Oktober 2019

 

ARAB SONG JAM goes Maghreb

Donnerstag 10.10.2019 20:00 | Saal

Eintritt: AK: 10,- EUR / 5,- EUR (ermäßigt), VVK: 5,- zzgl. Gebühr

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Alaa Zouiten

Produktion

Amazigh Traditionals feat. Momo Djender

Wir zelebrieren die Vielfalt der Amazigh Musik in Nordafrika. Amazigh ("der freie Mensch") ist die Selbstbezeichnung einer Gesellschaft Nordafrikas. Musikalisch gesehen umfasst Amazigh Musik unterschiedliche Stile, je nach geographischem und historischen Fokus: "Atlas Music", "Soussi Music" in Agadir (Süd-Marokko) sowie "Kabil Music" sind zwar rhythmisch, melodisch und manchmal thematisch sehr unterschiedlich, dennoch gehören alle drei Musikstile zur selben großen Amazigh-Familie.

Mit dieser Edition will ARAB SONG JAM die uralte Musik dem Berliner Publikum als wichtigem Bestandteil der nordafrikanischen Musik vorstellen. Momo Djender, der aus der Kabylie (Algerien) stammt, wird ein spezielles Amazigh-Programm, zusammen mit Musiker_innen und den Masterclass-Teilnehmer_innen, präsentieren.

Besetzung:

  • Momo Djender: Gitarre, Vocals
  • Valentina Bellanova: Flöte
  • Richard Müller: E-Bass
  • Alaa Zouiten: Oud

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Momo Djender

Der amazighisch-algerische Super-Star ist Sänger, Interpret, Komponist, Moderator und Drehbuchautor. Sein Stil bewegt sich seit Jahrzehnten klar im Bereich Global Music: in amazighischer, algerischer, deutscher, französischer und englischer Sprache singt er Fusionen nordafrikanischer Stile, die er immer wieder mit euroäischen und US-amerikanischen Genre gekonnt verbindet.

 

Unvergessen ist sein Debüt-Album "36 Basta Ali", für das er den „Silbernen Album-Preis“ für mehr als 60.000 verkaufte Exemplare erhielt, und das über mehrere Wochen lang in den algerischen Top 10 lag.

Mit der Single „Smaati Lennass“ wird er buchstäblich über Nacht ein Star. Der Song – übrigens eine Reprise von George Michaels „Last Christmas“ – hält sich auch wochenlang in den algerischen Charts.

In den 1990er Jahren ist Djender durch den Krieg in Algerien gezwungen, nach Marokko zu migrieren. Dort setzt er sich intensiv mit dem kulturellen Erbe der Chaabi-Musik auseinander. Später wird er mit seinem Album „Rayha Ouïne“ als derjenige Musiker gefeiert, der als einer der ersten Algeriens die traditionelle Chaabi-Musik modernisiert hat. Er prägte damit eine neue Bezeichnung für einen neuen Musikstil: „Bled Music“, von Bled (Heimat, Land), in Anlehnung an den Begriff „Country Music“.

Seit 1994 lebt und arbeitet Momo Djender in Berlin. Hier produzierte er zunächst mit Jocelyn B. Smith, Hussein Kili, Eda Zari, Rachid Bahri und Ramesh B. Weeratunga, komponierte Theatermusik (Jerusalem Syndrom) und Filmmusik, begleitete den international efolgreichen Künstler Sting auf Welt-Tourneeromo-Tour für das Album Sacred Love. Zuletzt gründete der Perkussionistin Rhani Krija (Perkussion) das Duo „DUOrient“, mit dem er Musik aus dem gemeinsamen nordafrikanischen Repertoire in erneuterter Form interpretiert.

 


 

ARAB SONG JAM

Traditionelle & populäre arabische Lieder ganz neu

Bei der Konzertreihe ARAB SONG JAM werden Neuinterpretationen populärer und traditioneller arabischer Lieder in der WERKSTATT DER KULTUREN auf die Bühne gebracht.

