November 2019

 

The Sound Routes II presents

Sonntag 17.11.2019 16:00 | Café

Eintritt: AK: 10,- € / 5,- € (ermäßigt) / 3,- € (Berlin Pass), VVK: 5,- € zzgl. Gebühr

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Fuasi Abdul-Khaliq

Produktion

HOMAGE SESSION RELOADED

Jazz-Musiker_innen nehmen weltweit verschiedene Einflüsse oder Traditionen auf - und treiben damit auch unterschiedliche Entwicklungen voran. Besonders in Berlin, einer von Migration, Exil und hoher Mobilität geprägten Stadt, treffen daher klassische und traditionelle Musik-Genres aus unterschiedlichen Geographien aufeinander, die die Berliner Jazz-Landschaft in entsprechend besonderer Weise prägen und erneuern.

Nach dem großartigen Erfolg der HOMAGE SESSION in 2018, zeitgleich die Gründung der LITTLE BIG BAND - dem hauseigenen World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN, dem einzigen dieser Art bundesweit, schließen wir nun an, mit dem Format HOMAGE SESSION RELOADED.

Ein Format, bei dem wir im 1. Set einen Impuls setzen, indem wir ein Album des WorldJazz vorstellen. Dieser wird dann im Rahmen der sich anschließenden Jam Session von möglichst vielen Musiker_innen unterschiedlicher Herkünfte aufgegriffen und weiterentwickelt.


 


In dieser Edition der HOMAGE SESSION RELOADED wird das World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN, die Little Big Band, das Album "Astrakan Café" des Anouar Brahem Trios spielen und interpretieren.

 

Besetzung

  • Alaa Zouiten - Oud
  • Richard Müller - Schlagzeug
  • Amir Wahba - Perkussion
     

 

"Astrakan Café" - Anouar Brahem Trio


Das tunesische Oud-Genie hat es wieder einmal geschafft. Anouar Brahem hatte zuvor fünf Alben unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, jede davon erlebnisreicher als die letzte, und das ohne seine ursprüngliche Vision zu kompromittieren: eine musikalische Verbindung zwischen Tunesien und anderen Regionen des Kontinents sowie Asiens herzustellen. Seine Musik klingt rauschhaft-deliriös während er entlang einer historischen Linie, die zu je einem Drittel aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besteht, musiziert.

 

Brahem versucht nicht, die Welt oder die Klänge der Regionen zusammenzuführen. Ihm genügt das Wissen, dass der Ton unendlich ist, und dass sein Musikkideal - die Weiterentwicklung des und die Vertiefung in das panafrikanische und transasiatische Ganze - mehr als genug ist, um einen Meistermusiker eine gesamte Lebenszeit zu beschäftigen. Astrakan Café, das Anschlussalbum zu dem brillianten ‘Thimar’ klingt sparsamer, aber reicht weiter, bis in die tiefen Risse des Balkans.

 

Mit Barbaros Erköse an der Klarinette und mit dem präzisen Stil von Lassad Hosni an der indisch-türkischen Trommel tritt Brahem in einen musikalischen Dialog, der vorher nicht existiert hat (auch wenn er mit beiden Musikern bereits vorher gespielt hat). Erköse ist türkischer Klarinettist mit biografischen Bezüge zu Roma. Seine tiefe, warme Stimme ist im Einklang mit der Oud. Erköse spiel zu gleichen Teilen Musik des Balkans und arabischer Regionen mit einem Hauch Klezmer.

Astrakan Café verknüpft das Flamenco der Romanis mit indischem Raga und Jazz aus dem geografischen Osten. Dennoch ist keine Hyperaktivität in der Musik hörbar, es ist nicht notwendig, so viele Traditionen wie möglich zusammenzumischen und dadurch nichts weiter zu erreichen als im augenblicklichen Moment neu zu klingen. Das Album hat mehrere Höhepunkte: die zwei Titelsongs haben ihre Wurzeln in Russland und Aserbaidschan: ‘Halfounie’, der von Brahem komponierte Soundtrack, wurde von der Medina (Marktplatz) in Tunis inspiriert; ‘Parfum de Gitanie’ nimmt Fragmente äthiopischer, sakraler Musik auf und drosselt das Tempo bis zu einem Punkt der Stille und spielt mit der Oud und Klarinette langsamen Jazz mit synkopierten Achtern darüber.

Dies ist eine sehr persönliche und tiefsinnige Musik. Sie ist auch sehr ikonografisch in dem Sinne, dass Zeitlosigkeit in jeder Bewegung eingewebt ist. Das einzige ‘Exotika’ von Astrakan Café ist deren ‘Andersheit’ ausserhalb jedweden Raumes und jeder nennbaren Ära. Das Tempo ist träge und gleichzeitig voller Absicht, die Dynamiken sind sauber und klar markiert, der Klang ist warm, reich und geradlinig. Dies könnte als Volksmusik oder traditionelle Musik interpretiert warden, wenn es eine solche Tradition wie diese bereits gäbe – welche aber neu in ihrer Originalität ist, auch wenn sie aus vielen Quellen gespeist wurde.

Sehr empfehlenswert!

 


LITTLE BIG BAND

 

Ob Opern- oder Konzerthaus, Theater oder Musicalbühne; ein festes künstlerisches Ensemble ist für die meisten Kultureinrichtungen Standard. Im Jazz-Bereich sind dafür u.a. die Jazz Bigbands der öffentlich-rechtlichen Radiosender bekannt. In Berlin gab es in der Vergangenheit verschiedene Ansätze für einen festen Ort mit eigenem Jazz-Ensemble, lange Zeit allerdings ohne Resultat - bis zur Gründung der der LITTLE BIG BAND - dem hauseigenen World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN. Ein Novum.

Die LITTLE BIG BAND ist ein sich ständig umformierendes Ensemble aus Jazz- und World-Musiker_innen. Mehr als 100 Künstler_innen spielen rund 50 Instrumente - vom Trio bis zum Orchester.

Der feste Nukleus von Musiker_innen wird im Rahmen von HOMAGE SESSION RELOADED durch Kolleg_innen des Projekts THE SOUND ROUTES verstärkt  – abhängig davon, welche Werke welcher World-Jazz-Komponist_innen gespielt und interpretiert werden.

Saxophonist Fuasi Abdul-Khaliq fungiert als Bandleader der LITTLE BIG BAND und Kurator der Konzertreihe HOMAGE SESSION RELOADED.

  

Werde Fan der LITTLE BIG BAND!


 

   


  


Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.