabische Kalligraphie.

 

Hassan Majdi ist ein französisch-marokkanischer Künstler, der im Alter von sechs Jahren durch seinen Großvater mütterlicherseits in die traditionelle arabische Kalligraphie eingeweiht wurde. Als Jugendlicher praktizierte Majdi weiterhin auf Zeitungsschlagzeilen und Plakaten von ägyptischen Filmen arabische Kalligraphie. Bald danach ließ er sich in Frankreich nieder und traf dort 1995 den französisch-iranischen Kalligraphen Hassan Massoudy. Hassan Majdis künstlerisches Schaffen ist eine Erforschung verschiedener Formen und kalligraphischer Gesten, die zur Vermittlung der Botschaft des Friedens und der Liebe zwischen Menschen beitragen.

 


  

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Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.