Die Konzertreihe lehnt sich mit ihrem Format an die Schwarze US-amerikanische Jamsession-Kultur der 40er Jahre an. Dabei wird das erste Set eines Abends durch ein festes Trio oder Quartett eröffnet, während für das zweite Set neu in der Stadt befindliche Musiker*innen beim Bandleader vorstellig werden können um einzusteigen.

Ähnlich wie sich die Jazz-Jamsessions in allen Metropolen der Welt inzwischen am "Real Book" mit seinen Jazzstandards orientiert, bedient sich die neue Konzertreihe ARAB SONG JAM aus dem reichen Schatz des arabischsprachigen Lied-Repertoire, das durch die legendären Sängerinnen Oum Kalthoum aus Kairo und Fairuz aus Beirut in der gesamten arabischen Großregion verbreitet wurde sowie aus Traditionals.

ARAB SONG JAM ist eine Veranstaltung in Kooperation mit “Sound routes. Notes to get closer”, unterstützt von der Creative Agency of the European Commission.


 

2019 wird bei ARAB SONG JAM das Jahr der internationalen Stars!

Zu jeder Ausgabe von ARAB SONG JAM wird ein internationaler special guest eingeladen, die/der vor dem Konzert eine zweitägige Master Class für professionelle Berliner Musiker*innen leitet. Bei ARAB SONG JAM selbst präsentiert der special guest im 1. Set ein Programm zum jeweiligen Thema des Abends und anschließend, im 2. Set, die Ergebnisse der Master Class mit den Teilnehmer_innen derselben. So wechseln sich Maghreb und Mashreq thematisch ab: Alle Termine 2019


 

Kuratoren

 

 

ALAA ZOUITEN



Beruf Oudspieler, Komponist, Fusionmusiker
Kuratiert ARAB SONG JAM goes Maghreb
Geburtsort Casablanca, Marokko
Stationen Casablanca, Youssoufia, Marrakesch, Berlin








Kurzbiographie

Alaa Zouiten wurde 1985 im berühmten Casablanca in Marokko geboren. Im Alter von sieben Jahren begann seine musikalische Erziehung in kulturellen Vereinen in Youssoufia (eine kleine Stadt bei Safi), bevor er am Conservatoire National de Marrakech seine Ausbildung genoss, die ihn zum Meister an der Oud (arabische Laute) machte. 2008 begann Alaa in Marokko seine Karriere als Sideman mit der Fusion- Band „Jbara“ und spielte auf zahlreichen marokkanischen Festivals (u.a Essaouira Gnaoua Festival, Grand Festival de Casablanca, Mawazine in Rabat).

Kurz nach seiner Ankunft in Deutschland 2009 begann er seine musikalischen Studien an der Universität Erfurt (B.A. Musikvermittlung und Philosophie), die er 2013 abschloss. In dieser Zeit scharte er einige der besten Thüringer Jazzer um sich und lotete mit ihnen spielerisch die Freiräume zwischen überlieferten Klängen aus dem Maghreb, aber auch aus Andalusien und dem europäischen Jazz aus. Daraus ist das „Alaa Zouiten Ensemble“ entstanden, welches das Debüt-Album „Hada Makan“ 2012 veröffentlichte. Es folgte ein weiteres Studium der Musikwissenschaften (M.A. Transcultural Music Studies) an der Franz Liszt Hochschule für Musik in Weimar. Mit einem Stipendium des Arab Fund for Arts and Culture arbeitet Alaa Zouiten 2015 an seinem zweiten Album „Talking Oud“. In diesem Album experimentiert er mit den stilistischen, technischen und ästhetischen Möglichkeiten der Oud. Das Resultat ist ein faszinierender Mix aus arabischem, andalusischen Jazz und Rock.

In seinen Kompositionen und Arrangements benutzt Alaa Zouiten die unendliche Vielfalt in Zeit und Raum. Ein kreativer Prozess, welcher ständig nach neuen musikalischen Perspektiven sucht und die Schönheit der Musik feiert.


 

           

           

           

           

           

           

Informationen zur Konzertreihe ARAB SONG JAM



  


Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.